Mutter-Kind-Ratgeber Schwangerschaft

Zweites Trimenon

13. SSW

Frage 1

Beeinträchtigt eine Tetanus-Impfung während der Schwangerschaft die Gesundheit meines Babys?

Machen Sie sich keine Sorgen! Alle Tot-Impfstoffe (wie z.B. Tetanus-, Diphterie-, Poliomyelitis-, Hepatitis A/B –Impfstoffe) sind während der ersten Schwangerschaftswochen unbedenklich und haben keine beeinträchtigenden Auswirkungen auf Ihr Baby.

Frage 2

Vor einigen Wochen wurde ich gegen Röteln geimpft – doch damals wusste ich noch nichts von meiner Schwangerschaft - nun mache ich mir aber Sorgen. 

Machen Sie sich nicht verrückt. Da eine Rötelnimpfung nur vorsorglich in aller Regel nicht in der Frühschwangerschaft durchgeführt wird, besteht kein Grund zur Besorgnis.
Eine erhöhte Anzahl an angeborenen Schäden wurde weder nach Rötelnimpfungen  noch nach Masern-, Mumps-, Tuberkulose- oder Windpockenimpfungen verzeichnet. Sicherheitshalber kann ihr Arzt jedoch stets anhand einer Ultraschalluntersuchung im mittleren Schwangerschaftsintervall den Gesundheitszustand des Fetus diagnostizieren.

Frage 3

Warum sollten Schwangere ab den mittleren Kalenderwochen Aufenthalte in großen Höhen meiden?

Bei einem Aufenthalt in großer Höhe sinkt die Sauerstoffaufnahme in die Lunge durch den in der Höhe verminderten Sauerstoff-Partialdruck . Dies kann zu einer Sauerstoffunterversorgung (Hypoxie) der werdenden Mutter und damit auch des Kindes führen. Des Weiteren besteht die Gefahr einer Verdünnungsanämie (Anämie = Blutarmut) mit der Folge von Müdigkeit und sinkender Belastbarkeit. Beim Aufenthalt in extremen Höhen (über 2000m) existiert das Risiko der Höhenkrankheit. Bei der Höhenkrankheitkönnen Symptome wie Kopfschmerzen, Erbrechen, Müdigkeit, Atemnot, Schwindel, Ohrensausen, Schlafschwierigkeiten, Ödeme sowie verminderte Wasser- und Salzausscheidung allein oder in Kombination auftreten. Unterhalb von 2000m Höhe sind jedoch keine gesundheitlichen Gefährdungen bei moderater Belastung der Schwangeren zu erwarten.

Frage 4

Ich möchte während meiner Schwangerschaft noch einmal in den Urlaub fahren - muss ich dabei etwas Bestimmtes bedenken?

Die günstigste Phase zum Reisen ist das zweite Schwangerschaftsdrittel (2. Trimenon), d.h. zwischen der 14. und 28. SSW. In diesem Zeitraum haben Sie sich wahrscheinlich von den Beschwerden des Schwangerschaftsbeginns erholt und sind auch noch relativ beweglich. Bei problemlosem Schwangerschaftsverlauf kann – je nach Fluggesellschaft - bis zur 34. bzw. 36. SSW geflogen werden. Die Flugdauer sollte aber im Normalfall nicht mehr als 4 Stunden betragen.
Bei allen längeren Reisen mit dem Auto oder Flugzeug sollten Sie am besten Kompressionsstrümpfe tragen und regelmäßig aufstehen bzw. Ihre Zehen bewegen, um die Durchblutung anregen. Vor Ort sollten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten und nur gekochte Speisen und abgefülltes Mineralwasser zu sich nehmen.
Fragen Sie Ihre/n Frauenärztin/arzt bezüglich einer sinnvollen Ausstattung Ihrer Reiseapotheke und schließen Sie am besten auch eine Reiserücktritts- und eine Rücktransportversicherung ab!
Als passionierte und erfahrene Saunagängerin spricht natürlich auch nichts gegen Saunieren im Urlaub – als Maßstab gilt Ihr Wohlgefühl! Allerdings sollten Sie abrupte Temperaturwechsel wie z.B. die eiskalte Dusche nach Ihrem Saunagang vermeiden und die Anzahl der Saunagänge pro Besuch gering halten.Vorsichtig sollten Sie auch hinsichtlich einer möglichen Infektionsgefahr bei Whirlpools sein. In dem  beheizten Wasser können sich Bakterien in kurzer Zeit relativ stark vermehren und so leicht zu einer Infektionsquelle für Sie werden.

Frage 5

Bei mir wurden Chlamydien im Abstrich nachgewiesen – muss ich diese Infektion zwingen behandeln?

Ca. 2-8 % der Frauen im gebärfähigen Alter haben – meist unbemerkt – eine Chlamydieninfektion. Da es bei einer Infektion der Schwangeren in knapp 50% zu einer Infektion des Kindes bei der Geburt kommt, ist eine medikamentöse Therapie unbedingt notwendig. Denn eine Chlamydieninfektion kann zu Wehentätigkeit bzw. einem vorzeitigen Blasensprung und damit zu einer Frühgeburt führen. Bei der Geburt kann der Kontakt mit den Chlamydien im Genitalbereich zu einer schweren Augen- und/ oder Lungenentzündung bei Ihrem Kind führen.Die Therapie mit einem Antibiotikum (Makrolid) wird über 2 Wochen durchgeführt. Auch Ihr Partner muss in jedem Fall behandelt werden um Sie vor einer Wiederansteckung zu schützen.

14. SSW

Frage 1

Wie sieht es mit dem Kalorienbedarf während der Schwangerschaft / im zweiten Trimenon aus?

Der Standardspruch an werdende Mütter „Du musst doch für Zwei essen!“ gilt heutzutage nicht mehr.
Ihr Kalorienbedarf bleibt innerhalb des ersten Schwangerschaftsdrittels konstant, erhöht sich dann jedoch um etwa 200 – 300 Kilokalorien (entspricht etwa einem Käsebrot).
Insgesamt gelten 10 bis 15 Kilogramm Gewichtszunahme über die gesamte Schwangerschaft als normal. Entscheidend sind Körpergröße und -gewicht vor der Schwangerschaft, der so genannte Body-Mass-Index (BMI). So liegt die tolerable Gewichtszunahme bei einem niedrigen BMI (BMI < 19,8kg/m²) bei 12,5 bis 18kg, bei einem mittleren BMI (19,8 bis 26,0kg/m²) bei 11,5 bis 16kg und bei einem hohen BMI (> 26 kg/m²) bei 7,0 bis 11,5kg.
Viel wichtiger als der Kalorienbedarfs in der Schwangerschaft ist der Bedarf an bestimmten Nährstoffen. Eine übermäßig erhöhte Kalorienzufuhr ist weder für Sie noch für den Fetus sinnvoll. Empfehlenswert ist eine vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung mit hohen Anteilen an komplexen Kohlenhydraten, hochwertigem Eiweiß und essentiellen Fettsäuren sowie ausreichender Flüssigkeitszufuhr. Dadurch ist gewährleistet, dass Sie den während der Schwangerschaft erhöhten Bedarf an Proteinen, Vitaminen und Mineralstoffen decken. Dementsprechend sollten Sie sich auch während der Stillzeit ernähren.

Frage 2

Besteht bei stark übergewichtigen Frauen während der Schwangerschaft ein erhöhtes Risiko für Komplikationen?

Bei stark übergewichtigen Frauen wurden ein höheres Risiko für Stoffwechselerkrankungen wie Schwangerschaftsdiabetes, Venenthrombosen, erhöhter Blutdruck und Infektionen der Harnwege sowie eine leicht erhöhte Rate an Fehlbildungen (z.B. Neuralrohrdefekten) verzeichnet. In aller Regel sind die Kinder jedoch gesund.
Eine Ultraschalluntersuchung kann sich schwieriger gestalten. Da,die Neugeborenen oft sehr groß sind, ist ihr Verletzungsrisiko bei der Geburt größer und auch ein Kaiserschnitt ist wahrscheinlicher. Keinesfalls sollten Sie jedoch während der Schwangerschaft radikal abnehmen. Wichtig sind wirklich regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, Tests auf Schwangerschafts-Diabetes sowie mögliche Neuralrohr-Defekte beim Ungeborenen sowie eine ausgewogene Ernährung.

Frage 3

Ich habe plötzlich starke Gelüste nach bestimmten Speisen. Woher kommt das eigentlich?

Fachleute sagen, dass sich der erhöhte Hormonspiegel in der Frühschwangerschaft auf den Geschmacksinn auswirkt. Die extrem erhöhte Hormonproduktion zu Beginn der Schwangerschaft modifiziert sowohl den Geschmacks- als auch Geruchssinn. Dadurch kann es passieren, dass Ihnen manche Lebensmittel plötzlich nicht mehr schmecken oder gar Ekel auslösen und Sie auf andere Lebensmittel geradezu einen Heißhunger entwickeln. Ursache für den Appetit auf saure oder herzhafte Speisen beispielsweise ist der süße Geschmack des Speichels infolge des erhöhten Östrogenspiegels. Vermutlich spiegelt diese veränderte Empfindung die Bedürfnisse Ihres Körpers  bezüglich bestimmter Nährstoffe wider.

Frage 4

Können Listerien-Keime durch Erhitzen und Tiefkühlen vernichtet werden?

Durch Tiefgefrieren werden die Listerien im Gegensatz zu Toxoplasmose-Erregern nicht vernichtet. Ab einer Temperatur von ca. 75 °C werden die Keime jedoch mit großer Wahrscheinlichkeit abgetötet.
Schwangere sollten vor allem folgendes beachten:
-          Meiden Sie Rohmilchprodukte und Muscheln bzw. Meeresfrüchte
-          Meiden Sie Salami, Wurst-Fleisch-Pasteten und Tartar
-          Reinigen Sie Salat sehr gründlich
-          Waschen Sie regelmäßig Ihre Hände
-          Vermeiden Sie den Kontakt zwischen rohen und gekochten Lebensmitteln
-          Verbrauchen Sie vorgekochte bzw. halbfertige Lebensmittel so schnell wie möglich
-          Verwenden Sie zum Kochen keine angebrochenen Konserven, Mayonnaise oder Salatdressing
Reinigen Sie regelmäßig Ihren Kühlschrank. Die Temperatur sollte stets unter 4º C liegen.

Frage 5

Bei mir wurden Chlamydien im Abstrich nachgewiesen – muss ich diese Infektion zwingen behandeln?

Ca. 2-8 % der Frauen im gebärfähigen Alter haben – meist unbemerkt – eine Chlamydieninfektion. Da es bei einer Infektion der Schwangeren in knapp 50% zu einer Infektion des Kindes bei der Geburt kommt, ist eine medikamentöse Therapie unbedingt notwendig. Denn eine Chlamydieninfektion kann zu Wehentätigkeit bzw. einem vorzeitigen Blasensprung und damit zu einer Frühgeburt führen. Bei der Geburt kann der Kontakt mit den Chlamydien im Genitalbereich zu einer schweren Augen- und/ oder Lungenentzündung bei Ihrem Kind führen.
Die Therapie mit einem Antibiotikum (Makrolid) wird über 2 Wochen durchgeführt. Auch Ihr Partner muss in jedem Fall behandelt werden um Sie vor einer Wiederansteckung zu schützen.

15. SSW

Frage 1

Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen Geburtsvorbereitungskurs?

In aller Regel beinhalten die meisten Kurse eine wöchentliche Doppelstunde für ca. sieben Wochen. Um diesen gesamten Kurszeitraum nutzen zu können ist es empfehlenswert, spätestens in der 30. SSW  damit zu beginnen. Die Kurse können an jedem Kurstermin für beide Elternteile oder auch nur für die Schwangere sein. Meist wird eine Kombination angeboten (bei einigen Themen kommt der Partner mit). Es ist von Vorteil, wenn Sie einen Geburtsvorbereitungskurs in der Klinik besuchen, in der Sie die Entbindung wünschen, dann  lernen Sie die Hebamme/n und die Räumlichkeiten schon kennen.

Frage 2

Wird der Vorbereitungskurs von der Krankenkasse übernommen?

Üblicherweise werden von den deutschen Krankenkassen 14 Kursstunden übernommen.

Frage 3

Stellt eine Windpocken- Infektion während der ersten Schwangerschaftshälfte eine Gefahr für mein Baby dar? (15. – 20. SSW) 

Eine Infektion ist selten (1-7 Fälle/ 10.000 Schwangerschaften), da nur 5% der Frauen im gebärfähigen Alter keine Antikörper gegen den Erreger der Windpocken, das Varizella-Zoster-Virus aufweisen.
Sollten Sie Kontakt mit Windpocken gehabt haben und über keinen Schutz verfügen, wird Ihr behandelnder Arzt in diesem Fall eine passive Impfung mit Immunglobulinen durchführen. Erfolgt diese passive Impfung jedoch nach Auftreten der Symptome, führt sie zu keinem Therapieerfolg.
Dennoch ist dies kein Grund zu übertriebener Besorgnis. Das Risiko einer Übertragung der Viren auf den Fetus und einer Schädigung während der ersten Schwangerschaftshälfte ist extrem gering (1-2%). Zur Sicherheit sind  Ultraschalluntersuchungen und ggf. eine Fruchtwasser- bzw. Nabelschnurblutuntersuchung ratsam um eine Infektion Ihres Kindes frühzeitig erkennen bzw. ausschließen zu können.

Frage 4

Ich möchte während meiner Schwangerschaft noch einmal in den Urlaub fahren - muss ich dabei etwas Bestimmtes bedenken?

Die günstigste Phase zum Reisen ist das zweite Schwangerschaftsdrittel (2. Trimenon), d.h. zwischen der 14. und 28. SSW. In diesem Zeitraum haben Sie sich wahrscheinlich von den Beschwerden des Schwangerschaftsbeginns erholt und sind auch noch relativ beweglich.Bei problemlosem Schwangerschaftsverlauf kann – je nach Fluggesellschaft - bis zur 34. bzw. 36. SSW geflogen werden. Die Flugdauer sollte aber im Normalfall nicht mehr als 4 Stunden betragen.Bei allen längeren Reisen mit dem Auto oder Flugzeug sollten Sie am besten Kompressionsstrümpfe tragen und regelmäßig aufstehen bzw. Ihre Zehen bewegen, um die Durchblutung anregen. Vor Ort sollten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten und nur gekochte Speisen und abgefülltes Mineralwasser zu sich nehmen.
Fragen Sie Ihre/n Frauenärztin/arzt bezüglich einer sinnvollen Ausstattung Ihrer Reiseapotheke und schließen Sie am besten auch eine Reiserücktritts- und eine Rücktransportversicherung ab!
Als passionierte und erfahrene Saunagängerin spricht natürlich auch nichts gegen Saunieren im Urlaub – als Maßstab gilt Ihr Wohlgefühl! Allerdings sollten Sieabrupte Temperaturwechsel wie z.B. die eiskalte Dusche nach Ihrem Saunagang vermeiden und die Anzahl der Saunagänge pro Besuch gering halten.Vorsichtig sollten Sie auch hinsichtlich einer möglichen Infektionsgefahr bei Whirlpools sein. In dem  beheizten Wasser können sich Bakterien in kurzer Zeit relativ stark vermehren und so leicht zu einer Infektionsquelle für Sie werden.

16. SSW

Frage 1

Kann ich durch beruflichen oder privaten Stress meinem Kind schaden?

Stress in der Schwangerschaft sollte wenn möglich vermieden werden. Häufig landen werdende Mütter mit vorzeitigen Wehen im Krankenhaus, weil sie sich körperlich oder psychisch überfordert haben. Allgemein führt anhaltender Stress durch eine Minderdurchblutung des Mutterkuchens zu einer Sauerstoffunter- und damit Mangelversorgung Ihres Kindes.
Häufig setzen sich gerade Schwangere selbst stark unter Druck. Statt sich zu schonen, sind viele Frauen in der Schwangerschaft besonders aktiv und wollen gerade beruflich alles möglichst gut erledigen, bevor sie in den Mutterschutz gehen. In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, sich von Ihrem Arzt ein - bis zum gesetzlichen Mutterschutz andauerndes - individuelles Beschäftigungsverbot anordnen zu lassen, demzufolge Sie dann mit vollem Gehalt versetzt oder beurlaubt werden.

Frage 2

Tipps gegen Sodbrennen 

Ø      Setzen Sie sich zum Essen aufrecht hin
Ø      Nehmen Sie mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich
Ø      Vermeiden Sie hastiges, schnelles Essen
Ø      Verzichten Sie auf stark gewürzte, fetthaltige oder gebratene Speisen
Ø     Trinken Sie eine halbe Stunde nach dem Essen schluckweise Fenchel-, Melissen-, oder Kamillentee
Ø      Verzichten Sie auf Nahrungsmittel, die die Produktion der Magensäure fördern (Schokolade, Süßigkeiten, Kaffee,
         fettige Speisen,…)
Ø      Verzichten Sie auf Alkohol und Zigaretten
Ø      Gönnen Sie sich nach den Mahlzeiten eine Ruhepause
Ø      Nehmen Sie die letzte Mahlzeit mindestens 4 Stunden vor dem Schlafengehen ein
Lagern Sie Ihren Oberkörper nachts hoch

Frage 3

Welche vorbeugenden Maßnahmen gibt es bezüglich einer Scheideninfektion?

Wundern Sie sich nicht über vermehrten Ausfluss während der Schwangerschaft – das ist völlig normal und harmlos solange dieser klar und geruchlos ist. Verwenden Sie Slipeinlagen oder Binden, jedoch keine Tampons, da diese die Scheidenwände noch zusätzlich reizen und austrocknen können. Achten Sie beim Toilettengang auf Hygiene und säubern Sie sich grundsätzlich von vorne nach hinten, um eine Keimverschleppung zu verhindern.
Bei Vorliegen einer Scheideninfektion sollte diese unverzüglich behandelt werden, da sie die häufigste Ursache für vorzeitige Wehen und Frühgeburten darstellt. In aller Regel kann sie durch eine Ansäuerung mit Hilfe von Laktobazillus-Scheidenzäpfchen erfolgreich therapiert werden. Das gilt allerdings nicht für Pilzinfektionen, da Wachstum und Vermehrung der Pilze nicht vom pH-Wert der Scheide abhängig sind. Keinesfalls sollten Sie während der Schwangerschaft Scheidenspülungen oder Intimsprays verwenden, da diese durch Zerstörung des natürlichen Scheidenmilieus die Entstehung einer Scheideninfektion begünstigen.

Frage 4

Kann eine Pilzinfektion der Scheide die Gesundheit meines Babys beeinträchtigen?

Die Besiedelung unseres Körpers mit Pilzen ist physiologisch. Sie werden durch das körpereigene Immunsystem in ihrer Ausbreitung kontrolliert. Aufgrund einer Störung des Immunsystems bzw. Störung des physiologischen Milieus können sich Pilze unkontrolliert vermehren. Es kommt zu einer Pilzinfektion. Bei 30-40% der Schwangeren manifestiert sich diese im Genitalbereich. Dadurch, dass Pilzinfektionen den pH-Wert der Scheide nicht verändern, sind sie nicht durch eine pH-Messung erfassbar. Meist klagen die Schwangeren über Juckreiz und Brennen und es finden sich weißliche Beläge in der Scheide.
Beim Durchtritt durch den Geburtskanal können Pilzinfektionen der Scheide auf das Kind übertragen werden. Zu etwa 80 Prozent werden die Hefepilze auf die Haut des Neugeborenen übertragen und von dort können sie leicht die Mundhöhle und den Verdauungstrakt besiedeln. Dies spielt vor allem bei Frühgeborenen eine Rolle. Es  wird daher empfohlen, bei Schwangeren ab der 34. Schwangerschaftswoche, verstärkt auf eine Pilzinfektion zu achten und diese gegebenenfalls zu behandeln.

Frage 5

Warum müssen Blasenentzündungen in der Schwangerschaft immer behandelt werden? Wie kann ich mich schützen?

Blasenentzündungen entstehen durch eine bakterielle Infektion der Harnwege. Typische Anzeichen für eine Blaseninfektion sind häufiges Wasserlassen, Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen und manchmal auch etwas Blut im Urin. Sollten Sie den Verdacht einer Blasenentzündung haben, vereinbaren Sie direkt einen Termin beim Arzt, denn eine sofortige Behandlung ist wichtig, damit die Entzündung sich nicht ausweitet.
Prinzipiell werden bei jeder Vorsorgeuntersuchung während der Schwangerschaft die Anzahl weißer Blutkörperchen (Leukozyten) sowie die Eiweiß und Nitrit-Werte im Urin kontrolliert. Besonders im der zweiten Schwangerschaftsdrittel wird bei dieser Untersuchung häufig eine erhöhte Bakterienanzahl im Harn (Bakteriurie) diagnostiziert. Hierfür können mehrere Ursachen verantwortlich sein: Der veränderte Säuregrad (pH-Wert) des Urins während der Schwangerschaft sowie die Harnwegs-Einengung aufgrund der Größenzunahme der Gebärmutter, die eine ungehinderte Bakterienvermehrung zur Folge haben können.
Dies kann schließlich in frühzeitigen Wehen oder in einer schweren Nierenbeckenentzündung (Schwangerschaftspyelonephritis) mit weiteren Komplikationen münden – daher ist es sinnvoll, jeglichen Harnwegsinfekt mit Antibiotika zu therapieren.
Zur Vorbeugung von Harnwegsinfekten ist es ratsam, ausreichend – am besten Wasser oder Sprudel - zu trinken!

Frage 6

Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen Geburtsvorbereitungskurs?

In aller Regel beinhalten die meisten Kurse eine wöchentliche Doppelstunde für ca. sieben Wochen. Um diesen gesamten Kurszeitraum nutzen zu können ist es empfehlenswert, spätestens in der 30. SSW  damit zu beginnen. Die Kurse können an jedem Kurstermin für beide Elternteile oder auch nur für die Schwangere sein. Meist wird eine Kombination angeboten (bei einigen Themen kommt der Partner mit). Es ist von Vorteil, wenn Sie einen Geburtsvorbereitungskurs in der Klinik besuchen, in der Sie die Entbindung wünschen, dann  lernen Sie die Hebamme/n und die Räumlichkeiten schon kennen.

17. SSW

Frage 1

Wie kann ich bei Vorliegen einer Muttermundschwäche eine Frühgeburt vermeiden?

Eine Muttermundschwäche ( Zervixinsuffizienz ) kommt am häufigsten zwischen dem 4. und 6. Schwangerschaftsmonat vor. Es handelt sich um eine Verkürzung und ggf. vorzeitige Öffnung des Gebärmutterhalses. Meist findet sie sich bei Mehrlingsschwangerschaften, nach einer Gebärmutteroperation oder als Folge einer Scheideninfektion.
In aller Regel kann durch Schonung des Körpers, strikte Zigarettenabstinenz und gegebenenfalls Infektsanierung in der Scheide eine Frühgeburt vermieden werden.
Zu beachten gilt jedoch, dass der pH-Wert im Scheidenbereich regelmäßig mit Hilfe von Teststäbchen aus der Apotheke zu kontrollieren ist um Infektionen zu erkennen. Sollten Infektionen vorliegen, ist eine rasche sorgfältige Behandlung zwingend notwendig.
Wenn Sie eine ausgeprägte Muttermundschwäche haben, besteht die Möglichkeit eines Muttermundsverschlusses (Cerclage oder totaler Muttermundverschluss).
Bei der Cerclage wird etwa im 4.Schwangerschaftsmonat der Gebärmutterhals mit Hilfe eines Kunststoffbändchens umschlungen und wie ein Beutel zusammengezogen. Bei dem totalen Muttermundverschluss erfolgt zusätzlich noch ein Verschluss des Gebärmutterhalskanals um zu verhindern, dass Keime aus der Scheide in die Gebärmutter aufsteigen. Die Cerclage wird routinemäßig nach der vollendeten 37. SSW entfernt.

Frage 2

Warum müssen Blasenentzündungen in der Schwangerschaft immer behandelt werden? Wie kann ich mich schützen?

Blasenentzündungen entstehen durch eine bakterielle Infektion der Harnwege. Typische Anzeichen für eine Blaseninfektion sind häufiges Wasserlassen, Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen und manchmal auch etwas Blut im Urin. Sollten Sie den Verdacht einer Blasenentzündung haben, vereinbaren Sie direkt einen Termin beim Arzt, denn eine sofortige Behandlung ist wichtig, damit die Entzündung sich nicht ausweitet.
Prinzipiell werden bei jeder Vorsorgeuntersuchung während der Schwangerschaft die Anzahl weißer Blutkörperchen (Leukozyten) sowie die Eiweiß und Nitrit-Werte im Urin kontrolliert. Besonders im der zweiten Schwangerschaftsdrittel wird bei dieser Untersuchung häufig eine erhöhte Bakterienanzahl im Harn (Bakteriurie) diagnostiziert. Hierfür können mehrere Ursachen verantwortlich sein: Der veränderte Säuregrad (pH-Wert) des Urins während der Schwangerschaft sowie die Harnwegs-Einengung aufgrund der Größenzunahme der Gebärmutter, die eine ungehinderte Bakterienvermehrung zur Folge haben können.
Dies kann schließlich in frühzeitigen Wehen oder in einer schweren Nierenbeckenentzündung (Schwangerschaftspyelonephritis) mit weiteren Komplikationen münden – daher ist es sinnvoll, jeglichen Harnwegsinfekt mit Antibiotika zu therapieren.Zur Vorbeugung von Harnwegsinfekten ist es ratsam, ausreichend – am besten Wasser oder Sprudel - zu trinken!

Frage 3

Der ständige Juckreiz macht mich verrückt, wie kann ich darauf adäquat reagieren?

Der so genannte „Schwangerschaftsjuckreiz“ entsteht einerseits aufgrund des veränderten Hormonhaushaltes, der u.a. mit verstärktem Schwitzen einhergeht, andererseits bedingt durch die Hautdehnung. Diese Problematik wird zudem durch trockene Haut begünstigt. Manchmal hilft es hierbei, sich fettarm zu ernähren, keine Seife zu benutzen und harnsäurehaltige Cremes zu verwenden.

Frage 4

Seit ich schwanger bin neige ich zu Pickeln und Mitessern – meine schwangere Freundin hat aber besonders schöne Haut - Woran liegt das?

Die Schwangerschaft geht mit einer veränderten Hormonsituation einher, die viele körperliche Veränderungen nach sich zieht. Haut, Haare und Ihr Stoffwechsel können davon betroffen sein und auch Ihr Körpergefühl kann sich in dieser Zeit verändern.
Auf die hormonelle Umstellung während der Schwangerschaft reagieren Frauen sehr unterschiedlich. Während sich bei der einen Frau die Hautbeschaffenheit verbessert, treten bei der anderen vermehr Unreinheiten auf. Unreinheiten und Akne können entweder aufgrund der erhöhten Durchblutung der Haut völlig verschwinden aber sich durch gesteigerte Talg - und Schweißdrüsenaktivität bei manchen Frauen auch verstärken. Trockene Hauttypen mögen während dieser Zeit zu fettigerer Beschaffenheit neigen. Das Schwangerschaftshormon Gestagen führt zu einer verstärkten Wassereinlagerung, wodurch die Haut elastischer, praller und glatter werden und kleine Falten „aufgepolstert“ werden können.

Frage 5

Tipps gegen Krampfadern

Ø      Aktivieren Sie Ihre Muskeln in den Unterschenkeln durch sporliche Betätigung wie Radfahren, Schwimmen oder Spazierengehen
Ø      Verzichten Sie auf heiße Bäder oder häufiges Saunieren
Ø      Regen Sie die Durchblutung Ihrer Beine durch kalt-warme Wechselduschen an
Ø      Fördern Die den venösen Rückstrom des Blutes durch häufigeres Hochlagern der Beine oder durch das Tragen von Thrombosestrümpfe
Ø      Vermeiden Sie enge bzw. hochhackige Schuhe und einschnürende Strümpfe
Tragen Sie Thrombosestrümpfe, wenn Sie lange stehen oder sitzen müssen z.B. auf Reisen

18. SSW

Frage 1

Wie sieht es mit Radfahren während der Schwangerschaft aus?

Prinzipiell ist Radfahren eine äußerst günstige Sportart für die Zeit der Schwangerschaft. Durch die Bewegung Ihrer Beine werden die Muskeln angespannt und damit der Blutrückstrom zu Ihrem Herzen gefördert. Dies wirkt der Entstehung von Krampfadern aktiv entgegen. Wenn sich bereits an Gewicht zugenommen haben, nimmt Ihnen der Drahtesel einen Teil der Last ab. Deshalb ist Radfahren gerade auch bei Übergewicht in der Schwangerschaft besonders empfehlenswert, da Ihre Gelenke durch den reduzierten Gewichtsdruck geschont werden.
Neben Radfahren, Schwimmen und Aqua-Fitness sind Spazierengehen, Wandern bis 1300 m Höhe (trainierte Schwangere dürfen auch bis 2.000m aufsteigen), Walking, sanftes Joggen, Aerobic sowie mäßiges Kraft- oder Gerätetraining im Studio (lassen Sie sich von einem kompetenten Trainer beraten!) empfehlenswert. Oder versuchen Sie es mal mit leichtem Tanzen! Ihr Kleines wird sich über die wiegenden Bewegungen freuen!

Frage 2

In welchem Ausmaß ist Lauftraining während der Schwangerschaft noch vertretbar?

Leichter, regelmäßiger Sport ist für Sie als werdende Mutter sehr gut. Wenn Sie sich in einem guten Trainingszustand befinden, steht sportlicher Betätigung nichts im Wege. Allerdings ist es stets wichtig, dass Sie die Signale, die Ihnen Ihr Körper gibt, wahrnehmen und Ihr Training beenden, sobald es Ihr Wohlbefinden beeinträchtigt. Voraussetzung für Ihr Wohlbefinden ist, dass Sie im so genannten aeroben Bereich joggen, denn nur in diesem Bereich wird das Blut (und damit der Fetus) ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Sie sollten sich beim Laufen mit Leichtigkeit noch unterhalten können, dann haben Sie die richtige Geschwindigkeit. Noch besser ist, das Tempo mit einer Pulsuhr zu kontrollieren; dabei sollten Sie Werte von 130 bis 140 Schlägen / Minute nicht überschreiten.
Sinnvolle Alternativen zum Laufen sind Schwimmen, Gymnastik, Fahrradfahren, Wandern oder Nordic Walking. Nicht geeignet sind Leistungssport, Kraftsportarten und Sportarten mit kurzfristigen Erschütterungen und Belastungen (Reiten, Tennis, Squash). Übertriebenes Training ist während der Schwangerschaft äußerst kontraproduktiv. Studien belegten, dass durch die hauptsächliche Sauerstoffversorgung der Muskulatur eine Sauerstoffunterversorgung des Fetus induziert wird. Folge kann ein verringertes Geburtsgewicht sein!

Frage 3

Ich möchte während meiner Schwangerschaft noch einmal in den Urlaub fahren - muss ich dabei etwas Bestimmtes bedenken?

Die günstigste Phase zum Reisen ist das zweite Schwangerschaftsdrittel (2. Trimenon), d.h. zwischen der 14. und 28. SSW. In diesem Zeitraum haben Sie sich wahrscheinlich von den Beschwerden des Schwangerschaftsbeginns erholt und sind auch noch relativ beweglich.
Bei problemlosem Schwangerschaftsverlauf kann – je nach Fluggesellschaft - bis zur 34. bzw. 36. SSW geflogen werden. Die Flugdauer sollte aber im Normalfall nicht mehr als 4 Stunden betragen.
Bei allen längeren Reisen mit dem Auto oder Flugzeug sollten Sie am besten Kompressionsstrümpfe tragen und regelmäßig aufstehen bzw. Ihre Zehen bewegen, um die Durchblutung anregen. Vor Ort sollten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten und nur gekochte Speisen und abgefülltes Mineralwasser zu sich nehmen.
Fragen Sie Ihre/n Frauenärztin/arzt bezüglich einer sinnvollen Ausstattung Ihrer Reiseapotheke und schließen Sie am besten auch eine Reiserücktritts- und eine Rücktransportversicherung ab!
Als passionierte und erfahrene Saunagängerin spricht natürlich auch nichts gegen Saunieren im Urlaub – als Maßstab gilt Ihr Wohlgefühl! Allerdings sollten Sie abrupte Temperaturwechsel wie z.B. die eiskalte Dusche nach Ihrem Saunagang vermeiden und die Anzahl der Saunagänge pro Besuch gering halten.Vorsichtig sollten Sie auch hinsichtlich einer möglichen Infektionsgefahr bei Whirlpools sein. In dem  beheizten Wasser können sich Bakterien in kurzer Zeit relativ stark vermehren und so leicht zu einer Infektionsquelle für Sie werden.

19. SSW

Frage 1

Schadet Sex bzw. der Orgasmus meinem Kind?

Wie sich Ihr Liebesleben in der Schwangerschaft verändert, lässt sich im Voraus nicht sagen. Prinzipiell gilt, dass alles, was Ihnen gut tut natürlich erlaubt ist!
Denn gerade während der Schwangerschaft erleben viele Frauen die Liebe sogar als besonders lustvoll, da Klitoris und Vagina besser durchblutet sind und die Scheide feuchter ist.
Als Reaktion auf das Ejakulat kann es nach dem Geschlechtsverkehr zu leichten wehenähnlichen Kontraktionen der Gebärmutter kommen, die aber nicht mit vorzeitigen, geburtseinleitenden Wehen zu verwechseln sind. Ursache ist das wehenfördernde Hormon Prostaglandin, das im Ejakulat enthalten ist (und auch im Krankenhaus in höherer Dosierung zum Einleiten genutzt wird). Und auch das Hartwerden Ihres Bauches beim Orgasmus ist völlig ungefährlich für Ihr Kleines – sehen Sie es als ein gutes Training für die Geburt!
Um den Geburtstermin herum, wenn die Gebärmutter schon wehenbereit ist, bietet sich Sex sogar als Mittel zur natürlichen Wehenstimulation an.
Es gibt nur wenige medizinische Indikationen – z.B. vorzeitige Öffnung des Muttermundes, Blutungen oder vorzeitige Wehen –, bei denen von Geschlechtsverkehr abzuraten ist. Sprechen Sie am besten offen mit Ihrer/m betreuenden Frauenärztin/arzt darüber.

Frage 2

Ist es schlimm, wenn ich nach dem Geschlechtsverkehr etwas Blut verloren habe?

Nach dem Geschlechtsverkehr, nach einer Untersuchung oder Überanstrengung können so genannte Kontaktblutungen auftreten. Die Blutungsquelle befindet sich in den meisten Fällen am äußeren Muttermund, der während der Schwangerschaft noch empfindlicher ist. Prinzipiell ist es sinnvoll, bei jeglicher stärkerer Blutung nach dem Geschlechtsverkehr Ihren Arzt zu konsultieren.

Frage 3

Ich bin so unglücklich über das nachfettende Verhalten meiner Haare in den ersten Schwangerschaftsmonaten. Was ist die Ursache und was kann ich dagegen tun?

Auslöser ist der hohe Östrogenspiegel während der Schwangerschaft. Dieser bedingt eine gesteigerte Talgproduktion der Kopfhaut mit der Folge fettiger Haare. Sie können der gesteigerten Talgproduktion nur durch häufiges Haare waschen entgegenwirken.
Versuchen Sie es mit wenig mildem Shampoo, weil die Haare durch das ständige Haare waschen mit viel Shampoo schwerer werden.
Es kann sinnvoll sein, sich alle 4 Wochen die Spitzen schneiden zu lassen, weil diese in der Schwangerschaft zur Austrocknung neigen.
Möglicherweise werden Sie in der zweiten Schwangerschaftshälfte, wenn Ihr Körper sich an die veränderte hormonelle Situation angepasst hat, von der Schönheit Ihrer Haare überrascht sein.

Frage 4

Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen Geburtsvorbereitungskurs?

In aller Regel beinhalten die meisten Kurse eine wöchentliche Doppelstunde für ca. sieben Wochen. Um diesen gesamten Kurszeitraum nutzen zu können ist es empfehlenswert, spätestens in der 30. SSW  damit zu beginnen. Die Kurse können an jedem Kurstermin für beide Elternteile oder auch nur für die Schwangere sein. Es ist von Vorteil, wenn Sie einen Geburtsvorbereitungskurs in der Klinik besuchen, in der Sie die Entbindung wünschen. Sie lernen die Hebamme/n und die Räumlichkeiten dann schon kennen.

20. SSW

Frage 1

Wird die Gesundheit meines Babys durch laute Musik gefährdet?

Welche Schwangere kennt das nicht - Sie genießen gerade ein Konzert und ihr Baby im Bauch scheint zu tanzen. Oder sie besuchen ein Rockkonzert und das Baby tobt – manchmal so wild, dass es sogar unangenehm wird.
Der Gehörsinn Ihres Babys ist ab der 20.SSW bereits gut entwickelt. So kann ihr Kleines nun schon zwischen väterlicher und mütterlicher Stimme unterscheiden.
Generell haben klassische Klänge eher beruhigende und Rockmusik eine eher aufregende Wirkung auf Ihr Kleines. Dennoch ist gegen einen gelegentlichen Konzertbesuch eines Rockmusikers nichts einzuwenden – solange Sie Ihr Kind nicht über längere Zeit einer ausgeprägten Lärmexposition (> 80dBA) aussetzen.

Frage 2

Ich würde gerne mehr als die drei vorgeschriebenen Ultraschalluntersuchungen machen lassen. Ist dies möglich?

Die Inhalte der Schwangerenvorsorge sind gesetzlich in den Mutterschaftsrichtlinien festgelegt. Von den Kassen werden die dort aufgeführten Untersuchungen gezahlt. Alle zusätzlichen Leistungen, wie etwa eine „Nackenfaltenmessung“, ein so genannter Fehlbildungsultraschall oder zusätzliche Ultraschalluntersuchungen werden ohne medizinischen Grund (Indikation) nicht von den Krankenkassen getragen. Innerhalb einer gesunden Schwangerschaft sind demnach zusätzliche Ultraschalluntersuchungen individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) Ihres Gynäkologen. Selbstverständlich ist Ihnen freigestellt, diese zusätzlichen Untersuchungen auf eigene Kosten durchführen zu lassen.

Frage 3

Sind Doppler-Ultraschalluntersuchungen nicht grundsätzlich sinnvoll?

Die Standard Ultraschalluntersuchungen im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge sind ausreichend, um den Verlauf einer Schwangerschaft zu beurteilen.
Bei Mehrlingsschwangerschaften oder bei begründetem Verdacht auf eine Störung der Schwangerschaft z.B. durch einen Schwangerschaftsbluthochdruck, wird Ihr Frauenarzt/Ärztin eine Doppler-Ultraschalluntersuchung durchführen bzw. veranlassen.
Durch die Doppler-Ultraschalluntersuchung kann die Durchblutung mütterlicher und kindlicher Gefäße gemessen und damit die Funktionsfähigkeit einzelner Organe, als auch die Blutversorgung Ihres Kindes untersucht werden.
Eine dopplersonographische Untersuchung sollte wenn überhaupt erst in der zweiten Schwangerschaftshälfte durchgeführt werden.

Frage 4

Meine Plazenta sitzt vor dem inneren Muttermund – ist so überhaupt eine normale Geburt möglich?

Bei einer von 200 Schwangerschaften sitzt die Plazenta „vor dem Wege“ (= Plazenta praevia), d.h. in der unmittelbaren Nähe oder direkt vor dem inneren Muttermund.
Überdeckt der Mutterkuchen komplett den inneren Muttermund (Plazenta praevia totalis), ist einerseits aufgrund des versperrten Geburtsweges andererseits wegen einer möglicherweise lebensbedrohlichen Blutung bei Auftreten von Geburtswehen ein Kaiserschnitt notwendig.
Reicht die Plazenta nur an den Rand (Plazenta praevia marginalis) oder überdeckt den inneren Muttermund nur zum Teil (Plazenta praevia partialis), dann ist die Gefahr einer.lebensbedrohlichen Blutung bei Wehentätigkeit deutlich geringer. Dennoch kann auch hier eine Schnittentbindung nicht ausgeschlossen werden. In jedem Fall ist eine konsequente Überwachung des Verlaufs der Spätschwangerschaft  äußerst wichtig und eine Vorstellung bei Ihrem Frauenarzt bei jeder Blutung indiziert.

Frage 5

Wird mein Kind sich aus seiner momentanen Lage mit  Kopf nach oben noch drehen?

Die Beckenendlage (Steißlage) ist im Verlauf der Schwangerschaft eine ganz normale Lage, die der Embryo immer wieder mal einnimmt und immer wieder mal gegen andere Positionen eintauscht. Allerdings: Je größer das ungeborene Kind wird, desto weniger Platz bleibt im Mutterleib für turbulente Drehungen und Wendungen.
So wird eine Beckenendlage bei der 2. Ultraschalluntersuchung noch in ca. 50% beobachtet.
Ungefähr ab der 32. Woche haben 90 Prozent der Kinder ihre endgültige Geburtsposition eingenommen. Nur 3-5% aller Babys liegen um den errechneten Termin tatsächlich noch in Beckenendlage - d.h. die anderen 5-7% ändern tatsächlich noch kurz vor der Geburt ihre Lage.
Es gibt verschiedene Methoden, das Kind in Schädellage zu bringen. Die Akupunktur und homöopathische Mittel werden erfolgreich zur Wendung von Beckenendlagen verwendet. Bleiben diese Methoden erfolglos, bestehen noch die Möglichkeiten einer Drehung durch das geburtshilfliche Team unter Gabe von wehenhemmenden Mitteln. Generell wird bei Beckenendlagen heute meist ein Kaiserschnitt durchgeführt, aber auch eine normale Geburt aus Beckenendlage ist möglich.

21. SSW

Frage 1

Ich bin eine regelmäßige Saunagängerin. Darf ich die in der Schwangerschaft so beibehalten?

Wenn Sie schon bisher eine passionierte Saunagängerin waren, spricht auch weiterhin nichts gegen regelmäßige Saunabesuche.
Wenn Sie allerdings selten bzw. noch nie sauniert haben, sollten Sie nicht zu Beginn der Schwangerschaft damit anfangen. Warten Sie die ersten 12-16 Schwangerschaftswochen ab, dann hat Ihr Körper sich an die neue Situation Schwangerschaft angepasst und verträgt kurze Saunabesuche mit Temperaturen im niedrigen Bereich. Vermeiden Sie abrupte Temperaturwechsel wie z.B. die eiskalte Dusche nach Ihrem Saunagang und versuchen Sie die Anzahl der Saunagänge pro Besuch gering zu halten. Dann spricht nichts gegen weitere Saunabesuche!

Frage 2

Gibt es eine empfohlene Höchsttemperatur für das Badewasser in der Schwangerschaft?

In aller Regel ist daher ein warmes Entspannungsbad unbedenklich. Um Ihren Kreislauf durch einen zu starken Blutdruckabfall jedoch nicht zu sehr zu strapazieren, sollten Sie aber nicht zu heiß baden. Die Wassertemperatur sollte keinesfalls 39°C überschreiten, da die Körperkerntemperatur die Körpertemperatur des Fetus beeinflusst, der zu einer selbstständigen Temperaturregulation noch nicht fähig ist.

Frage 3

Ich verwende gerne eine Wärmflasche. Spricht in der Schwangerschaft was dagegen?

Das kommt auf die Temperatur an. Auch wenn Ihnen eine Wärmflasche während der Schwangerschaft gut tut, so kann diese, bei zu hohen Temperaturen gesundheitsgefährlich für das ungeborene Kind sein. Aus diesem Grund darf das Wasser der Wärmflasche nie die 40 °C Grenze überschreiten, denn nur dann können Sie sicher gehen, dass die Körperkerntemperatur nicht in extremem Ausmaß ansteigt. Eine empfehlenswerte Alternative ist das Kirschkernkissen.

Frage 4

Schadet Sex bzw. der Orgasmus meinem Kind?

Wie sich Ihr Liebesleben in der Schwangerschaft verändert, lässt sich im Voraus nicht sagen. Prinzipiell gilt, dass alles, was Ihnen gut tut natürlich erlaubt ist!
Denn gerade während der Schwangerschaft erleben viele Frauen die Liebe sogar als besonders lustvoll, da Klitoris und Vagina besser durchblutet sind und die Scheide feuchter ist.
Als Reaktion auf das Ejakulat kann es nach dem Geschlechtsverkehr zu leichten wehenähnlichen Kontraktionen der Gebärmutter kommen, die aber nicht mit vorzeitigen, geburtseinleitenden Wehen zu verwechseln sind. Ursache ist das wehenfördernde Hormon Prostaglandin, das im Ejakulat enthalten ist (und auch im Krankenhaus in höherer Dosierung zum Einleiten genutzt wird). Und auch das Hartwerden Ihres Bauches beim Orgasmus ist völlig ungefährlich für Ihr Kleines – sehen Sie es als ein gutes Training für die Geburt!
Um den Geburtstermin herum, wenn die Gebärmutter schon wehenbereit ist, bietet sich Sex sogar als Mittel zur natürlichen Wehenstimulation an.
Es gibt nur wenige medizinische Indikationen – z.B. vorzeitige Öffnung des Muttermundes, Blutungen oder vorzeitige Wehen –, bei denen von Geschlechtsverkehr abzuraten ist. Sprechen Sie am besten offen mit Ihrer/m betreuenden Frauenärztin/arzt darüber.

Frage 5

Ist es schlimm, wenn ich nach dem Geschlechtsverkehr etwas Blut verloren habe?

Nach dem Geschlechtsverkehr, nach einer Untersuchung oder Überanstrengung können so genannte Kontaktblutungen auftreten. Die Blutungsquelle befindet sich in den meisten Fällen am äußeren Muttermund, der während der Schwangerschaft noch empfindlicher ist. Prinzipiell ist es sinnvoll, bei jeglicher stärkerer Blutung nach dem Geschlechtsverkehr Ihren Arzt zu konsultieren.

Frage 6

Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen Geburtsvorbereitungskurs?

In aller Regel beinhalten die meisten Kurse eine wöchentliche Doppelstunde für ca. sieben Wochen. Um diesen gesamten Kurszeitraum nutzen zu können ist es empfehlenswert, spätestens in der 30. SSW  damit zu beginnen. Die Kurse können an jedem Kurstermin für beide Elternteile oder auch nur für die Schwangere sein. Es ist von Vorteil, wenn Sie einen Geburtsvorbereitungskurs in der Klinik besuchen, in der Sie die Entbindung wünschen. Sie lernen die Hebamme/n und die Räumlichkeiten dann schon kennen.

22. SSW

Frage 1

Stellt der Verzehr von Sushi während der Schwangerschaft ein Problem dar?

Erfahrungsgemäß ist es äußerst sinnvoll, sich in der Schwangerschaft fischreich zu ernähren. Seefische versorgen den Körper mit wertvollem Eiweiß, dem lebensnotwendigen Mineralstoff Jod sowie wichtigen Omega-3-Fettsäuren.Äußerst zurückhaltend sollten Sie jedoch bezüglich rohen sowie geräucherten Fischprodukten und Muscheln sein. Beispiele hierfür sind Sushi, Matjes, Hering, Räucherlachs und Austern. Diese weisen ein deutlich erhöhtes Risiko für Listerien-Befall auf. Erhitzen Sie deshalb alle Fische, Fischprodukte und Meeresfrüchte, um diese dann unbesorgt genießen zu können.

Frage 2

Birgt der Anschnallgurt oder der Airbag im Auto eine Gefahr für Schwangere?

Seitdem viele Autos mit Airbags ausgerüstet sind, vertrauen viele schwangere Frauen allein auf den Airbag und gurten sich nicht mehr an. Eine gefährliche Fehleinschätzung! Denn gerade durch Gurt und Airbag sind Mutter und Kind optimal geschützt. Durch die Luftfüllung des Airbags im Kopf- und Brustbereich schützt dieser vor einem harten Aufprall und verringert das Quetschen durch den Sicherheitsgurt. Beide Schutzmaßnahmen sind daher für Schwangere eine äußerst sinnvolle Sicherheitsmaßnahme.

Frage 3

Ich bin passionierte Motorradfahrerin – wie sollte ich mich in der Schwangerschaft verhalten?

Welche Risiken Sie eingehen wollen, sollten Sie selber entscheiden. Vertretbar ist Motorradfahren ausschließlich unter folgenden Voraussetzungen: Ihre Schwangerschaft muss bisher komplikationslos verlaufen sein, Sie sind Beifahrerin und Sie fahren auf möglichst erschütterungsfreien Straßen. Tatsächlich können sich die Vibrationen beim Motorradfahren (vor allem bei Einzylindern und Choppern) negativ auf eine Schwangerschaft auswirken. Dies gilt insbesondere in den ersten Monaten und am Ende der Schwangerschaft.
Als Fahrerin werden Sie durch das Gewicht zu sehr belastet und Ihr veränderter Gleichgewichtssinn stellt eine zu große Gefahr dar. Grundsätzlich sollten Sie das enorme Unfallrisiko nicht unterschätzen.

Frage 4

Ich leide unter Sodbrennen und Magenschmerzen.

Die wachsende Gebärmutter drückt zunehmend auch auf den Magen, so dass immer häufiger die Magensäure in die Speiseröhre hoch steigt und zu Sodbrennen führen kann. So leidet etwa jede zweite Frau im Laufe der Schwangerschaft unter Sodbrennen.
Möglicherweise zwingen Sie die Beschwerden zu einer Umstellung Ihres Essverhaltens. Versuchen Sie herauszufinden was Ihnen Sodbrennen bereitet und meiden Sie diese Nahrungsmittel. Setzen Sie sich beim Essen möglichst aufrecht und essen bewusst und langsam. Nehmen Sie weniger säurebildende Speisen wie Kaffee, Zitrusfrüchte und Fettes wie Schokolade und andere Süßigkeiten zu sich oder versuchen sie zumindest diese Nahrungsmittel nur gelegentlich zu sich zu nehmen. Legen Sie den Schwerpunkt auf Nahrungsmittel, die die Magensäure neutralisieren, wie z.B. Joghurt, Milch, Tomaten, Kartoffeln etc. oder trinken Sie eine halbe Stunde nach dem Essen schluckweise Fenchel- oder Kamillentee. Zu kurzfristiger Milderung der Beschwerden verhelfen auch langsam zerkaute Haselnüsse. Versuchen sie auch nachts mit leicht erhöhtem Oberkörper zu schlafen – so kann die Magensäure nicht in Ihre Speiseröhre übertreten.

Tipps gegen Sodbrennen

Ø      Setzen Sie sich zum Essen aufrecht hin
Ø      Nehmen Sie mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich
Ø      Vermeiden Sie hastiges, schnelles Essen
Ø      Verzichten Sie auf stark gewürzte, fetthaltige oder gebratene Speisen
Ø      Trinken Sie eine halbe Stunde nach dem Essen schluckweise Fenchel-, Melissen-, oder Kamillentee
Ø      Verzichten Sie auf Nahrungsmittel, die die Produktion der Magensäure fördern (Schokolade, Süßigkeiten, Kaffee, fettige Speisen,…)
Ø      Verzichten Sie auf Alkohol und Zigaretten
Ø      Gönnen Sie sich nach den Mahlzeiten eine Ruhepause
Ø      Nehmen Sie die letzte Mahlzeit mindestens 4 Stunden vor dem Schlafengehen ein
Lagern Sie Ihren Oberkörper nachts hoch

Frage 5

Schadet Sex bzw. der Orgasmus meinem Kind?

Wie sich Ihr Liebesleben in der Schwangerschaft verändert, lässt sich im Voraus nicht sagen. Prinzipiell gilt, dass alles, was Ihnen gut tut natürlich erlaubt ist!
Denn gerade während der Schwangerschaft erleben viele Frauen die Liebe sogar als besonders lustvoll, da Klitoris und Vagina besser durchblutet sind und die Scheide feuchter ist.
Als Reaktion auf das Ejakulat kann es nach dem Geschlechtsverkehr zu leichten wehenähnlichen Kontraktionen der Gebärmutter kommen, die aber nicht mit vorzeitigen, geburtseinleitenden Wehen zu verwechseln sind. Und auch das Hartwerden Ihres Bauches beim Orgasmus ist völlig ungefährlich für Ihr Kleines – sehen Sie es als ein gutes Training für die Geburt!
Um den Geburtstermin herum, wenn die Gebärmutter schon wehenbereit ist, bietet sich Sex sogar als Mittel zur natürlichen Wehenstimulation an.
Es gibt nur wenige medizinische Indikationen – z.B. vorzeitige Öffnung des Muttermundes, Blutungen oder vorzeitige Wehen –, bei denen von Geschlechtsverkehr abzuraten ist. Sprechen Sie am besten offen mit Ihrer/m betreuenden Frauenärztin/arzt darüber.

23. SSW

Frage 1

Meine Gebärmutter hat sich seit meiner letzten Geburt leicht gesenkt. Sollte ich nun etwas Bestimmtes beachten?

Die Gebärmuttersenkung geht häufig mit einer Senkung der Blase und des umgebenden Gewebes einher. Dies kann unter Umständen zu einer Blasenschwäche und eventuell sogar zu leichter Harninkontinenz (unwillkürlichem Urinabgang) führen. Zudem können sich ein Druckgefühl und ein „Ziehen“ nach unten im Unterleib einstellen. Unter Umständen entstehen dabei Schwierigkeiten, den Enddarm zu entleeren.
Bei der Geburt selbst ist eine Gebärmutter- oder Beckenbodensenkung eher von Vorteil, denn ein entspannter, lockerer Beckenboden erleichtert den Geburtsvorgang enorm. Auf alle Fälle ist es äußerst wichtig, an einem Vorbereitungskurs für die Geburtteilzunehmen um Beckenbodenübungen sowie Übungen zur Förderung des Körperbewusstseins zu erlernen. Jegliche Form von Beckenbodentraining kann das tragende Gewebe soweit stärken, dass sich die Beschwerden bessern oder sogar ganz verschwinden. Das Training kann durch östrogenhaltige Vaginalzäpfchen oder Tabletten unterstützt werden.

Frage 2

Wie kann ich eine Gebärmuttersenkung bzw. Inkontinenz vorbeugen?

Um einer Beckenbodensenkung oder Inkontinenz nach der Geburt vorzubeugen, können Sie schon jetzt mit speziellen Übungen Ihren Beckenboden trainieren.
Die folgenden Übungen sollen Ihnen die Möglichkeit geben, Ihre Beckenbodenmuskulatur zu kräftigen.
Versuchen Sie beim Einatmen in den Bauch den Beckenboden zu entspannen und ihn beim Ausatmen anzuspannen. Halten Sie bei jeder Übung die Beckenbodenmuskulatur für 10 Sekunden angespannt und denken dabei an einen imaginären Urinstrahl, denSie unterbrechen oder ein Reiskorn, das Sie in sich aufsaugen möchten. Anschließend entspannen Sie wieder für 10-15 Sekunden und wiederholen jede Übung am besten 10 Mal.
Übung 1:
(Vorbereitungsübung – damit Sie wissen, wo sich der Beckenboden überhaupt befindet):
Ziehen Sie sich bequeme Kleidung an und machen es sich dann auf der Seite bequem. Am besten Sie unterstützen Ihren Kopf mit einem Kissen. Tasten Sie nun die knöchernen Begrenzungen (Schambein, Steißbein, rechter und linker Sitzbeinhöcker).
Legen Sie einen Finger auf den Damm und spannen nun die Beckenbodenmuskulatur an. Zur Kontrolle legen Sie Ihre andere Hand ans Gesäß: Hier sollten Sie keine Spannung verspüren! Versuchen Sie nun, Schambein und Steißbein einander zu nähern.

Übung 2:
Setzen Sie sich aufrecht auf einen harten Stuhl und spannen dann den Beckenboden an. Legen Sie Ihre Hand zur Kontrolle ans Gesäß – hier spüren Sie keine Spannung! Ziehen Sie bei der Ausatmung gleichzeitig den Bauch ein. Dabei entsteht eine Spannung in der Bauchmuskulatur, diese Spannung halten und weiteratmen. Machen Sie nach 3 Atemzügen eine kurze Pause, nach 6 Atemzügen können Sie den Beckenboden locker lassen.

Übung 3: Diese Übung fördert die Beweglichkeit der Wirbelsäule und des Beckens.
Nehmen Sie den Vierfüßlerstand ein, d.h. die Hände stehen unter den Schultern, die Knie unter den Hüften. Die Fußrücken liegen auf der Unterlage. Beim Ausatmen spannen Sie den Beckenboden leicht an bzw. ziehen das Schambein zur Wirbelsäule, so dass sich das Becken aufrichtet. Beim Einatmen entspannen Sie und lassen die Wirbelsäule nach unten durchhängen.

Frage 3

Ist extrem starkes Strampeln meines Babys in irgendeiner Hinsicht gefährlich?

Nein. Durch das Fruchtwasser wird Ihr Baby äußerst gut geschützt. Und auch Ihre Organe können durch die kindlichen Tritte und Stöße nicht geschädigt werden, da die Gebärmutterwand und das Fruchtwasser als schützendes Polster zwischen Ihren Organen und Ihrem Baby liegen. Wenn Sie allerdings oft unter starken Schmerzen leiden, sollten Sie sicherheitshalber Ihren Frauenarzt informieren.

Frage 4

Aus welchem Grund sollte man  in den letzten Schwangerschaftswochen nicht auf dem Rücken schlafen?

In Rückenlage drücken die wachsende Gebärmutter und das Kind auf die Vena Cava (große Hohlvene), die von Ihnen aus rechts gesehen neben der Wirbelsäule zum Herzen läuft. Hierdurch kann die mütterliche und kindliche Blutversorgung vermindert werden, was Sie beispielsweise als Schwindel verspüren können. Durch häufiges Liegen bzw. Schlafen in Rückenlage kann es durch den behinderten Blutrückfluss zum Herzen auch vermehrt zu Wassereinlagerungen in Ihrem Körper und zu Ausbildung von Krampfadern kommen.In erster Linie besteht jedoch die Gefahr einer Sauerstoffunterversorgung der Gebärmutter bzw. des Mutterkuchens und folglich des Babys. Versuchen Sie sich mit zunehmendem Schwangerschaftsalter wenn möglich meist in (Links-) Seitenlage hinzulegen – so vermeiden Sie eine Kompression der großen Hohlvene.

Tipps gegen Krampfadern

Ø      Aktivieren Sie Ihre Muskeln in den Unterschenkeln durch sporliche Betätigung wie Radfahren, Schwimmen oder Spazierengehen
Ø      Verzichten Sie auf heiße Bäder oder häufiges Saunieren
Ø      Regen Sie die Durchblutung Ihrer Beine durch kalt-warme Wechselduschen an
Ø      Fördern Die den venösen Rückstrom des Blutes durch häufigeres Hochlagern der Beine oder durch das Tragen von Thrombosestrümpfe
Ø      Vermeiden Sie enge bzw. hochhackige Schuhe und einschnürende Strümpfe
Tragen Sie Thrombosestrümpfe, wenn Sie lange stehen oder sitzen müssen z.B. auf Reisen

24. SSW

Frage 1

Bei mir hat sich ein Schwangerschaftsdiabetes entwickelt. Was passiert nach der Geburt?

Die meisten Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes zeigen nach der Entbindung sofort wieder normale Blutzuckerwerte. Dennoch sollte Sie bei Ihrem Frauen- oder Hausarzt einen Zucker-Belastungstest etwa 6 Wochen nach der Entbindung durchführen lassen.
Bei einer weiteren Schwangerschaft ist erneut mit einem Schwangerschaftsdiabetes zu rechnen. 20-40% der Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes entwickeln in den folgenden 20 Jahren einen Typ-II-Diabetes, allerdings kann der Ausbruch der Erkrankung  durch eine Ernährungsumstellung und Änderung der Lebensgewohnheiten häufig verzögert werden. Sinnvoll ist eine weitere Betreuung und ggf. Anbindung an eine diabetologische Ambulanz auch nach der Schwangerschaft.

Frage 2

Meine Plazenta sitzt vor dem inneren Muttermund – ist so überhaupt eine normale Geburt möglich?

Bei einer von 200 Schwangerschaften sitzt die Plazenta „vor dem Wege“ (= Plazenta praevia), d.h. in der unmittelbaren Nähe oder direkt vor dem inneren Muttermund.
Überdeckt der Mutterkuchen komplett den inneren Muttermund (Plazenta praevia totalis), ist einerseits aufgrund des versperrten Geburtsweges andererseits wegen einer möglicherweise lebensbedrohlichen Blutung bei Auftreten von Geburtswehen ein Kaiserschnitt notwendig.
Reicht die Plazenta nur an den Rand (Plazenta praevia marginalis) oder überdeckt den inneren Muttermund nur zum Teil (Plazenta praevia partialis), dann ist die Gefahr einer.lebensbedrohlichen Blutung bei Wehentätigkeit deutlich geringer. Dennoch kann auch hier eine Schnittentbindung nicht ausgeschlossen werden. In jedem Fall ist eine konsequente Überwachung des Verlaufs der Spätschwangerschaft  äußerst wichtig und eine Vorstellung bei Ihrem Frauenarzt bei jeder Blutung indiziert.

Frage 3

Welche Folgen hat eine Verkürzung des Gebärmutterhalses für die Geburt?

Der Gebärmutterhals hat außerhalb der Schwangerschaft eine Länge von rund zwei Zentimetern und mündet in den Muttermund. Der äußere Muttermund ist der Regel bis zur Geburt fest verschlossen. Im Verlauf der Schwangerschaft verlängert sich der Gebärmutterhals bis zu einer Länge von etwa vier Zentimetern.
Der Frauenarzt kann anhand der Ultraschalldiagnostik die Zervixlänge äußerst genau abmessen. Bei einer Verkürzung der Zervixlänge unter 2,5cm kann ein erhöhtes Risiko für eine Frühgeburt vorliegen. Dann sind Bettruhe und regelmäßige Kontrolluntersuchungen angesagt bzw. ein Krankenhausaufenthalt nötig um wehenhemmende Substanzen zu applizieren.
Nach der 34. Schwangerschaftswoche werden die Länge des Gebärmutterhalses nicht mehr gemessen und auch vorzeitige Wehen nicht mehr gehemmt. Dann darf Ihr Kind – wenn es schon will – auf die Welt kommen. 

Frage 4

Warum müssen Blasenentzündungen in der Schwangerschaft immer behandelt werden? Wie kann ich mich schützen?

Blasenentzündungen entstehen durch eine bakterielle Infektion der Harnwege. Typische Anzeichen für eine Blaseninfektion sind häufiges Wasserlassen, Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen und manchmal auch etwas Blut im Urin. Sollten Sie den Verdacht einer Blasenentzündung haben, vereinbaren Sie direkt einen Termin beim Arzt, denn eine sofortige Behandlung ist wichtig, damit die Entzündung sich nicht ausweitet.
Prinzipiell werden bei jeder Vorsorgeuntersuchung während der Schwangerschaft die Anzahl weißer Blutkörperchen (Leukozyten) sowie die Eiweiß und Nitrit-Werte im Urin kontrolliert. Besonders im der zweiten Schwangerschaftsdrittel wird bei dieser Untersuchung häufig eine erhöhte Bakterienanzahl im Harn (Bakteriurie) diagnostiziert. Hierfür können mehrere Ursachen verantwortlich sein: Der veränderte Säuregrad (pH-Wert) des Urins während der Schwangerschaft sowie die Harnwegs-Einengung aufgrund der Größenzunahme der Gebärmutter, die eine ungehinderte Bakterienvermehrung zur Folge haben können.
Dies kann schließlich in frühzeitigen Wehen oder in einer schweren Nierenbeckenentzündung (Schwangerschaftspyelonephritis) mit weiteren Komplikationen münden – daher ist es sinnvoll, jeglichen Harnwegsinfekt mit Antibiotika zu therapieren.
Zur Vorbeugung von Harnwegsinfekten ist es ratsam, ausreichend – am besten Wasser oder Sprudel - zu trinken