Ratgeber Brustkrebs:

Wie Brustkrebs entsteht

Aus einer einzigen veränderten Zelle wächst eine Geschwulst heran -
erst langsam, dann immer schneller.

Unter Krebs verstehen Mediziner eine bösartige Erkrankung, bei der sich veränderte Zellen unkontrolliert und aggressiv vermehren. Ausgangspunkt ist immer eine ursprünglich normale Körperzelle, die sich in eine Krebszelle umwandelt. Wie bei anderen Krebserkrankungen, ist auch die Entstehung von Brustkrebs ein komplizierter Vorgang, der noch nicht vollständig entschlüsselt ist.

Fehler im genetischen Bauplan

Die Arbeitsanweisungen aller Zellen sind im Erbmaterial verankert, das sich in unseren 23 Chromosomenpaaren befindet. Der Bauplan, auch als genetischer Code bezeichnet, ist auf einem langen Molekül gespeichert, der Desoxyribonukleinsäure oder englisch abgekürzt DNA. Wird ein Abschnitt der Erbinformation, also ein Gen, geschädigt, können Fehler beim Ablesen der Erbinformation auftreten. Solche Schädigungen der DNA werden als Mutationen bezeichnet.

Für die Entstehung von Brustkrebs sind vor allem Fehler im Bereich von Genen bedeutsam, die eine unkontrollierte Teilung der Zellen auslösen.

Wie Brustkrebs wächst und sich ausbreitet

Ist erst einmal eine Krebszelle entstanden, kommen weitere Vorgänge zum Tragen, damit aus der einzelnen bösartigen Zelle eine bösartige Geschwulst heranwächst. So regen spezielle Wachstumsfaktoren die Vermehrung der Krebszellen weiter an. Auch schafft sich der Tumor eine eigene Blutversorgung, da er aufgrund seines großen Nährstoffbedarfs sonst "verdursten" würde. Dieser Vorgang wird als Angiogenese bezeichnet. Schließlich bilden Krebszellen Eiweißstoffe, die es ihnen erlauben, umgebendes Gewebe anzugreifen, zu "durchlöchern", und sich somit im Brustgewebe weiter auszubreiten.

Die Rolle der Umwelt

Krebsauslösende Mutationen können ohne Einwirkung von außen entstehen, aber auch durch Einflüsse aus der Umwelt bedingt sein. Hier stehen aggressive Substanzen im Blickfeld der Forschung, die so genannten "freien Radikale". Normalerweise werden sie vom Körper selbst unschädlich gemacht, manchmal entwischen freie Radikale jedoch dieser Kontrolle. Umwelteinflüsse wie Tabakrauch, UV-Licht oder Chemikalien fördern die Entstehung von freien Radikalen und erhöhen damit die Wahrscheinlichkeit des Auftretens krebsauslösender Mutationen.