Qualitätsmanagement in der Geburtshilfe

Konferenzen
Qualitätssicherung

Um Ihnen die gewohnte Qualität unserer Klinik bieten zu können, finden regelmäßige Qualitätszirkel und monatliche perinatologische Konferenzen statt.
Weitere Betreuungsangebote für Patientinnen: Psychologische Betreuung, psychosomatische Fachbetreuung, Sozialdienst, Rehabilitationsberatung, ev. und kath. Seelsorge in der Kapelle der Frauenklinik.

Konferenz

Ort/Termin

PERINATALKONFERENZ
Ärzte der Frauenklinik,
der Abteilung Neonatologie der Kinderklinik,
des Pathologischen Institutes
und der Abteilung für Medizinische Genetik der Universität
Ansprechpartner: Dr. H. Abele
(Tel.: 07071/29-82228)

Letzter Donnerstag im Monat
15:45 - 16:30 h
Großer Hörsaal Univ.-Frauenklinik
22.02., 29.03., 26.04., 24.05., 28.06., 26.07., 30.08., 27.09., 25.10., 29.11., 20.12.2007

Fetal - Board
Ansprechpartner: Dr. I. Tekesin
(Tel: 07071-29 84807)

Die ersten drei Donnerstage im Monat
16:00 - 16:30 Uhr
Kleiner Hörsaal , Ebene 6
Entfällt, wenn Perinatalkonferenz stattfindet

 

 

Qualitätssicherung in der Perinatologie

Jedes Jahr kommen in Deutschland rund 48.000 Babys zu früh auf die Welt - jedes 16. Kind ist eine Frühgeburt. Vor allem für die kleinsten unter ihnen, die mehr als 11 Wochen zu früh kommen und dann oft weniger als 1 kg wiegen, bedeutet dies einen wochenlangen Krankenhausaufenthalt; etwa ein Viertel dieser Kinder versterben oder tragen Spätfolgen davon. Da gerade Frühchen eine wesentlich intensivere Versorgung benötigen als Neugeborene ohne Risiko, hat der Gemeinsame Bundesausschuß (GBA) in diesem Jahr verbindliche Mindestanforderungen für Kliniken formuliert und damit brisante Diskussionen provoziert. Das Perinatalzentrum Tübingen erfüllt die Anforderungen der Fachgeslleschaften und des GBA vorbildlich und hat seit nunmehr einem Jahr alle Prozesse des Zentrums in ein Qualitätssicherungssystem eingebunden. Ende 2005 wurde das Perinatalzentrum Tübingen nach ISO 9001:2000 zertifiziert.

Mit dem Inkrafttreten der "Vereinbarung über Maßnahmen zur Qualitätssicherung in der Versorgung von Früh- und Neugeborenen" am 1.01.2006 hat der Gemeinsame Bundesausschuss für Unruhe gesorgt. Perinatalzentren sind deutschlandweit darum bemüht zu klären, welchem Level sie entsprechen. Die bundesweite Einstufung ?-entsprechend den Vorgaben des GBA - setzt besondere strukturelle Gegebenheiten (baulich, personell und apparativ) voraus. Die Forderungen des Gemeinsamen Bundesausschusses können jedoch nur ein erster Anstoß sein, über die Qualität in der Perinatologie nachzudenken. Neben den nicht unerheblichen Kosten gilt es zu überlegen, welches Verfahren eine Überprüfung der qualitätsrelevanten Prozesse und Strukturen in den Zentren nach außen und nach innen erlaubt, um so transparent Qualität bei der Versorgung abbilden zu können. Lösungsansätze könnten in perinatalen interdisziplinären Netzwerkbildungen liegen, in denen Entbindung und initiale stationäre Behandlung im Zentrum, die anschließende Weiterbehandlung bis zur Entlassung dagegen wohnortnah erfolgen, wobei die in erster Linie betreuenden niedergelassenen Kollegen, Perinatalzentrum und wohnortnahe Klinik ihre Struktur- und Prozessqualität entsprechend ihres jeweiligen Behandlungsauftrags qualitätsgesichert aufeinander abstimmen. Sicherung der Qualität fordert die konsequente Etablierung eines Qualitätsmanagementsystems, für das sich beispielhaft an den Brustzentren demonstriert, die ISO 9001:2000 in mehrfacher Hinsicht eignet. Hohe Qualität und flächendeckende Versorgung lassen sich letztlich jedoch nur dann erzielen, wenn es gelingt, alle an der Versorgung dieser Hochrisikokinder und ihrer Mütter Beteiligten untereinander zu vernetzen und fest in dieses Qualitätskonzept einzubinden. Gerade in der Versorgung von Hochrisikoschwangeren müssen bei allen Erwägungen Mutter und Kind stets im Mittelpunkt stehen. Insbesondere stellt sich die Frage, welchen Wert alleinige Perinatalstatistiken haben, die zwar das »fetal outcome« messen, aber keinerlei Aussage über die jeweilige kindliche Morbidität in der Folge zulassen. Denn die fehlende Kopplung an den weiteren kindlichen Entwicklungs- bzw. Krankheitsverlauf bzw. die nichtvorhandene Verknüpfung mit weiterführenden neonatalen Statistiken stellt derzeit ein ungelöstes Problem dar.





Bessere Überlebenschancen von Frühchen dank neuer Qualitätsstandards der Perinatalzentren

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