Modernste Therapie bei unerfülltem Kinderwunsch

Sind nach einer ausgewogenen Diagnostik, einem ausführlichen Beratungsgespräch mit dem Paar über ihren unerfüllten Kinderwunsch und/oder Vortherapien die Indikation zu einer so genannten künstlichen Befruchtung gestellt worden, so wird diese entweder als In-vitro-Fertilisation (IVF) oder als Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) durchgeführt.

Bei der IVF-Therapie werden die gewonnen Eizellen im Labor mit dem aufbereiteten Ejakulat (männlicher Samen) zusammengebracht und in den Brutschrank gegeben. Demgegenüber wird bei einer ICSI-Therapie jeweils ein Spermium in je eine Eizelle eingebracht. Beide Methoden können dabei helfen, den Kinderwunsch zu verwirklichen. 

  • Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI)

Im Unterschied zur IVF-Therapie wird die Intra Cytoplasmatische Spermien Injektion vor allem bei sehr schlechten Spermiogrammen und bei Ausbleiben der Befruchtung in der IVF vorgenommen. Stimulation und Eizellgewinnung verlaufen identisch zur IVF-Therapie.

Im Unterschied zur IVF befruchten die Spermien die Eizellen jedoch nicht auf natürlichem Weg. Vielmehr erfolgt unter dem Mikroskop eine Selektion der gut beweglichen und normal geformten Spermien, die dann mit einer sehr feinen Nadel direkt in die Eizellen eingebracht werden.

Kommt es zu einer Befruchtung was in ca. 80% der Fälle gelingt, werden die befruchteten Eizellen 2-3 Tage nach Befruchtung in die Gebärmutter zurückgesetzt. Die Erfolgsraten sind identisch zur IVF.

ICSI mit direkt aus den Hoden gewonnen Spermien

Eine sog. Probeentnahme aus den Hoden, bei der ein sehr kleines Stück Hodengewebe in Allgemeinnarkose oder örtlicher Betäubung entnommen wird, ist notwendig, wenn sich keine Spermien im Ejakulat finden lassen. Der weitere Verlauf ist identisch zur ICSI (s.o.).

  • In-vitro-Fertilisation (IVF)

Seit der Geburt des ersten Kindes mittels der sog. In-vitro-Fertilisation (Reagenzglasbefruchtung) im Jahre 1972 hat diese Technik weltweite Verbreitung gefunden und bisher vielen Paaren ihren Kinderwunsch erfüllt. Mögliche Gründe, diese Technik einsetzen zu müssen, bestehen vor allem bei Verschluss der Eileiter, schlechtem Spermiogramm, oder Versagen anderer weniger aufwendiger Therapien (s.o.). Im Einzelfall werden unterschiedliche sog. Stimulationsprotokolle angewendet, deren Ziel die Ausschaltung des körpereigenen Zyklus zugunsten eines durch künstliche Hormone kontrollierten Zyklus ist.

Die künstlichen Hormone sind den körpereigenen nachempfunden und entsprechen in der Wirkung diesen. Im Unterschied ist die Dosierung jedoch wesentlich höher, als in einem natürlichen Zyklus. Vorteil ist das Heranwachsen mehrerer Eizellen in einem Zyklus. Im statistischen Mittel können etwa 8 Eizellen reifen.

Der Zyklus wird mittels Ultraschall und Hormonblutentnahmen überwacht. Bei einer Eibläschengröße von im Mittel 20 mm erfolgt die Punktion der Eibläschen mittels einer ca. 30 cm langen Nadel über die Scheide in Vollnarkose oder leichter Allgemeinnarkose. Der Eingriff wird ambulant vorgenommen. Die gewonnen Eizellen werden noch am selben Tag mit den auf natürlichem Weg gewonnenen Spermien "im Reagenzglas" zusammen gebracht und für 2-3 Tage im Brutschrank aufbewahrt. Die Spermien befruchten die Eizellen also wie auch bei einer natürlichen Befruchtung, indem sie selbsttätig in die Eizellen eindringen.

Kommt es zur Befruchtung, was in ca. 50-60% der Fälle gelingt, können die befruchteten Eizellen mit einem dünnen Katheter über die Scheide in die Gebärmutter zurückgesetzt werden. Die Erfolgsraten liegen altersabhängig bei max. 30%.