Die Eierstöcke sind die weiblichen, paarigen Fortpflanzungsorgane, die sich im kleinen Becken seitlich der Gebärmutter befinden. Sie sind etwa 3 x 3 x 5 cm groß und wiegen 7-10 g. In den Eierstöcken erfolgt pro Zyklus die Heranreifung in der Regel von einer Eizelle, die durch den Eisprung aus dem Eierstock freigesetzt wird und über den Eileiter in die Gebärmutter gelangt. Desweiteren findet in den Ovarien die Hormonproduktion der weiblichen Sexualhormone, insbesondere Östrogen und Progesteron, statt. Mit zunehmendem Alter nehmen Größe und Funktion der Eierstöcke ab.
Eierstockkrebs entwickelt sich aus den Zellen des Eierstocks. Die unkontrollierte Zellteilungsfähigkeit der Krebszellen führt zur Bildung einer Geschwulst, bzw. einem Tumor. Da im Eierstock verschiedene Zelltypen vorhanden sind, aus denen Krebs entstehen kann, existieren auch mehrere feingewebliche (histologische) Typen eines bösartigen Eierstocktumors.
Der häufigste Typ des Eierstockkrebses ist das epitheliale Karzinom.
Durch infiltratives Wachstum über die bestehenden Grenzen der Organe hinweg kann der Tumor auf andere Gewebe und Organe übergreifen. In der Mehrzahl der Fälle bildet das Ovarialkarzinom Fernabsiedlungen im Bauchfell (Peritoneum), in Lymphknoten und im Darm. Ein charakteristisches Merkmal für den Tumorbefall des Peritoneums durch sogenannte Metastasen ist die Entwicklung eines Aszites, eine Wasseransammlung im Bauch.
Der Eierstockkrebs zeigt meist einen sehr ungünstigen Verlauf beginnend mit eher unspezifischen Beschwerden. Erst bei entsprechender Größe verursacht der Tumor durch Druck auf die Nachbarorgane Beschwerden, wie z.B. Schmerzen im Unterbauch oder Verdauungsprobleme. Auch kann er durch Produktion von Bauchwasser (Aszites), d.h. Zunahme des Bauchumfangs, oder zunehmende körperliche Schwäche und Gewichtsverlust auffallen.
Die Prognose des bösartigen Tumors der Eierstöcke korreliert primär mit dem Tumorstadium zum Zeitpunkt der Diagnose. Die Fünfjahres-Überlebensrate liegt bei Stadium I bei 80-90%, im Stadium II bei 50-60%. Aufgrund fehlender Vorsorge- und Früherkennungsmöglichkeiten sowie fehlender Frühsymptome weisen jedoch mindestens 75% der Patientinnen zum Zeitpunkt ihrer Diagnose bereits ein fortgeschrittenes Tumorstadium (Stadium III, IV) auf.