Wirkung |
Die Wirkung der Strahlentherapie beruht darauf, dass Strahlen Zellen und ihre Zellkerne schädigen. Die zum Töten von Tumorzellen notwendige Gesamtdosis der Strahlen wir auf mehrere kleine Einzeldosen aufgeteilt, um gesundes Gewebe möglichst zu schonen. | Wann ist eine Strahlentherapie sinnvoll? |
Bei brusterhaltenden Operationen
Nach Brusterhaltender Therapie erhielten 2005 in Tübingen mehr als 95% der betroffenen Frauen eine Bestrahlung der Restbrust.
Nach radikaler Brustoperation wurden ca. 40 % der Patientinnen noch nachbestrahlt. Insgesamt wurden im Jahr 2005 mehr als 400 Brustpatientinnen bestrahlt. |
Wie läuft die Strahlentherapie ab? |
In der Regel wird drei bis vier Wochen nach der Operation mit der Strahlentherapie in der Ihrem Einzugsgebiet entsprechenden Strahlenklinik begonnen. Sie findet meist ambulant statt, da die Bestrahlung meist nur wenige Sekunden bis Minuten dauert. Die Strahlentherapie muss mit großem Aufwand und präzise geplant werden. Dazu erhalten Sie zunächst vor der ersten Strahlentherapie eine Computertomografie Ihrer Tumorregion als Grundlage für eine dreidimensionale Einzeichung des Tumors. Danach wird ein Bestrahlungsplan entworfen, der eine möglichst hohe Strahlendosis am Tumor konzentriert und gleichzeitig das umliegende Gewebe weitestgehend schont. Jede Patientin erhält so eine optimierte, aus Sie individuell zugeschnittene Bestrahlungstechnik. |
Nebenwirkungen |
Die Strahlenbehandlung wird meist gut vertragen. Dennoch kann es beispielsweise zu Hautreizungen (trockene Schuppung, Rötung,?) im bestrahlten Gebiet kommen, oder in seltenen Fällen zu Lungenentzündung oder Herzschäden. Folge einer Bestrahlung der Achsellymphknoten können Schädigung von Nerven und Lymphbahnen im betroffenen Arm sein. Auch mit Müdigkeit, Kopfschmerzen, Abwehrschwäche und Depressionen müssen Sie rechnen.Die auftretenden Nebenwirkungen gehen in der Regel drei Monate nach Ende der Strahlentherapie zurück. |
Die bestrahlte Haut ist gegenüber mechanischen Reizen empfindlich und darf ab der ersten Bestrahlung bis drei Wochen nach Ende der Behandlung nicht mechanisch beansprucht werden. Deshalb sollten Sie örtlich Folgendes vermeiden:hautreizende Seifen, Kratzen, Bürsten, Frottieren, Anwendung von Alkohol, Benzin, Äther, Kölnisch Wasser, Deospray, hautreizende Pflaster, (Rheuma-) Einreibemittel, Wärmebehandlung (warme und heiße Umschläge, Infrarotbestrahlung oder Höhensonne) sowie beengende und scheuernde Kleidungsstücke (vor allem aus Kunstfasern). Ersetzen Sie schmale Träger von Büstenhaltern durch breite und polstern Sie die Auflagestellen mit Watte.Bei intakter Haut sind keine speziellen Pflegemaßnahmen notwendig. Bei Auftreten von trockener und/oder juckender und/oder geröteter Haut benutzen Sie eine kühlende, rückfettende Creme. Bei trockener Schuppung der Haut verwenden Sie eine Dexpanthenol-haltige Salbe zur Rückfettung, die täglich zwei- bis dreimal dünn aufgetragen wird. Alternativ dazu können Sie die Haut täglich zwei- bis dreimal mit einem schmerzlindernden, hautschonenden und entzündungshemmenden Puder, am besten Babypuder, behandeln. Waschen Sie sich während der Bestrahlung bis zum völligen Abklingen der Hautreaktionen nur mit lauwarmen Wasser und einer pH-neutralen Waschlotion, ohne dabei die Einzeichnungen auf der Haut abzuwischen.
Unsichtbare Helfer: die Strahlentherapie
?Bestrahlung?: Da tauchen in vielen Köpfen Bilder verstrahlter, verbrannter Menschen nach dem Atombombenabwurf über Hiroshima und Nagasaki auf. Oder man denkt an den Reaktorunfall in Tschernobyl. ?Strahlende? Wiesen, tickende Geigerzähler, missgebildete Kinder.
Und nun steht Ihnen eine ?Bestrahlung? bevor und Sie fürchten sich vor der unsichtbaren Gefahr. Aber Sie sollten wissen: Die Strahlen, die in der Medizin verwendet werden, lassen sich exakt berechnen, steuern und dosieren. Unerwünschte Wirkungen kann man so auf ein Minimum reduzieren. Ziel einer Bestrahlung der Brust ist es, eventuell noch vorhandene Tumorzellen in der Brust oder im Narbenbereich zu zerstören, damit nicht wieder ein Tumor in der Brust wächst.
Wie wirken die Strahlen?
Ziel einer Strahlentherapie ist das Abtöten von Krebszellen, die sich nach einer Operation noch im Brustgewebe oder den angrenzenden Lymphknoten befinden. Photonenstrahlen werden für tief sitzende Regionen verwendet, Elektronen-Strahlen für hautnah gelegene Ziele. Die Strahlen wirken jedoch nicht nur auf die Krebszellen, bzw. deren Erbsubstanz, schädigend ein, sondern auch auf das umliegende gesunde Gewebe. Um dieses möglichst zu schonen, wird die notwendige Gesamtdosis der Strahlen auf mehrere kleinere Einzeldosen aufgeteilt.
Die Zeit zwischen den einzelnen Bestrahlungen können gesunde Zellen nutzen, um sich zu regenerieren und aufgetretene Schäden zu reparieren. Bei Krebszellen ist diese Reparaturfähigkeit weniger ausgeprägt.
Wem hilft eine Strahlentherapie?
Zum Einsatz kommen die hilfreichen Strahlen bei Frauen nach einer Brust erhaltenden Operation ? in diesem Fall sind sie Pflicht -, aber auch bei einigen Patientinnen nach Brustentfernung sowie zur Behandlung von Metastasen und bei Schmerzen.
Wann werden Lymphknoten bestrahlt?
Manchmal werden zusätzlich Lymphknoten und ?bahnen in der Achselhöhle oder unterhalb des Schlüsselbeins bestrahlt. Im frühen Erkrankungsstadium ist eine Lymphknotenbestrahlung meist nicht nötig. Eine Bestrahlung von Lymphknoten kommt unter folgendenden Voraussetzungen in Frage:
| Ort der Lymphknoten, die bestrahlt werden sollen | Voraussetzung für Bestrahlung |
| Lymphknoten in der Nähe des Brustbeins | Mehr als drei Lymphknoten in der Achselhöhle sind befallen oder der Tumor sitzt im Zentrum der Brust oder in den beiden inneren Vierteln (Quadranten). |
| Lymphknoten unter dem seitlichen Rand des Brustbeins (parasternale/ Mammaria-interna-Lymphknoten) | Lymphknoten in diesem Bereich sind vergrößert. |
| Lymphknoten nahe dem Schlüsselbein | Der Tumor ist in diesen Bereich vorgedrungen. |
| Alle Lymphknoten in der Abflussbahn der Brust | Krebszellen finden sich in den Lymphgefäßen oder in den Blutgefäßen. |
| Achselhöhle | Eine Operation wäre notwendig gewesen, war aber nicht möglich. |
Wie läuft die Bestrahlung ab?
Wenn die Wunde der Brustoperation nach ca. 3-4 Wochen vollständig verheilt ist, kann man mit der Strahlentherapie beginnen. Diese ist meist ambulant möglich. Bestrahlt wird über einen Zeitraum von fünf bis sechs Wochen, und zwar täglich, außer an Wochenenden und an Feiertagen, für jeweils wenige Sekunden bis Minuten.
Sind sowohl Strahlen- als auch Chemotherapie geplant, ist die so genannte Sandwich-Therapie sinnvoll: Man beginnt mit der medikamentösen Therapie, bestrahlt danach und wendet am Ende noch einmal Medikamente an. Die zeitgleich durchgeführte Strahlen- und Chemotherapie wird nicht empfohlen, eine gleichzeitige Einnahme von Anthrazyklinen (siehe Chemotherapie) sollte vermieden werden.
Die Bestrahlung wird mit Hilfe einer Computertomografie individuell geplant, die den Körperbau der Patientin und den exakten Zielbereich sichtbar macht. Dann errechnet ein Computer die notwendige Gesamtdosis der Bestrahlung (zwischen 45 und 55 Gy) und die Dosisverteilung sowie die genaue Lenkung der Strahlen.
Die Strahlendosis pro Behandlungstag muss 1,8 bis 2 Gy betragen. Nach Brust erhaltenden Operationen, besonders bei großen Brüsten, wählt der Arzt eine geringere Tagesdosis. Dafür muss die Patientin ein paar Tage länger zur Bestrahlung kommen. Dadurch wird das Aussehen der Brust besser erhalten.
Am ersten Tag der Strahlenbehandlung markiert der Arzt auf der Brust das zu bestrahlende Feld ? diese Markierung dürfen Sie nicht abwaschen. Die Brust wird zuerst seitlich, danach von vorn bestrahlt, danach seitlich von hinten. Damit nichts ?verwackeln? kann, werden Sie in Rücken- oder Schräglage ?fixiert?. Die Strahlenquelle hat keinen Hautkontakt.
Die Strahlendosis wird möglichst gleichmäßig über die Brust verteilt, benachbarte Organe wie Lungen oder Herz werden, so gut es geht, geschont. Die Bestrahlung dauert wenige Sekunden bis Minuten und wird nach Plan über einen bestimmten Zeitraum (fast) täglich wiederholt.
Boost-Bestrahlung
Die Boost-Bestrahlung, ist eine ein- oder mehrmalige zusätzliche Bestrahlung mit einer um 10 Gy erhöhten Dosis auf den Bezirk, an dem sich der Tumor befand. Sie wird vor allem eingesetzt:
Brachytherapie
Das Prinzip der Brachytherapie (brachy=kurz) besteht darin, dass die Strahlen direkt, also auf dem kürzesten Weg, auf die Zielregion einwirken können. Man erreicht dies, indem man während einer Kurznarkose kleine Plastikschläuche so weit ins Brustgewebe schiebt, bis sie den Tumorsitz erreichen. Radioaktives Material wird in die Schläuche eingebracht und verbleibt dort für ein paar Tage. Diese Art der Therapie kann auch bei Metastasen sinnvoll sein. Ein Vorteil der Methode gegenüber der Boost-Bestrahlung ist das bessere optische Ergebnis, weil die Haut kaum belastet wird und bei größeren Brüsten eine genauere Platzierung möglich ist als mit einer äußeren Strahlenquelle.
Gefahren und unerwünschte Wirkungen
Die Strahlenbehandlung wird meist gut vertragen. Dennoch kann es beispielsweise zu Hautreizungen im bestrahlten Gebiet kommen, oder in seltenen Fällen zu Lungenentzündung oder Herzschäden. Folge einer Bestrahlung der Achsellymphknoten können Schädigung von Nerven und Lymphbahnen im betroffenen Arm sein. Müdigkeit, Kopfschmerzen, eine Abwehrschwäche und Depressionen können vorkommen. Nach einem Brustaufbau kann sich das Aussehen der neuen Brust durch die Strahlenbehandlung verschlechtern. Was Sie im Einzelnen gegen auftretende Beschwerden tun können, erfahren Sie in Kapitel 13.