Ratgeber Jugendgynäkologie

Geschlechtskrankheiten

Sexuell übertragbare Krankheiten, also Geschlechtskrankheiten, sind Infektionskrankheiten wie andere auch, die meisten von ihnen sind heilbar. Gefährlich wird es aber, wenn eine Geschlechtskrankheit und deren Ansteckung nicht beachtet, verschwiegen und nicht behandelt wird. Sie werden durch sexuelle Kontakte vor allem beim Austausch von Körperflüssigkeiten, die Krankheitserreger enthalten, aber auch durch Kontakt mit krankheitsbedingten Hautveränderungen (z.B. Bläschen, Geschwüre) verbreitet. Grundsätzlich kann jeder von uns Geschlechtskrankheiten bekommen.

Es gibt einige Hinweise, die auf eine mögliche Ansteckung hinweisen:
- Brennen beim Wasserlassen
- Veränderter, auffälliger Ausfluss aus Scheide oder Glied
- Juckreiz, Schmerzen oder Hautveränderungen am Scheideneingang, an der Scheide, am Glied oder After
- Schmerzen im Genitalbereich oder im Unterbauch, Schmerzen beim Verkehr
- Veränderungen im Mund und Rachen oder am Enddarm nach Oral- oder Analverkehr

Achte auf kleine Warnsignale, ebenso wie Dein Partner! Einige Infektionen machen zunächst kaum oder überhaupt keine Beschwerden, aber auch dann kannst Du andere anstecken und die Erkrankung kann sich bei Dir weiterentwickeln. Eine sexuell übertragene Infektion kannst Du nicht selbst heilen. Wenn Du Dir unsicher bist, ob eine Ansteckung mit einer Geschlechtskrankheit erfolgt ist, dann wende Dich am besten an Deine Frauenärztin/ Deinen Frauenarzt, Dein Freund sollte zu einem Hautarzt oder Urologen gehen.

Wie kann ich mich am besten schützen?
Am besten schützen kann man sich durch so genannten Safer Sex (engl. Für sichererer Sex). Dabei gelangen Sperma, Scheidenflüssigkeit und Blut nicht in den Körper der Partnerin oder des Partners. Erreicht werden kann dies dadurch, dass Kondome, Latex- oder Lecktücher für die Scheide benutzt werden, Kontakt der Mundschleimhaut mit potentiell infektiösen Körperflüssigkeiten sowie jeglicher Kontakt mit krankheitsbedingten Hautveränderungen vermieden wird. Auch Sauberkeit und Kleidung haben etwas mit sexuell übertragbaren Erkrankungen zu tun. Scheidenspülungen und Intimsprays können den ausgeglichenen Bakterienhaushalt der Scheide schädigen. Die Scheide trocknet aus, Krankheitserreger können leichter eindringen. Kleidung sollte atmungsaktiv sein, damit sich keine Feuchtigkeit im Intimbereich staut, die vielen Keimen eine angenehme Umgebung verschafft.
Die hier beschriebenen Infektionen stellen natürlich nur einen kleinen Ausschnitt der möglichen Infektionen dar. Solltest Du also vermehrten oder veränderten Ausfluss oder andere Beschwerden haben, zögere nicht Dich von Deinem Frauenarzt/ Deiner Frauenärztin untersuchen zu lassen.