Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)

Beschwerden und Symptome

Als wichtigste Ursache des Gebärmutterhalskrebses wurde während der letzten 50 Jahre in einer beispiellosen onkologischen Forschungsleistung eine Infektion mit bestimmten Arten des Humanen Papillomavirus (HPV) identifiziert.

Beschwerden des klinisch auffälligen des Gebärmutterhalskrebses sind Spätsymptome: Kontaktblutung nach Geschlechtsverkehr, unklare „Zyklusstörungen“, blutiger Urin, fleischwasserfarbener oder blutiger Ausfluss, Unterbauchschmerzen oder Gewichtsabnahme.

Dies alles sind aber keine typischen Frühsymptome, daher sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt zu empfehlen

Diagnose

Im Idealfall erfolgt die Diagnose eines Gebärmutterhalskrebs, d.h. eines Zervixkarzinoms (bzw. der Vorstufen) im Rahmen der überaus wichtigen Diagnostikkette:
Zytologie – Kolposkopie – Histologie.

Für die Beurteilung krankhafter Veränderungen im kleinen Becken wird die Ultraschalluntersuchung durch die Scheide (Vaginalsonographie) verwendet.

Für die Beurteilung des Oberbauches werden am ZGynO Tübingen die Ultraschalluntersuchung, die Computertomographie und die Magnetresonanztomographie angewendet.

Vor der Operation bei Gebärmutterhalskrebs werden im Diagnoseverlauf Blutbestimmungen (Blutbild, Elektrolyte, Gerinnung und Tumormarker SCC), ein EKG sowie eine Röntgenuntersuchung der Lunge durchgeführt.

Behandlung und Operation

Therapieoption des frühen Gebärmutterhalskrebses bei Frauen mit Wunsch nach Fertilitätserhalt

Die vaginale radikale Trachelektomie (die Entfernung des Gebärmutterhalses), gemeinsam mit der laparoskopischen Lymphonodektomie, ermöglicht als Behandlungsmethode eine radikale Entfernung des bösartigen Tumors unter Erhalt der Gebärmutter bei gleichwertiger onkologischer Sicherheit. Laparoskopische Operation (Operation per Bauchspiegelung).

Bei Gebärmutterhalskrebs im frühen Stadium ist eine laparoskopische Operation in spezialisierten Zentren mit erfahrenen Operateuren möglich. Hierbei werden die Lymphknoten im Beckenbereich sowie die Lymphknoten entlang der großen Bauchgefäße und die Eierstöcke per Bauchspiegelung entfernt. Anschließend wird die Gebärmutter mit ihren Aufhängebändern sowie einer Scheidenmanschette laparoskopisch abgesetzt und schließlich durch die Scheide entfernt.

Operation bei fortgeschrittener Erkrankung

Bei fortgeschrittener Erkrankung ist als Behandlungsvariante die Entfernung der Gebärmutter in jedem Fall erforderlich. Diese Operation erfolgt über einen Bauchschnitt. Neben der Gebärmutterentfernung ist die Lymphknotenentfernung ein wichtiger Bestandteil der Operationen. Falls sich die Erkrankung in einem fortgeschrittenen Stadium befindet, kann es erforderlich sein, den geplanten Eingriff zu erweitern (z.B. Entfernung von erkrankten Organen ggf. sogar mit künstlicher Ableitung des Harns oder Anlage eines künstlichen Darmausganges).

Trotz genauer Voruntersuchungen lässt sich diese Entscheidung manchmal erst während des Eingriffes treffen. Prinzipiell wird bei der Operation so viel Gewebe wie möglich erhalten.

Untersuchung des(r) Wächterlymphknoten(s)

Um die Ausräumung aller Beckenlymphknoten und hohen Lymphknoten zu vermeiden, kann seit neuestem in vielen Fällen zunächst derjenige Lymphknoten, der dem Tumor am nächsten liegt (Wächterlymphknoten oder „Sentinel“ Lymphknoten), vor der Operation markiert werden. Die Wächterlymphknoten können dann während der Operation erkannt werden.

Radio-Chemotherapie

Wenn eine Operation nicht möglich ist, wird eine sog. primäre Radiochemotherapie durchgeführt, ggfs. wird diese auch nach erfolgter Operation bei Vorliegen von bestimmten Risikofaktoren notwendig.

Die Strahlentherapie dauert sechs bis acht Wochen, sie wird begleitet von einer wöchentlichen Chemotherapie. In vielen Fällen erfolgt im Anschluss an die primäre Radio-Chemotherapie die operative Therapie.

Rückfall (Rezidiv) - wenn der Gebärmutterhalskrebs wiederkommt

Bei einem Rückfall des Gebärmutterhalskrebses kommt die erneute Operation, Bestrahlung oder eine medikamentöse Therapie in Betracht.

Am ZGynO Tübingen wird die Indikation zu einer Operation in einem erfahrenen, interdisziplinären Ärzteteam gemeinsam mit der Patientin abgeklärt.