- Charakterisierung und Induktion bzw. Verbesserung immunologischer Reaktionen gegen gynäkologische Tumore, insbesondere gegen das Mammakarzinom (MaCa).
Die hierfür verwendeten Strategien basieren auf den molekularen Zusammenhängen, die der effektiven Stimulation spezifischer T-Lymphozyten zu Grunde liegen. Tumore provozieren direkt selten Abwehrreaktionen und können immunologische Toleranz induzieren, da sie die kostimulatorischen Eigenschaften professioneller Antigen-präsentierender Zellen (APC) nicht aufweisen. Die Übertragung dieser Eigenschaften in Form kostimulatorischer Liganden mit Techniken des somatischen Gentransfers ist ein Konzept, die Immunogenität von Tumorzellen zu steigern. Mit Tumorvarianten, die unterschiedliche kostimulatorische Moleküle ausprägen, werden Kenntnisse über deren Funktionen und Zusammenspiel in der Aktivierung spezifischer T-Zellen gewonnen. Modifizierte Tumorzellvarianten werden zudem für die Generierung und Expansion antigenspezifischer T-Zellen in vitro herangezogen, so dass mit deren Hilfe die Definition der entsprechenden Zielstrukturen verfolgt werden kann. Diese sollen auch in einer Impfsituation durch Dendritische Zellen (DC) präsentiert werden, so dass Protokolle zur DC-Reifung unter besonderer Berücksichtigung für deren klinischen Einsatz optimiert wurden.
- Weitere Arbeiten befassten sich mit immunologischen Regulationsprinzipien bzgl. CD80 und CD86 im Zusammenspiel mit den Zytokinen IL-2, IL-7 und IL-12, der Entwicklung bispezifischer therapeutischer Antikörper und der Rolle der CD40-Expression von Tumoren auf die Induktion von T-Zellanergie und Chemosensitivität.
Basierend auf unseren präklinischen Untersuchungen wurden klinische Prüfungen zur therapeutischen Vakzinierung von MaCa-Patientinnen entwickelt, die aktuell durchgeführt werden. Dabei kommen genetisch modifizierte MaCa-Zellinien oder DC, die mit Tumorantigenen beladen wurden, zum Einsatz. Um Informationen über den ?Status? des Immunsystems eines Krebspatienten und möglicherweise vakzineinduzierte Immunreaktionen zu erhalten, werden Nachweismethoden zur Charakterisierung und Quantifizierung MaCa-spezifischer Immunantworten entwickelt und eingesetzt.
Kontaktadresse
Labor: Verfügungsgebäude der Universität Tübingen, Auf der Morgenstelle 15, 72076 Tübingen
Tel: 07071-29-7762
Fax: 07071-29-5653
E-Mail: brigitte.gueckel@uni-tuebingen.de
Mehr Infos zur Arbeitsgruppe Immunologie um Dr. rer. nat. Brigitte Gückel
- Expressionsanalyse verschiedener Progressionsstufen des Mammakarzinoms auf Transkriptom- und Proteom-Ebene.
Als Kerntechnologien wird die Isolierung von Zellen mittels Lasermikrodissektion, die Microarrayanalyse mit der Oligonukleotidarray-Plattform von Affymetrix und die Proteomanalyse mittels zweidimensionaler Polyacrylamid Gelelektrophorese verwendet. Als Untersuchungsmaterialien dienen Brustkrebszelllinien und asserviertes, kryokonserviertes Frischgewebe von Tumoren, aus denen die mRNA für die Transkriptom-Untersuchung und/oder die Proteine für die Proteom-Untersuchung isoliert werden. Zur Expressionsvalidierung kommen die real-time PCR (RLT-PCR), in situ Hybridisierung und die Immunhistochemie auf Gewebeschnitten, Gewebemikroarrays und Zytospins zum Einsatz.
- Untersuchung der Expression und biologischen Funktion von Hormonrezeptor-Isoformen.
- Untersuchung des Phänomens der Tumorzell-Dissemination:
Hier ist die Arbeitsgruppe von Dr. Solomayer / Fehm an der Aufklärung der biologischen Rolle disseminierter Tumorzellen (DTC) interessiert. Mittels Phäno- und Genotypisierung dieser Zellen konnte gezeigt werden, dass DTCs bei Brustkrebspatientinnen maligne sind (Clin Cancer Res. 2002). Bei einer Untergruppe von Patientinnen verschwinden diese Zellen nach der Entfernung des Primärtumors (Breast Cancer Res Treat 2005). Jedoch können DTCs auch über einen längeren Zeitraum ohne Rückkehr der Krankheit persistieren ("tumor cell dormancy") (Clin Cancer 2004).Aktuelle Forschungsprojekte beleuchten den Einfluss einer adjuvanten bzw. neo-adjuvanten Chemotherapie auf die Disseminierung von und die Apoptose in Tumorzellen, die Inzidenz von DTCs bei gynaekologischen Tumoren, der HER2-Status von DTCs , der ER-Status von DTCs sowie das Phänomen der "tumor cell dormancy".