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Forschungsschwerpunkte der Arbeitsgruppe Adhäsionen

In diesem Zusammenhang bezeichnen Adhäsionen die Verwachsungen von Organen nach Operationen durch Ausbildung fibrösen Narbengewebes. Hiervon sind besonders viele junge Frauen betroffen, da die typischen Operationsindikationen vor allem Frauen im gebärfähigen Alter betreffen. Wenn Adhäsionen postoperativ auftreten, können als Folge chronische Schmerzzustände, Fertilitätsstörungen und mechanisch bedingte Darmverschlüsse auftreten.

Adhäsionsprophylaxe und rationale Therapie

Unsere Gruppe untersucht und vergleicht einerseits bereits zugelassene Adhäsionsbarrieren in Bezug auf ihre Wirksamkeit und Anwendbarkeit. Diese Forschung dient dem Zweck die besten verfügbaren Adhäsionsbarrieren zu identifizieren und unsere therapeutischen Entscheidungen somit evidenzbasiert auf eine wissenschaftliche Grundlage zu stellen (Wallwiener M et al. Fertil Steril 2006).

www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi.

Anschließend sollen die besten Barrieren den Patientinnen der Frauenklinik zu Verfügung gestellt werden.

Andererseits werden von unserer Gruppe Möglichkeiten zur Entwicklung von neuartigen Biomaterialien für die Adhäsionsprophylaxe in tierexperimentellen Studien erforscht. Hierfür kooperieren wir mit dem Institut für Textil- und Verfahrenstechnik in Denkendorf (ITV) im Rahmen des Deutschen Zentrums für Biomaterialien und Organersatz e.V.

Durch diese Anstrengungen sollen die Schnittstellen zwischen Patientenversorgung im Bereich der operativen Gynäkologie und der neuesten Forschung enger verzahnt werden.

Molekulare Mechanismen und Genexpression

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit liegt darin die molekularen Mechanismen der Adhäsionsentstehung aufzudecken. Dadurch sollen neue Ansatzpunkte zur rationalen Therapie gefunden werden. Hierzu sind wir durch die Spezialisierung der Frauenklinik in der operativen Gynäkologie einerseits sowie unserer Kooperationen mit dem Institut für Medizinische Genetik im 8. Stock unserer Poliklinik andererseits bestens positioniert.

Zelluläre Mechanismen und Immunohistologie

Da die Organisation fibrinöser Verklebungen durch Invasion von Fibroblasten und Blutgefässen einen irreversiblen Schritt in der Adhäsionspathogenese darstellt, untersuchen wir die Kinetik dieser Vorgänge. Dies geschieht in Kooperation mit dem Institut für Pathologie in Mainz. Hierfür werden spezifische Wachstumsfaktoren (VEGF, FGF, etc.) sowie Zellmarker (CD 3, CD 28, etc.) immunhistologisch nachgewiesen und im Zeitverlauf dargestellt. Des weiteren untersuchen wir die Expression von relevanten Rezeptoren an der Zelloberfläche histologisch. Durch diese Studien sollen die Einflüsse der verschiedenen Zelltypen in der Adhäsionspathophysiologie herausgearbeitet werden.

Heterogenität von viszeralen vs. parietalen Adhäsionen

Wir haben Hinweise darauf gefunden dass sich die Fähigkeit des viszeralen und parietalen Peritoneums zur Adhäsionsbildung signifikant unterscheidet (Wallwiener D et al. Fertil Steril 1998). Die Ursachen für diesen Effekt sind bisher unklar und könnten den Weg zu weniger traumatisierenden Operationstechniken aufzeigen.

Experimentelle Modelle zur Adhäsionsforschung

Die Auslöser zur Bildung von post-operativen Adhäsionen sind sehr unterschiedlich. So kann unter anderem die scharfe Traumatisierung, die Elektrokoagulation, chirurgische Devaskularisierung oder Entzündungsreaktionen zur Adhäsionsbildung führen. Um diese komplexen Realitäten wiederzuspiegeln entwickelt unsere Gruppe spezifische Tiermodelle die eine objektive und standardisierte Analyse ermöglichen.

Kontaktadresse

Adhäsionsgruppe Frauenklinik an der  Universität Tübingen
Calwerstr. 4,   72076 Tübingen
E-Mail: bernhard.kraemer@med.uni-tuebingen.de

 

Klinische Mitarbeiter:

OA Dr. S. Brucker
Dr. T. Radjab

 

Kooperationspartner:

 
Institut für Textil- und Verfahrenstechnik Denkendorf
(ITV Denkendorf)
Körschtalstraße 26
D-73770 Denkendorf
Deutschland
www.itv-denkendorf.de

 
Institut für Pathologie, Universitäts-Klinikum Mainz
REPAIRlab
Langenbeckstraße 1
D-55101 Mainz
Tel.: ++49 (0)6131 - 17 73 07
Fax: ++49 (0)6131 - 17 47 73 07
www.klinik.uni-mainz.de/Pathologie/
 

Medizinische Genetik Tübingen
Institut für Humangenetik
Calwerstr. 7
72076 Tübingen

Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Olaf Rieß
Tel.: (07071) 29 72288
Fax: (07071) 29 5171
www.uni-tuebingen.de/klinische_genetik/





LEITUNG

OA Dr. B. Krämer
bernhard.kraemer@med.uni-tuebingen.de

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