Mutter-Kind-Ratgeber Schwangerschaft

Erstes Trimenon

4. SSW

Frage 1

Ich muss regelmäßig Jod einnehmen. Hat ein versehentliches Versäumen der Einnahme  Auswirkungen auf mein Baby?

Nein, die Tabletten sorgen langfristig für einen konstanten Spiegel im Blut. Da Jod für die Entwicklung der Schilddrüse Ihres Kindes enorm wichtig ist, ist für nahezu alle werdenden Mütter eine erhöhte Jodzufuhr äußerst ratsam. Bei Jodmangel besteht sie Gefahr einer Unterentwicklung von Gehirn und Knochen. Halten Sie bezüglich der täglichen Dosis Rücksprache mit Ihrem Gynäkologen.

Frage 2

Ist der voraussichtliche Geburtstermin als grobe Näherungsangabe oder als eine exakte Berechnung zu betrachten?

Die Berechnung des Geburtstermins ist am sichersten, wenn der Tag der Empfängnis (Konzeptionstermin) bekannt ist (Geburtstermin = Konzeptionstermin – 3 Monate – 7 Tage + 1 Jahr). In allen anderen Fällen ist der erste Tag der letzten Menstruation Ausgangspunkt der Berechnungen. Berücksichtigt wird dabei ein Zeitraum von 280 Tagen, d.h. 40 Wochen oder 10 Monaten. Die der Berechnung zugrunde liegende Formel ist die so genannte „Nägele-Regel“:  Geburtstermin = 1. Tag der letzten Menstruation – 3 Monate + 7 Tage + 1 Jahr.

Aufgrund des äußerst komplexen Zusammenwirkens von Plazentahormonen und kindlicher Reife, lässt sich der genaue Zeitpunkt der Geburt jedoch nicht präzise berechnen. Innerhalb einer Zeitspanne von drei Wochen um den voraussichtlichen Geburtstermin kommen etwa zwei Drittel aller Babys zur Welt, wobei jedoch auch Geburten, die zwei Wochen vor oder nach diesem Intervall stattfinden, noch als „normal“ betrachtet werden. Nur ca. 4% der Babys werden exakt am voraussichtlichen Geburtstermin geboren.

Heutzutage wird das Schwangerschaftsalter (Gestationsalter) des Babys gewöhnlich anhand der so genannten Scheitel-Steiß-Länge des Embryos im ersten Schwangerschaftsdrittel (vor der 12.SSW) überprüft, die mit Hilfe eines Ultraschalls ermittelt wird. Diese Methode ist aussagekräftig, da das Wachstum in aller Regel bis zu diesem Alter bei den meisten Babys identisch ist.

5. SSW

Frage 1

Kann eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs in den ersten zwei Kalenderwochen der Schwangerschaft der Gesundheit meines Babys geschadet haben?

Entscheidend für die negativen Effekte der Strahlenwirkung auf das Ungeborene ist der Zeitpunkt der Röntgenuntersuchung. Der Einfluss von Röntgenstrahlung in einer frühen Phase der Schwangerschaft folgt dabei dem „Alles-oder-nichts-Prinzip“: Sollte der Embryo Schaden genommen haben, wäre er nicht weiter gewachsen. Reift das Kind weiter heran, ist es zumeist gesund.

Aus Sicherheitsgründen ist es generell ratsam - trotz der relativ niedrigen Strahlenbelastung einer Röntgenaufnahme - dieses bildgebende Verfahren nur bei absoluter Notwendigkeit (gerechtfertigte medizinische Indikation) in der frühen Schwangerschaft durchführen zu lassen. Während der Schwangerschaft ist es stets empfehlenswert, alternative Diagnostik-Verfahren wie z.B. den Ultraschall in Betracht zu ziehen.

Frage 2

Hat die weitere Einnahme der Pille (orale Kontrazeptiva) für 3-4 Wochen nach der Empfängnis einen gesundheitsschädlichen Einfluss auf das ungeborene Kind?

Die weitere Einnahme der Pille nach der Empfängnis (z.B. durch Pillenversagen) hat keinen schädlichen Einfluss auf Ihr Kind, da die Dosierungen der aktuellen oralen Kontrazeptiva äußerst gering sind.

Frage 3

Ist die Einnahme von Medikamenten während des Schwangerschaftsverlaufs prinzipiell gesundheitsschädigend?

Bitte setzen Sie nach Feststellung Ihrer Schwangerschaft nicht einfach alle Medikamente ab, die Sie bisher einnehmen mussten! Vereinbaren Sie zeitnah einen Termin bei Ihren behandelnden Ärzten und besprechen Sie mit Ihnen ob ggf. eine Umstellung auf andere Präparate oder ein Absetzen der medikamentösen Therapie während der Schwangerschaft sinnvoll ist.

Prinzipiell sollten Sie vor jeglicher Medikamenteneinnahme Ihren Arzt konsultieren, denn grundsätzlich sollte die Einnahme von Medikamenten in der Schwangerschaft kritisch hinterfragt werden. Das bedeutet, dass sie möglichst selten Arzneimittel und wenn, dann nur in geringer Dosis und in Rücksprache mit Ihrem Arzt einnehmen sollten.

Alle Mediziner, bei denen Sie in Behandlung sind (zusätzlich zu Ihrem Gynäkologen) müssen über Ihre Schwangerschaft informiert sein, um Sie optimal - und für Ihr Baby gefahrlos - behandeln zu können. In aller Regel beschränkt sich die Verordnung ausschließlich auf Medikamente, deren Einnahme während der Schwangerschaft als unbedenklich gesichert ist. Im Falle einer chronischen Krankheit der werdenden Mutter ist eine adäquate medikamentöse Einstellung bereits vor Schwangerschaftsbeginn wünschenswert und sinnvoll.

Im Internet können Sie sich zudem unter www.arzneimittel-in-der-schwangerschaft.de

über bestimmte Medikamente genauestens informieren. Diese Arzneimittel - Datenbank ist speziell auf die Zeit der Schwangerschaft sowie der Stillzeit ausgerichtet.

6. SSW

Frage 1

Hat die weitere Einnahme der Pille (orale Kontrazeptiva) für 3-4 Wochen nach der Empfängnis einen gesundheitsschädlichen Einfluss auf das ungeborene Kind?

Die weitere Einnahme der Pille nach der Empfängnis (z.B. durch Pillenversagen) hat keinen schädlichen Einfluss auf Ihr Kind, da die Dosierungen der aktuellen oralen Kontrazeptiva äußerst gering sind.

Frage 2

Ist die Einnahme von Medikamenten während des Schwangerschaftsverlaufs prinzipiell gesundheitsschädigend?

Bitte setzen Sie nach Feststellung Ihrer Schwangerschaft nicht einfach alle Medikamente ab, die Sie bisher einnehmen mussten! Vereinbaren Sie zeitnah und während des ersten Trimenon einen Termin bei Ihren behandelnden Ärzten und besprechen Sie mit Ihnen ob ggf. eine Umstellung auf andere Präparate oder ein Absetzen der medikamentösen Therapie während der Schwangerschaft sinnvoll ist. Prinzipiell sollten Sie vor jeglicher Medikamenteneinnahme Ihren Arzt konsultieren, denn grundsätzlich sollte die Einnahme von Medikamenten in der Schwangerschaft kritisch hinterfragt werden. Das bedeutet, dass sie möglichst selten Arzneimittel und wenn, dann nur in geringer Dosis und in Rücksprache mit Ihrem Arzt einnehmen sollten.
Alle Mediziner, bei denen Sie in Behandlung sind (zusätzlich zu Ihrem Gynäkologen) müssen über Ihre Schwangerschaft informiert sein, um Sie optimal - und für Ihr Baby gefahrlos - behandeln zu können. In aller Regel beschränkt sich die Verordnung ausschließlich auf Medikamente, deren Einnahme während der Schwangerschaft als unbedenklich gesichert ist. Im Falle einer chronischen Krankheit der werdenden Mutter ist eine adäquate medikamentöse Einstellung bereits vor Schwangerschaftsbeginn wünschenswert und sinnvoll.
Im Internet können Sie sich zudem unter www.arzneimittel-in-der-schwangerschaft.de

über bestimmte Medikamente genauestens informieren. Diese Arzneimittel - Datenbank ist speziell auf die Zeit der Schwangerschaft sowie der Stillzeit ausgerichtet. Sie soll werdende Mütter über gesundheitliche Risiken sowie Nebenwirkungen in Bezug auf Ihre Medikamenteneinnahme aufklären. Zwar gibt das Portal Auskunft über die Sicherheit individueller medikamentöser Therapien;  es schafft jedoch keinen Ersatz für die persönliche Beratung durch Ihren Hausarzt oder Gynäkologen!

Frage 3

Mein Arzt hat mir aufgrund einer Mandelentzündung Penizillin verordnet. Ich war immer der Meinung, Antibiotika sind während der Schwangerschaft gar nicht zulässig!

Gerade in der Schwangerschaft sollten Infektionen schnell und wirkungsvoll behandelt werden bevor Komplikationen für Sie oder Ihr Kind auftreten können. Gegebenenfalls ist eine Therapie mit bestimmten Antibiotika, wie Penizillin oder Cephalosporinen, notwendig. Penizilline haben sich in der Vergangenheit zur Therapie von Infektionen während der Schwangerschaft bis zur Stillzeit sehr bewährt. Auch die Auswahl der bisher entwickelten Antibiotika stellt für den Großteil der Infektionen eine gute Behandlungsmöglichkeit dar, die ohne Gefahr für Mutter und Fetus verordnet werden kann.
Allerdings sind nahezu alle Antibiotika plazentagängig, was zur Folge hat, dass die Konzentrationen der Medikamente im Gewebe des Feten in etwa denen des mütterlichen Gewebes entsprechen. Bisher existieren jedoch keinerlei Hinweise, dass die antiobiotische Therapie anhand von Penizillinen während der Schwangerschaft embryo- oder fetotoxische Auswirkungen hat.

Frage 4

Ist die Verwendung von abschwellend wirkendem Nasenspray während der Schwangerschaft gefährlich?

Sie sollten auf alle Fälle bevorzugt Meerwasser- oder Kochsalzsprays verwenden. Bei starkem Schnupfen können Sie auf ein niedrig konzentriertes abschwellend wirkendes Nasenspray zurückgreifen. Voraussetzung ist jedoch eine zurückhaltende Dosierung und eine zeitlich begrenzte Verwendung. In aller Regel reichen schon geringe Konzentrationen zur Linderung der Symptome aus ohne den Körper in Mitleidenschaft zu ziehen. Nasensprays haben nicht nur lokal, sondern im gesamten Körper leicht gefäßverengende Auswirkung. Dies betrifft auch die Blutgefäße der Plazenta. Problematisch wird dies jedoch erst bei langfristiger Verwendung.
Alternativen sind Erkältungsbäder oder  erkältungslindernde Salben. Die natürlichen Wirkstoffe der Nasensalben und Inhalierstifte sind unbedenklich. Ihre abschwellende und kühlende Wirkung fördert die Sauerstoffaufnahme durch die in ihrer Funktion beeinträchtigte Nasenschleimhaut.

7. SSW

Frage 1

Ist vermehrter klarer Ausfluss ohne sonstige Beschwerden ein Grund zur Besorgnis?

Ausfluss während der Schwangerschaft ist fast immer völlig normal und durch die zunehmende Durchblutung der Scheide verursacht. Der Ausfluss in der Schwangerschaft ist durchsichtig oder weiß und geruchlos.
Je fortgeschrittener die Schwangerschaft, umso besser ist die Durchblutung der Scheide durch den vermehrten Einfluss des Hormons Östrogen. Durch den extrem niedrigen pH in der Schwangerschaft wird das Scheidenmilieu zudem gut vor pathologischen Keimen, d.h. vor einer Scheideninfektion, geschützt.
Sobald jedoch Krankheitszeichen wie Hautreizungen oder Schmerzen auftreten, sollten Sie Ihren Frauenarzt konsultieren, damit er/ sie einen vaginalen Abstrich abnehmen kann.

Frage 2

Welche vorbeugenden Maßnahmen gibt es bezüglich einer Scheideninfektion?

Wundern Sie sich nicht über vermehrten Ausfluss während der Schwangerschaft – das ist völlig normal und harmlos solange dieser klar und geruchlos ist. Verwenden Sie Slipeinlagen oder Binden, jedoch keine Tampons, da diese die Scheidenwände noch zusätzlich reizen und austrocknen können. Achten Sie beim Toilettengang auf Hygiene und säubern Sie sich grundsätzlich von vorne nach hinten, um eine Keimverschleppung zu verhindern.Bei Vorliegen einer Scheideninfektion sollte diese unverzüglich behandelt werden, da sie die häufigste Ursache für vorzeitige Wehen und Frühgeburten darstellt. In aller Regel kann sie durch eine Ansäuerung mit Hilfe von Laktobazillus-Scheidenzäpfchen erfolgreich therapiert werden. Das gilt allerdings nicht für Pilzinfektionen, da Wachstum und Vermehrung der Pilze nicht vom pH-Wert der Scheide abhängig sind. Keinesfalls sollten Sie während der Schwangerschaft Scheidenspülungen oder Intimsprays verwenden, da diese durch Zerstörung des natürlichen Scheidenmilieus die Entstehung einer Scheideninfektion begünstigen.

Frage 3

Kann eine Pilzinfektion der Scheide die Gesundheit meines Babys beeinträchtigen?

Die Besiedelung unseres Körpers mit Pilzen ist physiologisch. Sie werden durch das körpereigene Immunsystem in ihrer Ausbreitung kontrolliert. Aufgrund einer Störung des Immunsystems bzw. Störung des physiologischen Milieus können sich Pilze unkontrolliert vermehren. Es kommt zu einer Pilzinfektion. Bei 30-40% der Schwangeren manifestiert sich diese im Genitalbereich. Dadurch, dass Pilzinfektionen den pH-Wert der Scheide nicht verändern, sind sie nicht durch eine pH-Messung erfassbar. Meist klagen die Schwangeren über Juckreiz und Brennen und es finden sich weißliche Beläge in der Scheide.
Beim Durchtritt durch den Geburtskanal können Pilzinfektionen der Scheide auf das Kind übertragen werden. Zu etwa 80 Prozent werden die Hefepilze auf die Haut des Neugeborenen übertragen und von dort können sie leicht die Mundhöhle und den Verdauungstrakt besiedeln. Dies spielt vor allem bei Frühgeborenen eine Rolle. Es  wird daher empfohlen, bei Schwangeren ab der 34. Schwangerschaftswoche, verstärkt auf eine Pilzinfektion zu achten und diese gegebenenfalls zu behandeln.

Frage 4

Muss ich mir wegen einer Blutung während der Frühschwangerschaft Sorgen machen?

Dies hängt von der Blutungsstärke ab.
Oft treten zu Beginn der Schwangerschaft leichte Schmierblutungen auf, die meist nur kurz andauern und keine negativen Folgen für Mutter und Kind haben. So kann es z.B. während der Frühschwangerschaft sein, dass bei der ersten monatlichen Regelblutung ein leichter Ausfluss – die so genannte Nidationsblutung - auftritt. Sie signalisiert das Einnisten vom Ei in die Gebärmutter. Diese einmalige Blutung ist ein ganz natürlichen Vorgang und kein Grund zur Besorgnis. Wenn Sie sich unsicher sind, dass alles in Ordnung ist, dann gehen Sie sicherheitshalber zum Arzt und lassen sich untersuchen.
Wenn Sie bei einer Blutung Schmerzen haben oder die Blutungen stark sind, sollten Sie auf jeden Fall sofort einen Arzt oder eine Klinik benachrichtigen. Diese Symptome könnten auf eine mögliche Fehlgeburt oder eine Ablösung der Plazenta hindeuten. Falls die Schmerzen es Ihnen nicht ermöglichen sollten, selbst den Arzt aufzusuchen, legen Sie sich hin und lagern die Beine hoch, während Sie auf den Arzt warten.

Frage 5

Obwohl ich in aller Regel nicht oft Kopfschmerzen habe, leide ich seit Beginn der Schwangerschaft relativ oft darunter. Ist das normal und was kann ich dagegen tun?

Kopfschmerzen während der Schwangerschaft sind nicht ungewöhnlich - vor allem in den ersten drei Monaten. Als Ursache werden die hormonelle Umstellung und die Kreislaufumstellung vermutet. Auch ein plötzlicher Verzicht auf Koffein, könnte schuld sein. Andere mögliche Auslöser für Kopfschmerzen sind Müdigkeit, Verspannung sowie Stress.
Gegen leichte Kopfschmerzen helfen meist schon etwas Bewegung an der frischen Luft, eine Massage der Schultern oder der Schläfen sowie eine kalte Dusche. Wenn das alles nicht hilft, können Sie bei Bedarf auch einmal eine Tablette Paracetamol einnehmen.

8. SSW

Frage 1

Warum müssen Blasenentzündungen in der Schwangerschaft immer behandelt werden? Wie kann ich mich schützen?

Blasenentzündungen entstehen durch eine bakterielle Infektion der Harnwege. Typische Anzeichen für eine Blaseninfektion sind häufiges Wasserlassen, Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen und manchmal auch etwas Blut im Urin. Sollten Sie den Verdacht einer Blasenentzündung haben, vereinbaren Sie direkt einen Termin beim Arzt, denn eine sofortige Behandlung ist wichtig, damit die Entzündung sich nicht ausweitet.
Prinzipiell werden bei jeder Vorsorgeuntersuchung während der Schwangerschaft die Anzahl weißer Blutkörperchen (Leukozyten) sowie die Eiweiß und Nitrit-Werte im Urin kontrolliert. Besonders im der zweiten Schwangerschaftsdrittel wird bei dieser Untersuchung häufig eine erhöhte Bakterienanzahl im Harn (Bakteriurie) diagnostiziert. Hierfür können mehrere Ursachen verantwortlich sein: Der veränderte Säuregrad (pH-Wert) des Urins während der Schwangerschaft sowie die Harnwegs-Einengung aufgrund der Größenzunahme der Gebärmutter, die eine ungehinderte Bakterienvermehrung zur Folge haben können.
Dies kann schließlich in frühzeitigen Wehen oder in einer schweren Nierenbeckenentzündung (Schwangerschaftspyelonephritis) mit weiteren Komplikationen münden – daher ist es sinnvoll, jeglichen Harnwegsinfekt mit Antibiotika zu therapieren.
Zur Vorbeugung von Harnwegsinfekten ist es ratsam, ausreichend – am besten Wasser oder Sprudel - zu trinken!

Frage 2

Während der letzten Wochen traten von Zeit zu Zeit  leichte Schmierblutungen auf. Ist dies ein Grund, beunruhigt zu sein?

Während der frühen Schwangerschaftsperiode sind Schmierblutungen nicht selten, sie  treten sogar nahezu bei einem Viertel der Schwangeren auf.  Wenn sie nicht mit Schmerzen einhergehen, sind sie meist harmlos und verschwinden meist nach wenigen Stunden oder Tagen wieder. Schmierblutungen sind in der Regel sehr leichte Blutungen mit dunkelrotem, eher zähem Blut, für die man keinen Tampon und keine Binde benötigt.
Ursache kann ein verringerter Progesteronspiegel sein, der innerhalb der ersten Schwangerschaftswochen zu periodisch auftretenden Schmierblutungen führt. Am Schwangerschaftsende kann der Abgang des Schleimpfropfs als Schmierblutung aufgefasst werden, der aber ein völlig normaler Vorgang ist und im Vorfeld der Geburt erfolgt. Eine Schmierblutung während der Schwangerschaft kann auch eine so genannte Kontaktblutung sein. Das ist eine leichte Blutung, die beispielsweise durch Geschlechtsverkehr oder Selbstbefriedigung mit Hilfsmitteln auftreten kann. Auch sind leichte Blutungen oftmals lediglich ein Hinweis dafür, dass eine Schonzeit erforderlich ist und Sie sich und dem Embryo mehr Ruhe gönnen sollten. Zur Sicherheit sollten Sie Ihren Frauenarzt benachrichtigen und derartige Auffälligkeiten mit ihm besprechen.

9. SSW

Frage 1

Ab welchem Zeitpunkt ist es generell möglich, zwischen eineiigen und zweieiigen Zwillingen zu unterscheiden?

Am besten sind die Eihautverhältnisse von Zwillings- bzw. Mehrlingsschwangerschaften zwischen der 6. und 12. SSW mit Hilfe eines Ultraschalls (Sonographie) zu beurteilen. Von 100 Zwillingsschwangerschaften sind 75% zwei- und 25% eineiig. Werden im Ultraschall zwei Fruchthöhlen und ein doppeltes Chorion (d.h. Embryonalhülle) gesehen, so ist dies der diagnostische Nachweis für die Zweieiigkeit der Zwillinge.

Frage 2

Ist der voraussichtliche Geburtstermin als grobe Näherungsangabe oder als eine exakte Berechnung zu betrachten?

Die Berechnung des Geburtstermins ist am sichersten, wenn der Tag der Empfängnis (Konzeptionstermin) bekannt ist (Geburtstermin = Konzeptionstermin – 3 Monate – 7 Tage + 1 Jahr). In allen anderen Fällen ist der erste Tag der letzten Menstruation Ausgangspunkt der Berechnungen. Berücksichtigt wird dabei ein Zeitraum von 280 Tagen, d.h. 40 Wochen oder 10 Monaten. Die der Berechnung zugrunde liegende Formel ist die so genannte „Nägele-Regel“:  Geburtstermin = 1. Tag der letzten Menstruation – 3 Monate + 7 Tage + 1 Jahr.
Aufgrund des äußerst komplexen Zusammenwirkens von Plazentahormonen und kindlicher Reife, lässt sich der genaue Zeitpunkt der Geburt jedoch nicht präzise berechnen. Innerhalb einer Zeitspanne von drei Wochen um den voraussichtlichen Geburtstermin kommen etwa zwei Drittel aller Babys zur Welt, wobei jedoch auch Geburten, die zwei Wochen vor oder nach diesem Intervall stattfinden, noch als „normal“ betrachtet werden. Nur ca. 4% der Babys werden exakt am voraussichtlichen Geburtstermin geboren. Heutzutage wird das Schwangerschaftsalter (Gestationsalter) des Babys gewöhnlich anhand der so genannten Scheitel-Steiß-Länge des Embryos im ersten Schwangerschaftsdrittel (vor der 12.SSW) überprüft, die mit Hilfe eines Ultraschalls ermittelt wird. Diese Methode ist aussagekräftig, da das Wachstum in aller Regel bis zu diesem Alter bei den meisten Babys identisch ist.

Frage 3

Ist die Einnahme eines Eisenpräparates während der Schwangerschaft prinzipiell zu empfehlen?

Die Einnahme von Medikamenten in der Schwangerschaft sollte grundsätzlich kritisch hinterfragt werden. Eine prinzipielle Eisensubstitution in der Schwangerschaft ist daher nicht notwendig. Es ist daher sinnvoll in und außerhalb der Schwangerschaft auf eine ausgewogene, eisenhaltige Ernährung zu achten.
Belegt ist ein um das Doppelte erhöhter täglicher Eisenbedarf innerhalb der zweiten Schwangerschaftshälfte. Dieser lässt sich auf die gesteigerte Blutbildung der Mutter und des Fetus zurückführen. Kann dieser Bedarf nicht in ausreichendem Maße über die Nahrung zugeführt werden, greift der Körper auf Reserven zurück, welche häufig durch Monatsblutungen oder vorausgehende Schwangerschaften relativ gering sind. Eisenmangelsymptome wie Infektionsanfälligkeit, Müdigkeit und Blässe treten meist ab der 30. SSW auf und sind eindeutiger Hinweis, dass eine unterstützende Einnahme eines Eisenpräparates indiziert ist (z.B. Eisen-II-Sulfat 1-2 x 80mg/d).
Weiterhin muss beachtet werden, dass starke Blutungen bei der Geburt mit hohen Eisenverlusten einhergehen, so dass ein gut gefüllter Speicher ratsam ist. Ihr Frauenarzt kann Ihren Eisengehalt im Blut durch einfache Tests bestimmen. Besprechen Sie mit Ihm, ob für Sie die Einnahme eines Eisenpräparates sinnvoll ist, unter anderem auch vor dem Hintergrund einer notwendigen Eigenfinanzierung, da die Nahrungsergänzungsmittel in der Werbung empfohlen, jedoch nur in begründeten Fällen von der Krankenkasse bezahlt werden.

Frage 4

Ich würde gerne mehr als die drei vorgeschriebenen Ultraschalluntersuchungen machen lassen. Ist dies möglich?

Die Inhalte der Schwangerenvorsorge sind gesetzlich in den Mutterschaftsrichtlinien festgelegt. Nur die dort angegebenen Untersuchungen werden von den Kassen getragen. Alle zusätzlichen Leistungen, wie etwa eine „Nackentransparenzmessung“, der so genannte Fehlbildungsultraschall oder weitere Ultraschalluntersuchungen werden ohne medizinischen Grund nicht von den Krankenkassen gezahlt. Innerhalb einer gesunden Schwangerschaft sind demnach zusätzliche Ultraschalluntersuchungen individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) Ihres Gynäkologen. Selbstverständlich ist Ihnen freigestellt, diese zusätzlichen Untersuchungen auf eigene Kosten durchführen zu lassen.

Frage 5

Empfehlungen von Ihrem Zahnarzt 

Ø      Lassen Sie unmittelbar zu Schwangerschaftsbeginn Ihren Zahnstatus überprüfen und gegebenenfalls eine
        professionelle Zahnreinigung durchführen.
Ø      Bei Versiegelung mit einem Schutzlack, ist eine Kontrolle einige Monate nach der Geburt ratsam.
Ø      Zwei Zahnarztbesuche während der Schwangerschaft sind stets empfehlenswert.
Ø      Wichtig ist, dass Sie Ihren Zahnarzt über Ihre Schwangerschaft informieren. Er kann dann seine Therapiemöglichkeiten genauestens auf Ihre Situation abstimmen.
Behandlungen größeren Ausmaßes sollten in der Regel wenn möglich nicht innerhalb der Schwangerschaft durchgeführt werden.

10. SSW

Frage 1

In welchem Ausmaß ist Rauchen während der Schwangerschaft tolerierbar?

Vernünftigerweise sollten Sie während der Schwangerschaft Ihren Zigarettenkonsum komplett einstellen und möglichst auch Passivrauchen meiden!
Nikotin kann zu Fehlgeburten oder einer Frühgeburt durch eine Plazentainsuffizienz (abnehmende Funktion des Mutterkuchens) führen, da es durch seinen gefäßverengenden Einfluss eine optimale Sauerstoffversorgung des Mutterkuchens verhindert. Durch die Sauerstoff-Unterversorgung kann das ungeborene Kind enorm belastet werden, was sich beispielsweise in einem deutlich geringeren Geburtsgewicht im Vergleich zu Babys von Nichtraucherinnen zeigen kann.
Auch nach der Entbindung sollten Sie auf eine rauchfreie Umgebung achten, denn Rauchen erhöht das Risiko für den plötzlichen Kindstod. Doch nicht nur Ihrem Baby schaden Sie durch aktives oder passives Rauchen – auch Sie haben in der Schwangerschaft und im Wochenbett ein deutlich erhöhtes Thromboserisiko!

Frage 2

Der Großteil meiner Kollegen raucht regelmäßig während der Arbeit. Wie verhalte ich mich Ihnen gegenüber am besten?

Das Mutterschutzgesetz beinhaltet für werdende Mütter das Recht auf einen rauchfreien Arbeitsplatz. Unterhalten Sie sich diesbezüglich mit Ihren Kollegen und setzen Sie ggf. bei Ihrem Arbeitsgeber einen rauchfreien Arbeitsplatz durch.

Frage 3

Wie sieht es mit dem Alkoholkonsum aus? Beeinflussen auch schon geringe Mengen die Gesundheit meines Babys?

Alkohol und dessen Abbauprodukte gehören zu den Stoffen, welche die Plazentaschranke durchdringen und somit ungehindert in den Körper des sich entwickelnden Kindes gelangen können. Und Ihr Kind kann Alkohol im Gegensatz zu Ihnen noch kaum abbauen!
Da Alkohol und dessen Abbauprodukte unter anderem zu einem geringen Geburtsgewicht, Fehlbildungen und in seltenen Fällen zu Früh- bzw. Totgeburten führen können, sollten Sie Alkohol auf jeden Fall im ersten Schwangerschaftsdrittel meiden.

Frage 4

Kann ich meinem Baby durch falsche Körperbewegung schaden?

Keine Sorge, durch das Fruchtwasser und Ihre Bauch- und Muskeldecke ist der Fetus äußerst gut geschützt. Auch hinsichtlich der Plazenta und der Fruchtblase gibt es keinen Grund zur Besorgnis.
Allerdings sollten Sie folgende Sportarten in der Schwangerschaft vermeiden:
Mannschaftssportarten (Fußball, Handball, etc.), Wettkampfsportarten sowie Disziplinen mit hohem Sturzrisiko (z.B. Geräteturnen, Surfen, Skifahren etc.) oder auch Tauchen, Bungeejumping, Gewichtheben etc, sowie sportlichem Training mit starker Beschleunigung oder Bremsen.
Generell gilt, dass wenn Sie sich unbehaglich fühlen, Blut oder Fruchtwasser aus der Scheide austritt, Sie Rücken- oder plötzliche Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit empfinden, ein sofortiger Abbruch der körperlichen Belastung notwendig ist.

11. SSW

Frage 1

Welche Auswirkungen hat es für mich in der frühen Schwangerschaft, wenn meine Tochter Ringelröteln hat?

Während für Kinder und Jugendliche die Ringelröteln eher harmlos sind, können sie für Schwangere zu einer Gefahr für sich und das ungeborene Baby werden.Das Parvovirus B19 kann während der gesamten Schwangerschaft auf das Kind übergehen.
Zunächst einmal sollten Sie jedoch wissen, dass über 50% der erwachsenen Bevölkerung bereits an Ringelröteln erkrankt sind. Eine Immunität können Sie anhand einer Blutprobe feststellen.
Falls keine Immunität besteht, kann eine Ringelröteln-Erkrankung während der Schwangerschaft (v.a. zwischen der 10. und 20. Schwangerschaftswoche) das Risiko einer Fehlgeburt erhöhen.
Bei Verdacht auf eine frische Infektion der Schwangern erfolgen wöchentliche Ultraschalluntersuchungen des Kindes um eine mögliche Erkrankung des Kindes und eventuell auftretende Komplikationen frühzeitig zu entdecken. In 80% der Fälle treten fetale Komplikationen in den ersten 4 Wochen nach einer mütterlichen Infektion auf.
Als Folgen einer fetalen Ringelrötelninfektion können eine ausgeprägte Anämie (Blutarmut) und (Ödeme) Wassereinlagerungen auftreten. Die einzige Möglichkeit der Behandlung einer schweren Anämie besteht in einer Bluttransfusion für das Kind. Dadurch kann meistens eine Stabilisierung bis zur Geburt erreicht und Spätschäden vermieden werden.
Es gibt keine Möglichkeit, gegen das Virus im Körper vorzugehen. Auch eine Impfung steht nicht zur Verfügung.

Frage 2

Bei mir wurden Chlamydien im Abstrich nachgewiesen – muss ich diese Infektion behandeln?

Ca. 2-8 % der Frauen im gebärfähigen Alter haben – meist unbemerkt – eine Chlamydieninfektion. Da es bei einer Infektion der Schwangeren in knapp 50% zu einer Infektion des Kindes bei der Geburt kommt, ist eine medikamentöse Therapie unbedingt notwendig. Denn eine Chlamydieninfektion kann zu Wehentätigkeit bzw. einem vorzeitigen Blasensprung und damit zu einer Frühgeburt führen. Bei der Geburt kann der Kontakt mit den Chlamydien im Genitalbereich zu einer schweren Augen- und/ oder Lungenentzündung bei Ihrem Kind führen.
Die Therapie mit einem Antibiotikum (Makrolid) wird über 2 Wochen durchgeführt. Auch Ihr Partner muss in jedem Fall behandelt werden um Sie vor einer Wiederansteckung zu schützen.

Frage 3

Wie sieht es mit der Einnahme von Fluoridtabletten aus? Ist diese tatsächlich während der Schwangerschaft schon sinnvoll?

Fluorid ist nicht nur zur Härtung des Zahnschmelzes, sondern auch für das Knochenwachstum äußerst wichtig. Lebensmittel mit reichlichem Fluoridgehalt sind Seefische, schwarzer Tee und Mineralwässer mit einem Fluoridgehalt von über 1,5mg pro Liter. In vielen Regionen kann der „tägliche Bedarf“ von ca. 1 Milligramm Fluor (als Fluorid) nicht durch die Ernährung gedeckt werden. Im Handel sind daher fluoridiertes Speisesalz, fluoridierte Zahnpasta sowie Fluoretten erhältlich.  Zu beachten gilt, dass bei langfristiger Überdosierung weiße Flecken auf dem Zahnschmelz (mottled enamel) sowie Skelettveränderungen, Osteoporose und Sehnenverkalkungen auftreten können.

Frage 4

Empfehlungen von Ihrem Zahnarzt  

Ø      Lassen Sie unmittelbar zu Schwangerschaftsbeginn Ihren Zahnstatus überprüfen und gegebenenfalls eine
        professionelle Zahnreinigung durchführen.
Ø      Bei Versiegelung mit einem Schutzlack, ist eine Kontrolle einige Monate nach der Geburt ratsam.
Ø      Zwei Zahnarztbesuche während der Schwangerschaft sind stets empfehlenswert.
Ø      Wichtig ist, dass Sie Ihren Zahnarzt über Ihre Schwangerschaft informieren. Er kann dann seine Therapiemöglichkeiten genauestens auf Ihre Situation abstimmen.
Behandlungen größeren Ausmaßes sollten in der Regel wenn möglich nicht innerhalb der Schwangerschaft durchgeführt werden.

Frage 5

Besteht bei stark übergewichtigen Frauen während der Schwangerschaft ein erhöhtes Risiko für Komplikationen?

Bei stark übergewichtigen Frauen wurden ein höheres Risiko für Stoffwechselerkrankungen wie Schwangerschaftsdiabetes, Venenthrombosen, erhöhter Blutdruck und Infektionen der Harnwege sowie eine leicht erhöhte Rate an Fehlbildungen (z.B. Neuralrohrdefekten) verzeichnet. In aller Regel sind die Kinder jedoch gesund.
Eine Ultraschalluntersuchung kann sich schwieriger gestalten. Da,die Neugeborenen oft sehr groß sind, ist ihr Verletzungsrisiko bei der Geburt größer und auch ein Kaiserschnitt ist wahrscheinlicher. Keinesfalls sollten Sie jedoch während der Schwangerschaft radikal abnehmen. Wichtig sind wirklich regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, Tests auf Schwangerschafts-Diabetes sowie mögliche Neuralrohr-Defekte beim Ungeborenen sowie eine ausgewogene Ernährung.

12. SSW

Frage 1

Ist es sinnvoll, während der Schwangerschaft auf jeden Fall zusätzliche Vitaminpräparate einzunehmen?

Folsäure (Vitamin B9) sollten Sie auf jeden Fall zusätzlich einnehmen. Eine ausreichende Folsäurezufuhr ist zwingend notwendig um Neuralrohr- Defekte des Fetus wie Spina bifida (offener Rücken), Hydrozephalus (Wasserkopf), Lippen- Kiefer- Gaumen- Segel- Fehlbildungen und Entwicklungsstörungen des Gehirns zu verhindern.
Durch eine ausgewogene Ernährung kann unter normalen Bedingungen der Mehrbedarf an Mineralstoffen und Vitaminen problemlos gedeckt werden, so dass in der Regel eine zusätzliche Einnahme von weiteren Vitaminen nicht nötig ist.

Frage 2

Ist die Einnahme eines Eisenpräparates während der Schwangerschaft prinzipiell zu empfehlen?

Die Einnahme von Medikamenten in der Schwangerschaft sollte grundsätzlich kritisch hinterfragt werden. Eine prinzipielle Eisensubstitution in der Schwangerschaft ist daher nicht notwendig. Es ist generell sinnvoll in und außerhalb der Schwangerschaft auf eine ausgewogene, eisenhaltige Ernährung zu achten.
Belegt ist ein um das Doppelte erhöhter täglicher Eisenbedarf innerhalb der zweiten Schwangerschaftshälfte. Dieser lässt sich auf die gesteigerte Blutbildung der Mutter und des Fetus zurückführen. Kann dieser Bedarf nicht in ausreichendem Maße über die Nahrung zugeführt werden, greift der Körper auf Reserven zurück, welche häufig durch Monatsblutungen oder vorausgehende Schwangerschaften relativ gering sind. Eisenmangelsymptome wie Infektionsanfälligkeit, Müdigkeit und Blässe treten meist ab der 30. SSW auf und sind eindeutiger Hinweis, dass eine unterstützende Einnahme eines Eisenpräparates indiziert ist (z.B. Eisen-II-Sulfat 1-2 x 80mg/d).
Weiterhin muss beachtet werden, dass starke Blutungen bei der Geburt mit hohen Eisenverlusten einhergehen, so dass ein gut gefüllter Speicher ratsam ist. Ihr Frauenarzt kann Ihren Eisengehalt im Blut durch einfache Tests bestimmen. Besprechen Sie mit Ihm, ob für Sie die Einnahme eines Eisenpräparates sinnvoll ist, unter anderem auch vor dem Hintergrund einer notwendigen Eigenfinanzierung, da die Nahrungsergänzungsmittel in der Werbung empfohlen, jedoch nur in begründeten Fällen von der Krankenkasse bezahlt werden.

Frage 3

Ist von einem regelmäßigen Genuss an Kaffee während der Schwangerschaft prinzipiell abzuraten?

Koffein ist nicht zwingend schädlich. Sie können weiterhin Ihre bevorzugten koffeinhaltigen Getränke (Kaffee, Tee, Cola, Red Bull) oder Schokoloade genießen, solange Sie es nicht übertreiben. Wie bei jedem Genussmittel besitzt auch hier der Grundsatz einer angemessenen Dosis Gültigkeit. Das Bundesministerium für Ernährung hat eine Richtlinie veröffentlicht, nach der schwangere Frauen nicht mehr als 300 mg Koffein am Tag zu sich nehmen sollten. Dieser Grenzwert entspricht in etwa drei bis vier Tassen Pulver- oder Filterkaffee (je nachdem wie stark zubereitet), sechs Tassen Tee oder sechs Dosen Cola pro Tag.
Koffein wirkt anregend und stimuliert das Zentrale Nerven-, Herz-Kreislaufsystem und die Atmung; es verengt die Gefäße und vermindert so die Sauerstoffversorgung der Plazenta. Hierdurch kann es zu einer Beeinträchtigung des Wachstums des Kindes und einem niedrigen Geburtsgewicht führen. Da Koffein plazentagängig ist, kann es beim Feten einen schnelleren Herzschlag und vermehrte Aktivität auslösen. Außerdem hemmt Koffein die Aufnahme von Eisen aus der Nahrung, insbesondere in Form von Schwarztees.

Frage 4

Ist gegen alkoholfreies Bier während der Schwangerschaft etwas einzuwenden?

Der sporadische Genuss eines alkoholfreien Bieres ist während der Schwangerschaft durchaus erlaubt. Zu bedenken gilt jedoch die Definition „alkoholfrei“. Diese bezeichnet einen auf unter 0,5% reduzierten Alkoholgehalt.Zwar kann der gelegentliche Genuss von alkoholfreiem Bier in der frühen Schwangerschaft wegen des geringen Alkoholgehalts als tolerabel eingestuft werden. Wer allerdings kein Risiko eingehen will, sollte auch auf die regelmäßige Zufuhr von alkoholfreiem Bier verzichten. Wie immer gilt die Regel: Übertreiben Sie es nicht!

Frage 5

Ich habe eine Katze. Wie groß ist das Risiko einer Toxoplasmose - Infektion? Welche Auswirkungen hätte eine Infektion auf mein Baby?

Infizierte und erkrankte Katzen scheiden Toxoplasmose-Oozyten (Eier) mit dem Kot aus. Diese können dann durch Katzenkot verunreinigte Lebensmittel (z.B. Salat, Gemüse), aber auch durch rohes Fleisch, vom Menschen aufgenommen werden.
Die Toxoplasmose ist eine häufige Infektion: 30-50% der Schwangeren in Deutschland haben Antikörper gegen den Erreger als Zeichen einer erlittenen Infektion.
Grippeähnliche Beschwerden oder ein Anschwellen der Lymphknoten sind typische, jedoch unspezifische Anzeichen für eine Infektion mit Toxoplasmose. Bei einer Erstinfektion mit dieser Erkrankung werden Antikörper gebildet, die vor einer erneuten Infektion schützen, es sei denn eine Erkrankung oder Therapie schwächt das Immunsystem sehr stark ab.
Im Gegensatz zu einer Infektion von Nichtschwangeren stellt eine Erstinfektion in der Schwangerschaft ein ernstes Problem dar.
Mit fortschreitendem Schwangerschaftsalter erhöht sich bei einer Erstinfektion von Ihnen das Infektionsrisiko für Ihr Kind, dafür nimmt das Risiko einer Schädigung deutlich ab.
So kann es beispielsweise bei einer Infektion im ersten Schwangerschaftsdrittel zu einer Fehlgeburt kommen, während bei einer Erstinfektion gegen Ende der Schwangerschaft eine Infektion Ihres Kindes meist überhaupt keine schädigenden Auswirkungen hat.
Da eine Infektion meistens ohne Symptome verläuft, wird eine Blutentnahme zur Bestimmung Ihrer Immunität, v.a. bei Katzenkontakt, empfohlen. Allerdings wird diese Blutuntersuchung selten von der Kasse bezahlt, da sie nicht in den Mutterschaftsrichtlinien vorgeschrieben ist. Bei einer nachgewiesenen Erstinfektion in der Schwangerschaft gibt es eine etablierte Antibiotikatherapie, um einer Erkrankung des Kindes vorzubeugen.
Da die Erkrankung Toxoplasmose vor allem durch Katzenkot und rohes Fleisch übertragen wird, sollten Sie versuchen den direkten Umgang mit Katzen sowie vor allem das Putzen von Katzenklos zu vermeiden. Reinigen Sie sorgfältig Gemüse, Salat und Obst aus Biogärten und waschen Sie sich gründlich die Hände nach der Gartenarbeit oder der Fleischzubereitung.
Wenn Sie eine Katze halten, informieren Sie Ihre Frauenärztin bzw. Ihren Frauenarzt über Ihr erhöhtes Risiko und lassen Sie regelmäßig Ihren Antikörperstatus im Blut testen, um eine Infektion möglichst früh zu erkennen. Wenn Sie eine Toxoplasmoseinfektion bereits früher durchgemacht haben, brauchen Sie sich nun keine Sorgen mehr zu machen – Sie sind immun und Ihr Kind ist nicht gefährdet!

Frage 6

Wie sieht die Therapie der Toxoplasmoseinfektion während der Schwangerschaft aus?

Bei Infektionsverdacht wird unverzüglich eine antibiotische Therapie anhand des Wirkstoffes Spiramycin eingeleitet. Die Behandlung dauert mindestens 4 Wochen. Eine ausführliche Ultraschalluntersuchung durch einen entsprechend ausgebildeten Frauenarzt ist unbedingt erforderlich, um eine Schädigung des Kindes auszuschließen. Ab dem vierten Schwangerschaftsmonat oder im Falle der Diagnose einer Infektion des Fetus anhand einer Untersuchung des Nabelschnurblutes oder des Fruchtwassers, werden die Wirkstoffe  Pyrimethamin, Sulfadiazin und Folsäure verordnet. Diese Therapie ist meist sehr erfolgreich und kann in der Regel gesundheitliche Schäden des Fetus verhindern.

Frage 7

Sollte ich mich während der Schwangerschaft von meiner Katze trenne, um das Risiko einer Toxoplasmose-Infektion zu vermeiden?

Da Sie vermutlich gegen eine Toxoplasmose immun sind, ist dies in der Regel nicht erforderlich. Zur Sicherheit sollten Sie Ihren Toxoplasmose-Titer überprüfen lassen. Ist dieser positiv sind, können Sie unbesorgt sein; ist er negativ, ist Vorsicht angesagt. Intensive Hygienemaßnahmen wie eine tägliche Reinigung des Katzenklos sind enorm wichtig. Die Infektionsgefahr bei Katzen, die sich viel im Freien aufhalten, ist im Vergleich zu reinen Hauskatzen deutlich erhöht. Lebensmittel, wie rohes Fleisch sind aber die häufigeren Infektionsquellen.

Frage 8

Stellt der Verzehr von Sushi während der Schwangerschaft ein Problem dar?

Erfahrungsgemäß ist es äußerst sinnvoll, sich in der Schwangerschaft fischreich zu ernähren. Seefische versorgen den Körper mit wertvollem Eiweiß, dem lebensnotwendigen Mineralstoff Jod sowie wichtigen Omega-3-Fettsäuren.Äußerst zurückhaltend sollten Sie jedoch bezüglich rohen sowie geräucherten Fischprodukten und Muscheln sein. Beispiele hierfür sind Sushi, Matjes, Hering, Räucherlachs und Austern. Diese weisen ein deutlich erhöhtes Risiko für Listerien-Befall auf. Erhitzen Sie deshalb alle Fische, Fischprodukte und Meeresfrüchte, um diese dann unbesorgt genießen zu können.

Frage 9

Können Listerien-Keime durch Erhitzen und Tiefkühlen vernichtet werden?

Durch Tiefgefrieren werden die Listerien im Gegensatz zu Toxoplasmose-Erregern nicht vernichtet. Ab einer Temperatur von ca. 75 °C werden die Keime jedoch mit großer Wahrscheinlichkeit abgetötet.
Schwangere sollten vor allem folgendes beachten:
-          Meiden Sie Rohmilchprodukte und Muscheln bzw. Meeresfrüchte
-          Meiden Sie Salami, Wurst-Fleisch-Pasteten und Tartar
-          Reinigen Sie Salat sehr gründlich
-          Waschen Sie regelmäßig Ihre Hände.
-          Vermeiden Sie den Kontakt zwischen rohen und gekochten Lebensmitteln.
-          Verbrauchen Sie vorgekochte bzw. halbfertige Lebensmittel so schnell wie möglich
-          Verwenden Sie zum Kochen keine angebrochenen Konserven, Mayonnaise oder Salatdressing
Reinigen Sie regelmäßig Ihren Kühlschrank. Die Temperatur sollte stets unter 4º C liegen.

Frage 10

Wie kann ich in Erfahrung bringen, dass ein Käse wirklich aus Rohmilch produziert wurde? 

Große deutsche Molkereien sind verpflichtet, Rohmilchprodukte auf der Packung explizit zu kennzeichnen. In der Regel produzieren sie den Großteil der Produkte aus pasteurisierter Milch. Aus Sicherheitsgründen ist es empfehlenswert, während der Schwangerschaft den Einkauf auf abgepackten Käse zu reduzieren oder an der Theke die Kennzeichnung der Großpackungen überprüfen zu lassen. Des Weiteren sollten Sie bevorzugt Hartkäsesorten kaufen und stets die Rinde abschneiden. Zurückhaltend sollten Sie mit dem Einkauf bei Direkterzeugern und kleinen Molkereien sein, da für diese die Kennzeichnungspflicht keine Geltung hat. Bedenken Sie außerdem, dass Käsesorten mit rechtlich geschützter Original-Herkunftsbezeichnung in aller Regel aus Rohmilch hergestellt werden. Hierzu zählen bspw. Italienischer Mozzarella,  Französischer Camembert sowie Schweizer Emmentaler.

Frage 11

Ist die Einnahme von Folsäure über das empfohlene Intervall von zwölf Wochen gesundheitlich bedenklich?

Als werdende Mutter ist es äußerst wichtig, im Hinblick auf die Auswirkungen eines Folsäuremangels auf eine ausreichende Folsäureversorgung zu achten. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass das Risiko für Entwicklungsstörungen beim Ungeborenen (z.B. Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, Neuralrohrdefekte, angeborene Herzfehler) durch eine ausreichende Folsäureversorgung in der Frühschwangerschaft deutlich gesenkt wird.
Das Neuralrohr ist eine Struktur der Embryonalentwicklung, die bereits während der zweiten und dritten Schwangerschaftswoche entsteht. Sie bildet den Ursprung für die Entwicklung des zentralen und periphere Nervensystem des Kindes. Neuralrohr- Defekte sind beispielsweise Spina bifida (offener Rücken), Hydrozephalus (Wasserkopf), Lippen- Kiefer- Gaumen- Segel- Fehlbildung und Entwicklungsstörungen des Gehirns.
Studien haben gezeigt, dass bei Folsäuremangel frühe Fehlgeburten, eine vorzeitige Lösung des Mutterkuchens sowie eine Schwangerschaftsvergiftung (Präeklampsie) gehäufter auftreten. Da jedoch eine bewusste Ernährung allein zur Deckung Ihres Folsäurebedarfes nicht ausreicht, ist bei Planung einer Schwangerschaft die zusätzliche  Einnahme eines Folsäurepräparates möglichst bereits einen Monat vor Eintritt der Schwangerschaft, spätestens aber nach Feststellung der Schwangerschaft, ratsam.
Ebenso ist auch nach der 12.SSW eine weitere Folsäureeinahme prinzipiell zu empfehlen.
Da die Organentwicklung, die so genannte Organogenese, nach der 10. Schwangerschaftswoche abgeschlossen ist, hat die Folsäure zwar keine Auswirkung mehr auf das Neuralrohr des Ungeborenen, sie ist jedoch als unerlässlicher Bestandteil bei der Neubildung von Zellen an zahlreichen wichtigen Prozessen im Körper des ungeborenen Kindes von enormer Bedeutung.
Aktueller wissenschaftlicher Stand ist, dass eine längerfristige Einnahme von Folsäure in dieser Dosierung gesundheitlich unbedenklich ist. Nebenwirkungen sind erst bei weitaus höherer Dosierung bekannt (über 15 Milligramm täglich länger als vier Wochen). Bis 1.000 Mikrogramm gilt eine Aufnahme als sicher.

Frage 12

Wie sieht es mit Radfahren während der Schwangerschaft aus?

Prinzipiell ist Radfahren eine äußerst günstige Sportart für die Zeit der Schwangerschaft. Durch die Bewegung Ihrer Beine werden die Muskeln angespannt und damit der Blutrückstrom zu Ihrem Herzen gefördert. Dies wirkt der Entstehung von Krampfadern aktiv entgegen. Wenn sich bereits an Gewicht zugenommen haben, nimmt Ihnen der Drahtesel einen Teil der Last ab. Deshalb ist Radfahren gerade auch bei Übergewicht in der Schwangerschaft besonders empfehlenswert, da Ihre Gelenke durch den reduzierten Gewichtsdruck geschont werden.
Neben Radfahren, Schwimmen und Aqua-Fitness sind Spazierengehen, Wandern bis 1300 m Höhe (trainierte Schwangere dürfen auch bis 2.000m aufsteigen), Walking, sanftes Joggen, Aerobic sowie mäßiges Kraft- oder Gerätetraining im Studio (lassen Sie sich von einem kompetenten Trainer beraten!) empfehlenswert. Oder versuchen Sie es mal mit leichtem Tanzen! Ihr Kleines wird sich über die wiegenden Bewegungen freuen!

Frage 13

Kann ich auch während der Schwangerschaft weiterhin meine Bauchmuskeln trainieren?

Sit-ups oder ähnliche Bauchmuskelübungen sind auf die Dauer sehr beschwerlich und sollten nicht mehr forciert werden. Gerade Sit-ups belasten die gerade Bauchmuskulatur, können diese auseinander ziehen und zu Verletzungen führen. Ein leichtes Auseinandergehen der linken und rechten Bauchmuskelgruppen, die so genannte Rektusdiastase, ist insbesondere gegen Ende der Schwangerschaft bei den meisten Schwangeren zu beobachten., Dabei bleibt eine sehnige Verbindung in der Mittellinie der Muskelgruppen bestehen. Werden die Muskeln links und rechts dieser Mittellinie jedoch zu stark trainiert, kann sich diese Verbindung überdehnen oder gar auseinander reißen.
Behutsames Training ist jedoch gerade bezüglich der Rückenstabilisierung von Vorteil. Wichtig wäre, dass Sie in der zweiten Schwangerschaftshälfte hauptsächlich die schräg verlaufenden Muskelpartien sowie die Beckenmuskulatur in Ihr Training einbeziehen. Adäquate Übungen diesbezüglich sind schräge Sit-Ups sowie abwechselndes Anziehen der Beine, wobei dabei immer eines auf dem Boden verbleibt.
Zu bedenken gilt wie bei jedem Training, dass umfangreiche Aufwärm- und Dehnphasen im Vorfeld der Gymnastik durchgeführt werden.
Im letzten Schwangerschaftsdrittel sollten Sie nicht mehr in Rückenlage trainieren, weil dann die Gebärmutter und ihr größer werdendes Kind den Rückfluss des Blutes zum Herzen behindern und zu Kreislauf-Problemen führen kann (Vena-cava-Syndrom). Übungen in der Seitenlage, im Stehen, im Sitzen oder im Vierfüßlerstand sind dann günstiger. Grundsätzlich  sollten Sie bei jeder sportlicher Betätigung in der Schwangerschaft stets auf ihren Körper hören. Sollten Sie Schwindel, Kopfschmerzen, vaginale Blutungen oder anderen Beschwerden verspüren, beenden Sie bitte das Training umgehend und konsultieren Sie Ihren Arzt.

Frage 14

In welchem Ausmaß ist Lauftraining während der Schwangerschaft noch vertretbar?

Leichter, regelmäßiger Sport ist für Sie als werdende Mutter sehr gut. Wenn Sie sich in einem guten Trainingszustand befinden, steht sportlicher Betätigung nichts im Wege. Allerdings ist es stets wichtig, dass Sie die Signale, die Ihnen Ihr Körper gibt, wahrnehmen und Ihr Training beenden, sobald es Ihr Wohlbefinden beeinträchtigt. Voraussetzung für Ihr Wohlbefinden ist, dass Sie im so genannten aeroben Bereich joggen, denn nur in diesem Bereich wird das Blut (und damit der Fetus) ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Sie sollten sich beim Laufen mit Leichtigkeit noch unterhalten können, dann haben Sie die richtige Geschwindigkeit. Noch besser ist, das Tempo mit einer Pulsuhr zu kontrollieren; dabei sollten Sie Werte von 130 bis 140 Schlägen / Minute nicht überschreiten.
Sinnvolle Alternativen zum Laufen sind Schwimmen, Gymnastik, Fahrradfahren, Wandern oder Nordic Walking. Nicht geeignet sind Leistungssport, Kraftsportarten und Sportarten mit kurzfristigen Erschütterungen und Belastungen (Reiten, Tennis, Squash). Übertriebenes Training ist während der Schwangerschaft äußerst kontraproduktiv. Studien belegten, dass durch die hauptsächliche Sauerstoffversorgung der Muskulatur eine Sauerstoffunterversorgung des Fetus induziert wird. Folge kann ein verringertes Geburtsgewicht sein!

Frage 15

Sollte ich mich während der Schwangerschaft bewusst salzarm ernähren?

Nein, eine salzarme Diät in der Schwangerschaft wird weder für gesunde noch für Gestose-Schwangere empfohlen. Eine salzarme Diät ist zudem potentiell gefährlich, weil die notwendige Flüssigkeitsaufnahme durch ein vermindertes Durstgefühl eingeschränkt wird. Dadurch werden Ihrem Körper lebensnotwendige Mineralien vorenthalten. Dies kann zu  Mangelversorgung des Babys sowie Hochdruckerkrankungen der werdenden Mutter und daraus resultierenden Komplikationen führen. Durch die Salzeinschränkung kann der Organismus das insbesondere während der Schwangerschaft dringend benötigte Wasser nicht mehr in den Gefäßen halten, es tritt  folglich ins Gewebe über, wo es Wassereinlagerungen (Ödeme) erzeugt. Orientieren Sie sich also an einer gesunden, protein-und ballaststoffreichen sowie fettarmen Ernährung anhand der Ernährungspyramide.

Frage 16

Ist vegetarische Ernährung während der Schwangerschaft für mein Baby gesundheitlich gefährlich?

Das kommt darauf an, wie streng die Einschränkungen sind. Es muss unterschieden werden zwischen vegan, lakto- und ovo-lakto-vegetarischer Ernährung. Laktovegetarier verzichten auf Fleisch, Fisch und Eier, nehmen aber Milch und Milchprodukte zu sich. Ovo-Laktovegetarier streichen ausschließlich Fisch und Fleisch von ihrem Speiseplan, essen jedoch - im Unterschied zu den Laktovegetariern - neben Milchprodukten auch Eier. Veganer meiden alle vom Tier stammenden Produkte, d.h. neben Fleisch auch Fisch, Eier, Milch und Honig.
Durch eine ovo-lakto-vegetarischer Ernährung, wird die Gesundheit Ihres Babys in der Regel nicht beeinträchtigt, da durch einen hohen Gemüse- und Obstverzehr genügend Vitamine und Mineralstoffe aufgenommen werden können. Durch den Konsum von Milch, Milchprodukten und Eier stellen Sie die ausreichende Versorgung Ihres schwangeren Körpers mit Proteinen und fettlöslichen Vitaminen sicher.
Untersuchungen zeigten, dass vegane Ernährung hinsichtlich einer Schwangerschaft äußerst ungünstig ist, da mit einer Unterversorgung an lebensnotwendigen Vitaminen und Mineralstoffen zu rechnen ist. Insbesondere Vitamin B12 und Vitamin D3 sowie Calcium und Eisen werden dem Körper der werdenden Mutter und damit dem ungeborenen Kind nicht in ausreichendem Maße zugeführt.
Eine ausreichende Versorgung an Vitamin B12 (in der Schwangerschaft mit 3,5 Mikrogramm)  ist notwendig für Gehirn und Nervensystem, Wachstum, rote Blutkörperchen, Knochenbau und eine positive Stimmungslage. Es trägt dazu bei, eine Blutarmut zu vermeiden. Wichtige Nährstofflieferanten sind tierische Lebensmittel, insbesondere Fleisch, Fisch, Eier und  Milchprodukte. Die notwendige Calciumversorgung kann bei einer veganen Ernährung enorm vermindert sein, da Pflanzen einerseits nur geringe Mengen an Calcium enthalten und andererseits dieses vom Körper auch noch schlechter verwertet werden kann. Calcium ist unentbehrlich für den Aufbau der Gewebs- und Knochenstrukturen des wachsenden Kindes. Bei einer Unterversorgung wird es Ihrem eigenen Skelett entzogen und erhöht das Osteoporose- Risiko. Calcium-Lieferanten sind Milch, Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Haselnüsse, Mandeln und Gemüsesorten wie Fenchel und Brokkoli.
Eine Unterversorgung während der Schwangerschaft kann folgenreich für das heranwachsende Kind sein. Da vom Körper vorrangig das heranwachsende Kind mit Nährstoffen versorgt wird, besteht auch für die Mutter die Gefahr einer Mangelversorgung.