Ratgeber Brustkrebs:

Die Durchführung der passenden Hormontherapie

Welche Behandlung für eine Frau mit Brustkrebs infrage kommt, hängt von ihren ganz persönlichen Voraussetzungen ab.

Ziel der Behandlung ist immer die Ausschaltung der unerwünschten Hormonwirkung auf den Brustkrebs. Dies erreicht der Arzt, indem er die Bildung von Hormonen unterbindet oder die Wirkung von Hormonen stört.

In der Regel wird die Hormontherapie nach der Operation ("adjuvant") begonnen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann sie bereits vor der Operation ("neoadjuvant") eingeleitet werden. Bitte besprechen Sie mit Ihrem Arzt das genaue Vorgehen!

Immer, wenn Hormonrezeptoren vorhanden

Unabdingbare Voraussetzung für eine Hormonehandlung ist der Nachweis von Hormonrezeptoren im Tumorpräparat. Nur wenn der Pathologe Östrogen- oder Progesteronrezeptoren nachweist, ist eine Hormontherapie sinnvoll.

Sind solche Andockstellen für Hormone vorhanden, sollte eigentlich jede Frau heute eine Hormontherapie mit "Gegen-Hormonen" erhalten. Welche Wirkstoffe sich hierfür am besten eignen, hängt von mehreren Faktoren ab, besonders vom Alter und der Frage, ob die Wechseljahre bereits eintraten oder nicht.

Vor den Wechseljahren

Bei Frauen, die vor ihren Wechseljahren an Brustkrebs erkranken, muss die Hormonbildung der Eierstöcke ausgeschaltet werden. Während früher dazu die Eierstöcke operativ entfernt wurden, werden heutzutage so genannte GnRH-Analoga eingesetzt. Diese haben den Vorteil, dass die Hormonblockade nach Abschluss der Behandlung wieder aufgehoben werden kann. GnRH-Analoga müssen gespritzt werden. Zusätzlich wird ein sog. Antiöstrogen in Form von Tamoxifen verabreicht.

Nach den Wechseljahren

Bis vor kurzem vertrauten die Ärzte bei Patientinnen nach den Wechseljahren fast ausschließlich auf das bewährte Gegen-Hormon bzw. Antiöstrogen Tamoxifen. Mit Tamoxifen treten seltener Rückfälle auf und weniger Patientinnen versterben an Brustkrebs. Allerdings wissen Ärzte, dass die Gabe von Tamoxifen über mehr als 5 Jahre keinen Vorteil bringt.

In den letzten Jahren haben sich Aromatasehemmer als wirksame Behandlungsform erwiesen. Studien belegen, dass die Gabe eines Aromatasehemmers wie Letrozol nach Abschluss der Tamoxifen-Behandlung Vorteile aufweist. Darüber hinaus rufen diese Arzneimittel im Vergleich mit Tamoxifen seltener Nebenwirkungen hervor.

In Studien wird derzeit geprüft, ob sich die frühe zusätzliche Gabe eines Aromatasehemmers oder die Gabe anstelle von Tamoxifen für die betroffenen Patientinnen vorteilhaft ist.

Behandlung mit Antikörpern

Besitzen die Tumorzellen ein besonderes Merkmal (HER2 Antikörper) an der Zelloberfläche (in ca. 16-18%) erhalten die Pat. zusätzlich Herceptin (Trastuzumab) als spezielle dafür ausgerichtete Antikörpertherapie.