Ratgeber Brustkrebs:

Eine neue Brust: Wiederaufbau und Prothesen

Die Entfernung einer Brust im Zuge einer Brustkrebsbehandlung ist für betroffene Frauen ein einschneidendes Ereignis. Nicht selten stellen Frauen daraufhin ihre Attraktivität in Frage. Wie kann die moderne Medizin helfen?

Ersatz durch ein Implantat

Im Fall des Implantats setzt der Operateur zunächst entweder einen "Platzhalter" ein, den so genannten Expander, der über etwa ein halbes Jahr aufgedehnt wird (siehe Bild oben). Alternativ bzw. in den meisten Fällen kann bereits eine Prothese in den Wundbereich in der Regel unter den Brustmuskel eingelagert werden. Mit einer passenden Prothese lässt sich die äußere Form der Brust wiederherstellen und der Gegenseite angleichen. Manche Frauen spüren unter Umständen später ein Fremdkörpergefühl.

Äußere Brustprothesen

Sollte bei Ihnen ein Wiederaufbau der Brust nicht infrage kommen, gibt es sicher die für Sie am besten geeignete äußere Brustprothese. Im Regelfall ist es ein BH oder Badeanzug mit einem Kissen auf der operierten Seite, sodass von außen kein Unterschied zur anderen Seite erkennbar ist. Die Anpassung erfolgt meist im Rahmen des Krankenhausaufenthaltes.

Die Kosten für eine normale Brustprothese übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung, anteilmäßig auch die Kosten für die notwendigen Halterungen (Büstenhalter). Aus hygienischen Gründen sollten davon gleich zwei per Rezept verschrieben werden.

Wie finde ich die richtige Prothese?

  • Treffen Sie keine überstürzte Entscheidung - lassen Sie sich Zeit mit der Anprobe.
  • Haben Sie keine Scheu oder Hemmungen bei der Anpassung.
  • Achten Sie darauf, dass die Brustprothese auf jeden Fall bequem sitzt.
  • Nehmen Sie zur Anpassung eine Auswahl einiger Kleider mit, damit Sie den Sitz der Prothese bei mehreren Kleidungsstücken beurteilen können.
  • Bitten Sie eine Ihnen vertraute Person, zum Beispiel eine gute Freundin, Sie zu begleiten: Sie wird als zuverlässige Beobachterin darüber urteilen, ob die Brustprothese aus jeder Perspektive echt aussieht.

Haftprothesen

Haftprothesen kann man mit Hilfe eines Klebestreifens oder ihrer selbsthaftenden Rückseite direkt auf der Haut befestigen. Moderne Prothesen halten sehr sicher, was besonders für sportliche Frauen wichtig ist. Eine selbstklebende Unterfläche haftet ungefähr ein Jahr lang verlässlich. Die Haftkraft kann durch Schwitzen nachlassen. Selbsthaftende Brustprothesen haben sich auch beim Lymphödem bewährt.

Silikonprothesen vertragen im Allgemeinen Schweiß, Kosmetika, Chlor- und Seewasser oder Haut- und Sonnenöl. Man reinigt sie am besten täglich mit der Hand, mit lauwarmem Wasser und Feinwaschmittel.