Untersuchungen im Verlauf der Schwangerschaft


Blutdruck-Messung:

Bei jeder Vorsorgeuntersuchung wird der Blutdruck überprüft. Sind die Werte zu hoch oder zu niedrig, könnte das dem Ungeborenen schaden. Der Arzt wird nach den Ursachen suchen und eventuell behandeln.

Urin-Untersuchung:

Jedes mal überprüft das Labor, ob die werdende Mutter eine Entzündung hat (zu viele Leukozyten im Urin). Gesucht wird aber auch nach Anzeichen einer Schwangerschaftsvergiftung, die sich am Eiweißgehalt der Urinprobe erkennen lässt.

Blut-Test:

Bei der großen Erstuntersuchung entnimmt der Arzt Blut aus der Armvene. Bestimmt werden die Blutgruppe der Mutter, der Rhesusfaktor (wegen einer möglichen Unverträglichkeit), die Abwehrkraft gegen Röteln und Toxoplasmose, Infektionskrankheiten, die das Ungeborene schädigen können. Aus dem Tropfen, der jedes Mal aus der Fingerspitze gewonnen wird, wird der Eisengehalt des Butes errechnet (eine wichtige Voraussetzung, damit das wachsende Baby genug Sauerstoff bekommt). Notfalls muss mit Eisentabletten ausgeglichen werden.

Chromosomen-Test:

Bei Müttern über 35 steigt das Risiko, ein chromosomengeschädigtes Kind auszutragen. Mit diesem Test wird vor allem nach dem Down-Syndrom, früher Mongolismus genannt, gesucht. Für diesen Test, der nur auf Wunsch der Mutter gemacht wird, braucht der Arzt Zellen des Ungeborenen. Entweder werden sie um die zehnte Schwangerschaftswoche aus dem Plazentagewebe entnommen ( Chorionzottenbiopsie) oder aus dem Fruchtwasser (die Punktion ist heute schon nach der 11. Woche möglich).

Herzton-Kontrolle:

Ab der zwölften Schwangerschaftswoche sucht der Arzt mit einem speziellen Gerät nach den Herztönen des Babys. Der Rhythmus und die Zahl der Schläge pro Minute geben Hinweise, wie es dem Ungeborenen geht. Gegen Ende der Schwangerschaft wird die werdende Mutter bei den Vorsorgeterminen mit dem CTG, dem Herzton-Wehenschreiber, untersucht.

Untersuchung I. Trimenon

Eine besondere Bedeutung kommt der Screeninguntersuchung im ersten Trimenon neben der Beurteilung der fetalen Entwicklung durch die Messung der Nackenfalte im Hinblick auf chromosomale Aberrationen zu. Hierbei ist die Abhängigkeit vom Gestationsalter zu berücksichtigen.

Bei Durchführung einer Chromosomenanalyse bei Überschreitung der 95. Perzentile werden etwa 70% aller Schwangerschaften mit Trisomie 13,18 oder 21 erkannt. Durch Berücksichtigung des Alters der Mutter der Anamnese steigt die Erfolgsrate auf über 80%.

Die Untersuchung sollte zwischen der 11+0 und der 13+6 SSW (45-84 mm SSL) durchgeführt werden.

Die Software-Lizenz für diese Form der Risikoanalyse ist Teilnehmern des NT-Programmes durch die Fetal Medicine Foundation, London, möglich. Hierbei wird ein Risikoprofil erstellt, das die Entscheidung bezüglich einer invasiven Diagnostik individuell möglich macht.

Als neuer Screening-Parameter hat sich die Beurteilung des fetalen Nasenbeins herausgestellt, der zusätzlich hinzugezogen eine noch höhere Erkennungsrate der Trisomie 21 ermöglicht. Diese Ergebnisse müssen sich jedoch in weiteren Studien noch bestätigen

Untersuchung II. Trimenon

Wichtige Inhalte der weiterführenden Sonographieuntersuchungen sind die Beurteilung der Organe, fetales EKG und Doppler-Untersuchungen der uteroplazentaren Gefäße. Werden Ergebnisse der ersten Screeninguntersuchung mitberücksichtigt, so kann erneut eine individuelle Risikoabschätzung für Chromosomenaberrationen durchgeführt werden. Die Untersuchung sollte idealerweise zwischen der 21. und 23. SSW erfolgen. Gerade bei belastender Anamnese oder ausgeprägter Adipositas empfiehlt sich ein früherer Untersuchungszeitpunkt, ggf. transvaginalsonograpgisch.

Ab der 22. SSW können sinnvolle Doppler-Untersuchungen bezüglich der Versorgungslage des Feten durchgeführt werden.

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Termine
In der Schwangerschaft ist der Zeitpunkt der Untersuchung entscheidend für eine sichere Diagnose. Die Durchführung der Untersuchungen erfolgt in der Regel in den Praxisräumen. Die optimalen Untersuchungszeitpunkte sind:

Nackentransparenzmessung 11+0 bis 13+6 SSW (13. Schwangerschaftswoche)
Organ-Ultraschall ab 19+0 SSW (21. Schwangerschaftswoche)
Fetale Dopplersonographie ab 24. Schwangerschaftswoche
Amniozentese ab 14+0 SSW (16. bis 17. Schwangerschaftswoche)
Chorionzottenbiopsie ab 11+0 SSW (12. bis 13. Schwangerschaftswoche)




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