fMEG steht für fetale Magnetenzephalographie – d.h. der Aufzeichnung von Magnetfeldern, die bei menschlicher Hirnaktivität entsteht. Das fetale MEG-Gerät wurde speziell für Messungen am Ungeborenen über die mütterliche Bauchdecke an Instituten der Universitäten in Tübingen und in Little Rock (Arkansas, USA) entwickelt.
Magnetenzephalographie ist eine nicht-invasive Methode, um mit speziellen, hochsensiblen Sensoren sehr kleine Magnetfelder elektrischer Aktivität zu messen, wie sie zum Beispiel bei Hirnaktivität in der Hirnrinde entstehen. Die Technologie des MEG existiert seit 30 Jahren und wurde seither zur Untersuchung Erwachsener genutzt. Zur Messung der Hirnaktivität werden Magnetfelder über der Körperoberfläche abgeleitet ohne dabei selbst Signale, Ströme oder Strahlen auszusenden. D.h sie Messung ist völlig passiv und ohne Belastung für die untersuchten Personen. Zur Magnetfeldregistrierung werden hochsensible Sensoren verwendet. Diese erlauben es, kleinste Magnetfelder bis zu femtoTesla (femto = 10-15, Tesla = Einheit für Magnetfelder) zu registrieren (Beispiele: Erdmagnetfeld rund 10-4 Tesla, Hirnaktivität 10-13 Tesla).
Im September 2008 wurde das neue fMEG an der Universitätsklinik Tübingen in Betrieb genommen. Es ist das weltweit zweite Gerät seiner Art und wurde von Wissenschaftlern der Universitäten in Tübingen entwickelt in Kooperation mit der Universität in Little Rock (Arkansas, USA), die über den fMEG-Prototypen verfügt.
Die neue Methode des fetalen Magnetenzephalogramm (fMEG) bietet, basierend auf dem bereits bekannten Verfahren des MEGs, die Möglichkeit, erstmals eine nicht invasive Zustands- und Funktionsbeschreibung der fetalen Hirnleistung (im Mutterleib) vorzunehmen. Wie beim EEG oder EKG kann die fetale Hirnaktivität sowie auch die Herzaktivität sehr exakt gemessen werden. Die EEG- oder EKG- Ableitung erfolgt jedoch über Elektroden, die direkt auf den Fetus angebracht werden. Dies ist erst nach Blasensprung möglich. Die Ableitung fetaler Magnetfelder per fMEG erfolgt nicht-invasiv über die mütterliche Bauchwand und ist bereits in früheren Schwangerschaftswochen möglich.
Ein wesentlicher Vorteil des Systems ist es, dass die Mutter bequem sitzend und nicht auf dem Rücken liegend untersucht wird, da die Rückenposition bei Schwangeren zu Übelkeit und Kreislaufbeschwerden führen kann. Ausserdem kann der Gerätesitz individuell an Körpergröße und Sitzkomfort angepasst werden.
Da das gesamte System völlig passiv und nicht-invasiv ist, werden keine Ströme, Strahlungen oder Felder an der Mutter oder ihrem Ungeborenen angelegt. Das fMEG „sendet“ nichts aus – es ist ein purer „Signalempfänger“. Deshalb ist die Benutzung des Systems ohne Risiken für Mutter oder Kind. Die Ableitung fetaler Magnetfelder per fMEG erfolgt über die mütterliche Bauchwand und ist in früheren Schwangerschaftswochen bereits möglich.

Abbildung 1:
Die Sensoren befinden sich in einer Schale, in die sich die Mutter zur fMEG-Messung mit dem Bauch hineinlehnt.

Abbildung 2: Eine Schwangere zur Untersuchung auf dem fMEG-Gerät.