Die Nabelschnurpunktion (Chordozentese) dient der Entnahme von kindlichem Blut zu diagnostischen und therapeutischen Zwecken ab der 18. Schwangerschaftswoche. Die Nabelschnurpunktion erlaubt Aussagen über den Chromosomensatz des Kindes, wird aber hauptsächlich zur Infektionsdiagnostik und zur Untersuchung einer möglichen Blutgruppeninkompatibilität vorgenommen. Die Untersuchung ist erst nach der 18. Schwangerschaftswoche möglich und wird seltener durchgeführt als die Fruchtwasseruntersuchung oder die Chorionzotten-Biopsie.
Eine Virusinfektion auf Seiten der Mutter kann beim Kind schwere Schädigungen verursachen, wie z.B. Röteln oder Toxoplasmose. Das kindliche Blut wird auf Antikörper untersucht, um eine Infektion des Kindes auszuschließen oder zu bestätigen.
Vorgehensweise: Der Eingriff kann ambulant durchgeführt werden. Unter örtlicher Betäubung und Ultraschallkontrolle wird eine dünne Punktionsnadel durch die Bauchdecke in die Nabelschnur gestochen. Von dort werden ein bis zwei Milliliter kindliches Blut entnommen.