Als Leitlinie für die Auswahl der geeigneten Operationsmethode gilt:
so viel wie nötig - so wenig wie möglich. Wann immer realisiertbar, sollte eine minimal-invasive und gebärmuttererhaltende Maßnahme bevorzugt werden.
I. Myomenukleation (Ausschälung des Myoms)
Um eine gebärmuttererhaltende Myomenukleation oder -ausschälung durchzuführen, entscheiden sich Patientin und Frauenarzt je nach Größe und Lokalisation der Myome für eine
1. laparoskopische Myomenukleation,
2. hysteroskopische Myomenukleation oder eine
3. laparotomische Myomenukleation
Ein Aufklärungsgespräch über eine Rezidivrate von ca. 10 %, d.h. Wiederauftreten von myomen nach gebärmuttererhaltender Operation, muss vor der Operation erfolgen.
II. Hysterektomie - wenn eine Gebärmuttererhaltende Operation nicht möglich ist ...
Eine komplette oder teilweise Entfernung der Gebärmutter (sog. sanfte Gebärmutterteilentfernung) ist in solchen Fällen zu empfehlen, wenn die Myome nicht hinreichend entfernt werden können (hohes Risiko für Rezidive), oder die Gebärmutter durch die Entfernung der Myome ohnehin zu großen Schaden davontragen würde.
In diesen Fällen sollte die gemeinsame Entscheidung von Patientin und Arzt die Entfernung der Gebärmutter, die so genannte Hysterektomie sein. Diese kann auf verschiedene Weisen ausgeführt werden: eine Gebärmutterentfernung kann vaginal, per Bauchspiegelung oder bei sehr großer Gebärmutter abdominal erfolgen. Bei der Schlüssellochtechnik (Laparoskopie) kann die Gebärmutter sowohl teilweise, so genannt "sanft Gebärmutterteilentfernung" als auch komplett entfernt werden.
Eine Operation immer noch die beste Möglichkeit bietet um ein Myom langfristig zu bekämpfen. Insbesondere die Verbindung von modernster Technik und neusten schonenden Operationsmethoden ermöglicht einen langfristigen Therapieerfolg.
Bei der laparoskopischen Myomausschälung handelt es sich um einen minimal-invasiven Eingriff unter Zuhilfenahme der Schlüssellochtechnik. Ohne Zweifel gehört dies Operation zu den anspruchsvolleren Eingriffen. Daher ist von größter Bedeutung, dass der Eingriff durch einen erfahrenen Operateur mit Zugriff auf die modernste Technik durchgeführt wird, um eine möglichst hohe Erfolgschance zu garantieren.
Dieses Verfahren bietet sich vor allem für Patientinnen an, die Kinderwunsch haben. Hier ist das postoperative Risiko für Verwachsungen im Verhältnis zum Laparotomie (Bauchschnitt) geringer und (bei adäquater Nahttechnik) die Rupturgefahr, d.h. die Gefahr eines Gebärmutterrisses während der Schwangerschaft bzw. unter der Geburt nicht erhöht.
Um Myome zu erreichen, die innerhalb der Gebärmutterhöhle lokalisiert sind, operiert der Frauenarzt transvaginal, d.h. ähnlich der Laparoskopie werden ein Hysteroskop (Sehrohr für die Gebärmutter) durch die Scheide eingeführt um die Myome ohne Operationswunden zu entfernen. Die Vorraussetzungen für diesen Eingriff sind, dass die Myome eine bestimmte Größe nicht überschreiten und auch leicht zugänglich sind. Auch dieser Eingriff ist ein minimal?invasiver und als solcher bei größtmöglicher Schonung maximal effektiv. Ggf. muss nach 2-3 Monaten eine erneute Kontroll-Hysteroskopie durchgeführt werden, wenn der Verdacht auf verbliebene bzw. restliche Myomanteile besteht.
In machen Fällen sind Lage und Größe der Myome derart ungünstig, dass eine Laparatomie (Unterbauchquerschnitt) durchgeführt werden muss. Um genügend Raum für die Entfernung der Myome zu schaffen, wird der Bauch durch einen Querschnitt an der schamhaargreneze (medizinisch: Pfannenstielschnitt) geöffnet und die Myome anschließend entfernt. Bei Myomen, die durch die ganze Gebärmutterwand gewachsen sind, muss nach Entfernung meist noch eine Gebärmutternaht gemacht werden. Da bisher nur sehr wenige Studien zu Geburtsverläufen nach operativer Myomentfernung vorliegen, wird häufig vorsichtshalber im Falle einer Schwangerschaft ein geplanter Kaiserschnitt (medizinisch: primäre Sectio) vom Operateur empfohlen.
Obwohl der Bauchschnitt eine größere Belastung darstellt als die oben erläuterten Methoden, ist auch diese Methode heute risikofrei. Sie sollte jedoch ebenfalls durch einen erfahrenen Operateur in einem Kompetenzzentrum ausgeführt werden.