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Buchbeitrag zum Wächterlymphknotenverfahren


Wann müssen Lymphknoten entfernt werden?

Lymphknoten sind Stationen, in denen Gewebsflüssigkeit gefiltert wird und beispielsweise Krebszellen abgefangen werden, bevor sie sich weiter im Körper ausbreiten und gesundes Gewebe zerstören oder verdrängen können. Die Lymphabflusswege der Brust liegen hauptsächlich in der Achselhöhle, aber auch im Bereich von Brust- und Schlüsselbein.

Befallene Lymphknoten zu entfernen ist für den weiteren Krankheitsverlauf entscheidend. Es ist nicht mehr üblich, alle etwa 80 Lymphknoten der Achselhöhle zu beseitigen (Axilla-Dissektion), denn das hat sehr unangenehme Folgen: Schmerzen und Taubheitsgefühl sowie eine Schwellung (Lymphödem) im betroffenen Arm und  eine eingeschränkte Beweglichkeit im Schulter-Arm-Bereich. Mittlerweile entfernt man mindestens 10 Lymphknoten, und nimmt dabei alle tastbaren oder im Ultraschall vergrößert wirkenden Lymphknoten mit. Die entnommenen Lymphknoten werden feingeweblich untersucht. Der Befund ist wichtig, um die Ausbreitung von Tumorzellen im Körper beurteilen zu können, eine für die weitere Therapie wichtige Information. Nicht alle tastbaren Lymphknoten sind zwangsläufig von Krebszellen befallen, umgekehrt kann ein unauffällig aussehender Lymphknoten trotzdem einzelne Tumorzellen enthalten.


Untersuchungen während der Operation

In Ausnahmefällen gelingt es nicht, mit einer Gewebeuntersuchung die Diagnose vor der Operation zu stellen. In diesen Fällen wird das verdächtige Gewebe operativ entfernt und während des Eingriffs untersucht. In einer so genannten Schnellschnitt-Diagnostik beurteilt der Pathologe, ob die Veränderung bösartig ist, d.h. ob Krebs vorliegt. Schnellschnittuntersuchungen sind nicht möglich bei kleinen, nicht tastbaren Tumoren und bei Mikroverkalkungen ohne abgrenzbaren Tumor. In diesen Fällen macht ein Radiologe mammografische Aufnahmen vom entfernten Gewebe und beurteilt im Vergleich zu den Mammografie-Bildern vor der Operation, ob der Mikrokalk vollständig zu sehen ist.
Zeigt das Ergebnis der Schnellschnittuntersuchung, dass ein gutartiger Tumor vorliegt, bzw. dass ein bösartiger Tumor mutmaßlich vollständig entfernt wurde, wird die Operation beendet. Andernfalls kommt es darauf an, wofür Sie Ihr Einverständnis gegeben haben: es folgen möglicherweise Brustamputation, Lymphknotenentfernung und Brustaufbau.
Wichtig ist aber in jedem Fall die gründliche und zeitaufwändige, aber aussagekräftigere Untersuchung des Gewebes nach der Operation. Mit ihrer Hilfe lässt sich verlässlich bestimmen, ob der Sicherheitsabstand zwischen dem Tumor und dem Schnittrand breit genug war oder ob eventuell ein neuer Eingriff notwendig wird, um noch mehr Brustgewebe zu entfernen. Darüber hinaus ist die genaue Beschaffenheit der Tumorzellen entscheidend für die Auswahl der weiteren Therapiemöglichkeiten.

Es besteht die Möglichkeit, Tumorgewebe aus der Brust in einer Tumorgewebebank zu verwahren. Dies ist für mindestens 10 Jahre sinnvoll. Sollte der Krebs wieder auftreten, kann das gelagerte Präparat nachträglich analysiert werden.






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