Quadrantenresektion
Das Viertel der Brust, welches den Tumor in sich trägt, wird entfernt.
Segmentresektion
Nur das befallene Segment wird entfernt.
Durch diese neuen Techniken können bei Erhalt der Brust gleich gute Heilungsergebnisse erzielt werden, wie früher nach Amputation der Brust. Somit ist die brusterhaltende Therapie heute das operative Standardverfahren. Unbedingte Voraussetzungen für die brusterhaltende Operation sind jedoch, dass der Tumor weder Haut, noch Brustwand mit befallen hat und der Tumor eine bestimmte Größe nicht überschreitet. Eine vollständige Entfernung des Tumors mit einem Sicherheitssaum von 1-2 cm im gesunden Gewebe ist absolut notwendig.
Am Universitätsklinikum Tübingen arbeiten 7 speziell für Brustkrebs-Operationen ausgebildete Operateure.
Im Jahr 2008 wurden am Universitätsklinikum Tübingen 419 brusterhaltende Operationen durchgeführt. Bei T1 Tumoren (d.h. < 2cm Durchmesser des größten Herdes) konnte in 76% der Fälle eine brusterhaltende Operation durchgeführt werden.
In 14,1 % der Fälle musste einmalig nachreseziert werden.
Obwohl die Erhaltung der Brust immer wünschenswert ist, kann sie bei einer Minderheit der Patientinnen nicht realisiert werden. Dies kann an verschiedenen Tumoreigenschaften, aber auch an der Größe des Tumors liegen.
217 primär radikale Brustoperationen wurden im Jahr 2008 durchgeführt, d.h. 30% aller Brustoperationen.
Es gibt verschiedene operative Möglichkeiten, eine neue Brust aufzubauen. Heutzutage wird in vielen Fällen bereits unmittelbar nach einer Brustentfernung in derselben Narkose mit dem Wiederaufbau begonnen. Ein Brustaufbau ist aber auch noch Jahre nach einer Brustentfernung möglich.
Als Rekonstruktionsverfahren der Brust stehen folgende Verfahren zur Verfügung:
Im Jahr 2008:
Mammaprothese: 64
Lappenplastik: 61
Neben therapeutischen Eingriffen können Sie unsere Qualifikation auf diesem Gebiet auch für reine Schönheitsoperationen nutzen.
Im Jahr 2008 wurden am Universitätsklinikum 155 plastische Operationen durchgeführt.
Lifting: 25
Reduktionsplastik: 71
Augmentation: 31
Brustwarzenrekonstruktion: 28

Frauen mit Krebs-befallenen Lymphknoten (ca. 30-40%) profitieren von der Entfernung der Lymphknoten im Bereich der Achselhöhle als einer lokalen Tumorkontrolle und Verringerung des Krebsgewebes. Befallene Lymphknoten zu entfernen ist somit für den weiteren Krankheitsverlauf entscheidend.
Durch die radikale Entfernung der Achsellymphknoten kann es zur Ausbildung eines Lymphödems und zu Bewegungseinschränkungen des Arms kommen.

Der Wächter-Lymphknoten, auch Sentinel node genannt, ist derjenige Lymphknoten, zu dem die Lymphe aus dem Tumorgebiet als erstes abfließt. Erst danach erreicht die Lymphe weitere Lymphknoten im Gebiet der Achselhöhle. Dieser Lymphknoten ?wacht? also in gewissem Sinne über die anderen Lymphknoten. Er ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auch der erste Lymphknoten, in dem sich Tumorzellen ansiedeln.
Um die Zahl der entfernten Lymphknoten gering zu halten, entfernt der Chirurg somit zunächst nur diesen Wächterlymphknoten.
Findet der Pathologe in der feingeweblichen Untersuchung während der Operation im Schnellschnitt keine Tumorzellen, verzichtet der Chirurg auf die Entfernung weiterer Achsellymphknoten. Enthält der Wächter-Lymphknoten Krebszellen, müssen weitere Lymphknoten entfernt und auf Tumorzellen untersucht werden.
An der Uniklinik Tübingen kann in 80% der Fälle das Verfahren des Wächterlymphknotens angewendet werden. Im Jahr 2008 wurden mehr als 350 Sentinelmarkierung mit Technetium durchgeführt (gefordert mind. 20/Jahr).In der pathologischen Abteilung befundeten erfahrene Pathologen im Jahr 2008 mehr als 1 800 Schnellschnitte. Hierbei dauert es im Durchschnitt 10-15 Minuten vom Zeitpunkt der Versendung aus dem OP bis zur Durchgabe des Ergebnisses.Der endgültige histologische Befund ist drei Tage nach Operation fertig.