Beckenbodentraining

Elektrostimulation als Beckenbodentraining

Hier werden die für Ihre Beckenbodenfunktionen wichtigen Muskeln mit leichten elektrischen Impulsen gereizt. Dadurch ziehen sie sich zusammen, während Ihre Blasenmuskulatur gleichzeitig entspannt. Die Impulse sind dabei selbstverständlich absolut unbedenklich.

Biofeedback-Training als Beckenbodentraining

Hier geht es um bewusstes Anspannen und Entspannen Ihres Beckenbodens. Dazu werden Ihre Körperfunktionen gemessen und dann in Töne oder Lichteffekte übersetzt. Diese Übersetzungen erhalten Sie als Feedback zurück und erlernen es, dieses Feedback zu beeinflussen - um die Töne und Lichteffekte möglichst angenehm zu machen. Und das heißt nichts anderes, als die Messwerte Ihrer Körperfunktionen zu verbessern.

Pessartherapie

Pessare sind Einlagen aus Silikon. Sie werden in die Scheide täglich oder je nach Bedarf eingeführt und dort je nach Art des Pessars unterschiedlich verankert. Sie dienen einerseits dazu den Verschlussmechanismus der Blase zu unterstützen und die Harninkontinenz zu verbessern bzw. zu beheben. Andererseits verhindern sie die Senkung der Scheide oder/ und der Gebärmutter. Pessare können - zusammen mit anderen Therapiemaßnahmen - Belastungsinkontinenz, Beschwerden in Zusammenhang mit Beckenbodensenkungen, schmerzhafte Narben, aber auch Reizzustände und Dranginkontinenz bessern, beheben, manchmal sogar heilen.

Trink- und Miktionstraining

Sie können Ihre Blase trainieren. Versuchen Sie, gleichmäßig viel zu trinken, aber die Abstände zwischen den Toilettengängen zu vergrößern. Auf diese Weise erhöhen Sie das Fassungsvermögen Ihrer Blase und haben zugleich Einfluss auf die Menge des abgegebenen Urins - auf die so genannten Miktionen. Die Entwicklung Ihrer Miktionen halten Sie im Rahmen eines Miktionstagebuchs fest, sodass Sie verfolgen können, ob Ihr Training erfolgreich ist.

Beckenbodentraining

Belastungsinkontinenz geht oft einher mit einer erschlafften Beckenbodenmuskulatur. Diese kann durch spezielles Training gestärkt werden. Die Übungen sollten Sie unbedingt unter persönlicher Anleitung eines fachkundigen Therapeuten durchführen.

Schauen Sie doch mal bei unseren Physiotherapeuten vorbei!

Die überaktive Blase

Die überaktive Blase äußert sich durch einen häufigen, überfallartigen, starken Harndrang. Oft wird die Toilette von den Betroffenen nicht trocken erreicht. Die Anzahl der Blasenentleerungen ist erhöht und die durchschnittliche Harnmenge pro Toilettengang reduziert.

Häufig kann eine der überaktiven Blase zugrundeliegende Ursache nicht gefunden werden. In einem solchen Fall spricht man von einer idiopathischen Form.  Zu den Ursachen die einen häufigen Harndrang mit oder ohne ungewollten Urinabgang auslösen zählen: Harnwegsinfekte, Blasentumoren, internistische Erkrankungen (z.B. Diabetes) oder verschiedene neurologische Erkrankungen (z.B. M. Parkinson, Multiple Sklerose).

Wie kann eine überaktive Blase behandelt werden?

Wenn eine bekannte Ursache der überaktiven Blase zugrunde liegt, setzt die Behandlung selbstverständlich dort an. Zur Therapie der idiopathischen Form stehen neben der Verhaltenstherapie und dem Kontinenztraining die medikamentöse Therapie und die Elektrostimulation zur Verfügung. Die medikamentöse Therapie in Form von Tabletten/ Dragees/ Kapseln oder Pflaster hat zum Ziel den überfallartigen Harndrang zu beseitigen und das Fassungsvermögen der Blase zu erhöhen.

Eine weitere Behandlungsmöglichkeit stellt die Injektion von Botulinumtoxin A (z.B. Botox) über eine Blasenspiegelung in die Blasenwand dar. Das Botulinumtoxin A hemmt die Ausschüttung von Acetylcholin und unterbindet die Reizüberleitung von den Nerven auf die Muskelzellen. Die Wirkdauer beträgt 8-12 Monate.

Wenn die herkömmlichen Therapien zu keinem oder zu einem nur ungenügenden Ansprechen der überaktiven Blase führen so ist die sakralen Neuromodulation (die Implantation eines Blasenschrittmachers) zu erwägen.

Sakrale Neurostimulation (Blasenschrittmacher)

Mit der sakralen Neurostimulation, der Blasenschrittmacher-Implantation, kann nicht nur Frauen mit überaktiver Blase geholfen werden, sondern auch denen die an einer nichtobstruktiven Basenentleerungsstörungen bzw. Harnverhalt leiden.

Über den genauen Wirkungsmechanismus besteht Unklarheit. Es ist davon auszugehen, dass die sakrale Neurostimulation die nervale Versorgung der Blase verändert.

Die sakrale Neurostimulation ist ein zweistufiges Verfahren. In der Testphase werden die Sakralnerven die die Blase versorgen temporär über Tage bis Wochen stimuliert, um die Patientinnen, die für eine permanente Neurostimulation in Frage kommen, zu selektieren. Dazu werden in einer Kurznarkose oder auch örtlichen Betäubung Teststimulationselektroden oder bereits die definitiven Elektroden implantiert und an einen externen Stimulator (Impulsgeber) angeschlossen. Die Patientin führt während der Testphase ein Miktionsprotokoll.

Patientinnen, bei denen sich die Symptomatik nach einer Testphase um mindestens 50% bessert, kommen für die Implantation eines permanenten Schrittmachers in Frage. Hierfür wird in einer zweiten Sitzung der Neurostimulator (permanente Schrittmacher) ins Fettgewebe unterhalb der Haut in der Glutealregion implantiert.

Genitale Fisteln

Fisteln sind Verbindungen zwischen zwei Hohlorganen. Zu den genitalen Fisteln gehören die  Blasen-Scheidenfistel, die Harnröhren-Scheidenfistel und die Darm-Scheidenfistel. Die genannten Fistel gehen mit einem Verlust von Urin (Harninkontinenz) oder Stuhl (Stuhlinkontinenz) einher.

Die Frauenklinik ist eine auf Fistelbehandlung spezialisierte Klinik. In Anbetracht der Tatsache, dass Fisteln –Dank der modernen Medizin- selten vorkommen bedarf  jede Fistel einer individualisierten Behandlung.

Sexualmedizinische Beratung

Eine sexualmedizinische Betreuung rundet das Behandlungskonzept ab. Als eine der wenigen Universitäts-Frauenkliniken in Deutschland haben wir aufgrund der steigenden Anzahl hilfesuchender Paare auf diesem Gebiet eine Sprechstunde für Sexualberatung und -therapie eingerichtet.

Diese überwiegend gesprächsorientierte Therapie richtet sich vor allem an Patientinnen oder Paare mit Libidostörung, Orgasmusstörung und Dyspareunie.