Antikörper-Therapie bei Brustkrebs

Wirkung

Ein monoklonaler Antikörper erkennt eine bestimmte Struktur auf der Oberfläche der Krebszelle. Der am häufigsten verwendete Antikörper, Trastuzumab, erkennt den HER2-Rezeptor auf der Oberfläche von Brustkrebszellen und bindet an diesen Rezeptor. HER-2 versorgt die Krebszelle mit Stoffen, die die Krebszelle zum Wachsen braucht. Ist HER-2 blockiert, kann die Krebszelle nicht weiter wachsen. HER-2 ist auch auf im Körper herumwandernden Krebszellen. So kann auch eine bereits stattgefundene oder drohende Metastasierung bekämpft werden. Die Therapie mit monoklonalen Antikörpern wird daher vor allem bei metastasiertem Brustkrebs angewendet. Der Vorteil einer Antikörper-Therapie besteht darin, dass nicht nur die aktiven, sich teilenden Zellen, sondern auch ruhende Krebszellen bekämpft werden

Wann ist eine Antikörper-Therapie sinnvoll?

Monoklonale Antikörper binden nur an HER-2-Rezeptoren. Deswegen werden sie nur bei Patientinnen eingesetzt, deren Brustkrebszellen besonders viele HER-2-Rezeptoren besitzen. Daher sollte bei allen Patientinnen zunächst festgestellt werden, wie ihr so genannter HER-2-Status ist und ob eine Behandlung mit monoklonalen Antikörpern sinnvoll ist. Bisher konnte man diesen Status nur durch Untersuchung von Gewebe feststellen, inzwischen ist es jedoch möglich, dies auch durch einen so genannten Serumtest zu tun, also durch eine einfache Blutuntersuchung. Der HER-2-neu-Status wird bei allen Patientinnen am Primärtumor bestimmt. Bei Patientinnen ohne Metastasen ist die Gabe von Herceptin (Trastuzumab) nur im Rahmen von Studien möglich (HERA-Studie).

Unerwünschte Wirkungen

Da Her-2-neu-Rezeptoren auch in anderen Organen vorkommen, können insbesondere Herzschäden auftreten, besonders, wenn eine Kombinationstherapie mit Anthrazyklinen eingesetzt wird. Das Medikament kann außerdem zu Bauchschmerzen, Schmerzen im Brustkorb mit schwerer Beeinträchtigung der Atmung, Fieber und Schüttelfrost führen. Möchte man mit Anthrazyklinen und mit Trastuzumab therapieren, sollte man zwischen den Behandlungsphasen mehrere Wochen verstreichen lassen.

Was ist HER-2/neu

HER-2/neu ist ein Eiweiß, das vom Tumor gebildet wird und im Blut gemessen werden kann. Es hat eine große Bedeutung für das Fortschreiten und die Prognose von Brustkrebs. Wird viel HER-2/neu im Blut nachgewiesen (hoher HER-2/neu-Spiegel), so geht dies mit einer schlechteren Prognose, kürzeren Überlebenszeiten und einem erhöhten Risiko, wieder an Brustkrebs zu erkranken, einher. Patientinnen mit hohen HER-2/neu-Spiegeln sprechen gut auf eine Antikörper-Therapie mit monoklonalen Antikörpern wie Trastuzumab an, da bei hohen HER-2/neu-Spiegeln ein hoher HER-2-Rezeptorstatus vorhanden ist. Andererseits kann durch eine regelmäßige Messung von HER-2/neu auch der Erfolg der Behandlung kontrolliert werden. Ist die Behandlung erfolgreich, verkleinert sich der Tumor und somit auch die Anzahl der HER-2/neu-Teilchen, der HER-2/neu-Spiegel sinkt. Man kann so die Dosierung von Trastuzumab, aber auch alle anderen Therapien überprüfen. Bleibt der HER-2/neu-Spiegel gleich, kann man auf eine andere Therapie wechseln. Je niedriger der HER-2/neu-Spiegel ist, desto besser wird die Prognose. Der monoklonale Antikörper Trastuzumab (Herceptin) richtet sich gegen die Her-2-Eiweißrezeptoren und blockiert diese: er dockt an den Fühler des Krebsproteins Her-2-neu an und schaltet ihn ab. Die Krebszellen bekommen weniger wachstumsfördernde Signale. Trastuzumab erreicht im Gegensatz zu den Wirkstoffen einer Chemotherapie nicht nur die aktiven Zellen, die sich gerade teilen, sondern auch ruhende Krebszellen. Aber es gibt ein Problem: Her-2-neu-Rezeptoren kommen auch in anderen Organen vor. Trastuzumab kann zu Herzschäden führen, besonders, wenn es mit Anthrazyklinen kombiniert wird. Bei Herzschäden (beispielsweise durch eine Chemotherapie mit Anthrazyklinen) werden vermehrt Her-2-neu-Antennen gebildet: damit bieten sich viele neue Angriffspunkte für den Antikörper Trastuzumab. Das Medikament kann außerdem zu Bauchschmerzen, Schmerzen im Brustkorb mit schwerer Beeinträchtigung der Atmung, Fieber und Schüttelfrost führen. Möchte man mit Anthrazyklinen und mit Trastuzumab therapieren, sollte man zwischen den Behandlungsphasen mehrere Wochen verstreichen lassen.