Es passiert viel in Tagen in denen aus einer befruchteten Eizelle ein kleiner Mensch entsteht. Die Fortschritte der Schwangerenvorsorge und Pränataldiagnostik der vergangenen Jahre war enorm, doch ist einiges auf dem Weg zum Wunder Mensch noch unerklärt. Bislang existiert kein Verfahren in der fetalen Überwachung, das den aktuellen intrauterinen fetalen Zustand zweifelsfrei beschreibt. Ein Grund dafür ist, daß Aussagen über das fetale Hirn und dessen Reifungs- und Funktionszustand mit den herkömmlichen Methoden nur eingeschränkt möglich sind. Es stellt das empfindlichste Organ gegenüber fetaler Minderversorgung dar. Gängige Untersuchungsmethoden in der Schwangerschaftsbetreuung sind der Ultraschall, das CTG (Cardiotokogramm) zur Messung des kindlichen Herzschlages und der Gebärmutterkontraktion sowie die Doppleruntersuchung der kindlichen Blutzirkulation. Eine direkte Untersuchungsmöglichkeit der kindlichen Hirnaktivität und Entwicklung fehlte bislang.
Mit Finanzierung der DFG wurde im Februar 2007 das Zentrum fetales Magnetencephalogramm in Tübingen in Kooperation mit dem Institut für medizinische Psychologie und Verhaltensneurobiologie ins Leben gerufen. Mittels dieses Gerätes kann die Hirntätigkeit des Kindes schon ab Beginn des letzten Schwangerschaftsdrittels registriert werden.
Hiermit soll die Beurteilbarkeit des intrauterinen fetalen Lebens verbessert werden und das Management von Schwangerschaft und Geburt erleichtern.