Ratgeber Brustkrebs:

Nebenwirkungen der Chemotherapie - und was Sie dagegen untenehmen können

Im Rahmen einer Chemotherapie bei Brustkrebs können Nebenwirkungen auftreten, die zwar unangenehm, jedoch gut zu behandeln sind.

Fieber und Infektionen

Besonders empfindlich reagiert das blutbildende Knochenmark - die Abwehrzentrale des Körpers - auf die Chemotherapie bei Brustkrebs. Deshalb lässt sich die Auswirkung dieser Behandlung an der Zahl der weißen Blutkörperchen im Blut einschätzen. Da die Chemotherapie die Bildung der weißen Blutkörperchen beeinträchtigt, müssen betroffene Frauen sich vor Infektionen schützen.

Das können Sie tun:

Meiden Sie nach der Chemotherapie bei Brustkrebs Menschenansammlungen und Personen mit ansteckenden Krankheiten wie Windpocken oder Grippe. Informieren Sie bei Fieber, Schüttelfrost und Durchfall, der länger als zwei Tage dauert, oder brennendem Schmerz beim Wasserlassen umgehend Ihren Arzt.

Haarausfall

Bestimmte Zytostatika schädigen auch Zellen der Haarwurzeln, sodass die Haare zunächst ausdünnen, teilweise sogar ganz ausfallen. Ein kleiner Trost für alle, die ihre Haare verloren haben: Nach Abschluss der Behandlung wachsen sie im Regelfall wieder nach.

Das können Sie tun:

Wenn Sie während dieser Zeit nicht so aus dem Haus gehen möchten, kaufen Sie sich eine Perücke - am besten bereits bevor Sie alle Haare verloren haben - und tragen Sie sie auch: Dann fällt Außenstehenden der Unterschied kaum auf. Setzen Sie sich wegen der Kosten dafür mit Ihrer Krankenkasse in Verbindung. Als Alternative können Sie auch auf Mütze oder Tuch zurückgreifen; Hauptsache, Sie fühlen sich damit wohl!

Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit

Eine Reizung an der Magenschleimhaut kann Übelkeit und Erbrechen hervorrufen, Appetitlosigkeit kann sich ebenfalls einstellen. Dagegen wirken Medikamente, die in die Chemotherapie-Infusion oder als Tabletten verabreicht werden.

Das können Sie tun:

  • Verzichten Sie während Mahlzeiten auf Getränke, essen Sie langsam und nehmen Sie über den Tag verteilt kleinere Mahlzeiten zu sich: So wird der Magen weniger belastet.
  • Kauen Sie gut, damit die Nahrung besser verdaut wird.
  • Vermeiden Sie Süßigkeiten sowie gebackene oder fette Nahrungsmittel; trockene Lebensmittel wie Toast oder Zwieback beruhigen den Magen.
  • Nehmen Sie vor der Einnahme von Medikamenten nur leichte Nahrungsmittel wie Suppe oder Kekse zu sich.
  • Empfohlen wird eine ausgewogene Kost, die Früchte und Gemüse enthält, aber auch Geflügel, Fisch und Fleisch.
  • Wenn Sie eine Abneigung gegen Fleisch oder seinen Geschmack entwickeln sollten, hilft die Zubereitung mit einer Sojasauce in Fruchtsaft oder Wein.

Schleimhautentzündungen

Chemotherapeutika beeinträchtigen manchmal die Mundschleimhäute, so dass es zu Mundtrockenheit, wunden Stellen oder Geschwüren kommen kann.

Das können Sie tun:

Besonders wichtig ist eine sorgfältige Mundhygiene mit einer weichen Zahnbürste. Die Zahnpasta sollte fluoridreich sein, um Zahnfäule zu vermeiden. Statt eines Mundwassers, das zu viel Salz oder Alkohol enthält, sollten Sie spezielle Mundspül-Lösungen verwenden oder ggf. schmerzlindernde Medikamente. Setzen Sie sich mit Ihrem Zahnarzt in Verbindung. Eine Lippencreme hilft, die Lippen feucht zu halten. Wenn Schleimhäute des Mund- und Rachenraums gereizt sind, bevorzugen Sie ungewürzte Nahrungsmittel wie gehackte Eier oder Haferflocken.

Blutungen

Eine Chemotherapie bei Brustkrebs vermindert die Bildung von Blutplättchen (Thrombozyten), die für die Blutgerinnung wichtig sind. Die Folge können Wunden sein, die nicht aufhören zu bluten.

Das können Sie tun:

  • Seien Sie vorsichtig beim Nägelschneiden. Gehen Sie mit Messern und Werkzeugen vorsichtig um.
  • Wenn das Zahnfleisch blutet, benutzen Sie Wattetupfer zum Reinigen der Zähne.
  • Vermeiden Sie verletzungsträchtige Sportarten.
  • Tragen Sie bei Gartenarbeiten Handschuhe (z. B. zum Schutz vor Dornen).
  • Nehmen Sie grundsätzlich keine anderen als die vom behandelnden Arzt erlaubten Medikamente ein. Nehmen Sie kein Aspirin ein, da es die Blutgerinnung unterdrückt.
  • Verzichten Sie auf Alkohol.

Wenn dennoch eine Verletzung auftritt, sollten Sie ein sauberes Tuch oder ein Papiertaschentuch einige Minuten lang fest auf die Wunde drücken. Hört die Blutung nicht auf oder schwillt das Wundgebiet an, gehen Sie unbedingt zum Arzt.